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Kaiserstuhl: Wiesen, Blumen, Schmetterlinge und Orchideen



  • Ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde
  • voller ungewöhnlicher Pflanzen und Tiere
  • in wunderschöner Landschaft


Sie verdienen Schutz und Pflege!


    Die Wiesen
    Relikte einer alten Wirtschaftsweise

    Auch am Kaiserstuhl

    ist die Intensivierung und Spezialisierung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzenten nicht vorübergegangen. Früher hier waren Viehhaltung und damit die Nutzung von Wiesen und Weiden weit verbreitet. Nach einer Zählung von 1931 gab es damals in den Kaiserstuhlorten rund 10000 Rinder, 1600 Pferde und 2500 Ziegen. Die Fläche der Wiesen war in den Kaiserstuhlgemeinden größer als die der Rebflächen. Heute dominiert dagegen der Anbau von Wein und Obst. So wurden auch im Zuge der großen Flurbereinigung der 70er Jahre Wiesenflächen in Rebgelände umgewandelt, und abgesehen vom inneren Kaiserstuhl sind Wiesen heute fast völlig verschwunden.

    Wiesen brauchen Schutz

    Diese negative Entwicklung
    dürfte jedoch abgeschlossen sein. Die Wiesenhänge im zentralen Kaiserstuhl sind für den Wein zu steil, zu flachgründig oder klimatisch nicht günstig. Die wertvollsten Gebiete wurden - teils großflächig - unter Naturschutz gestellt. So finden sich heute im Gebiet des Badbergs und des Haselschacher Bucks um Alt-Vogtsburg große zusammenhängende, geschützte Wiesenflächen; in der kleinräumig gekammerten Landschaft nördlich von Schelingen sind dagegen zahlreiche kleinere Wiesenhänge mit Wäldchen, Gebüsch und Rebterrassen zu einem reizvollen Mosaik verzahnt.

    Wiesen brauchen Pflege

    Während die Kaiserstühler Wiesen
    früher als Mähwiesen oder als Weidegelände genutzt und dadurch offengehalten wurden, gibt es diese Form der Nutzung heute kaum noch. Ohne regelmäßige Nutzung werden die Wiesen jedoch zur Brache, und langfristig holen sich Gebüsch und Wald diese Flächen zurück.

    Wenn wir den Artenreichtum und die Schönheit der Wiesen
    erhalten wollen, müssen sie daher gemäht werden. Die Erhaltung der wertvollen Landschaft sollte uns diesen Preis wert sein. So werden die Flächen von Aktiven der Umweltverbände (Schwarzwaldverein, BUND, NABU), von Pflegetrupps der Naturschutzbehörden oder über Pflegeverträge von Landwirten gemäht. In jüngster Zeit werden zur Offenhaltung auch Versuche mit Ziegen-Beweisung durchgeführt. Durch Unterschiede in Art und Zeitpunkt der Pflege ergibt sich eine Vielfalt der Vegetationsstruktur, die wichtig ist, um möglichst vielen Arten das Überleben zu ermöglichen.

    Es ist zu hoffen, dass mit der Einsicht der Besucher, mit dem Engagement freiwilliger Helfer, unter Beteiligung bereitwilliger Landwirte und mit öffentlicher Förderung die Pracht der Kaiserstühler Wiesen auch für die Zukunft erhalten werden kann.



    Warum die Kaiserstühler Wiesen etwas Besonderes sind

    Die großen Wiesenflächen
    an den Hängen des zentralen Kaiserstuhles gehören zum Schönsten und Wertvollsten, was der Kaiserstuhl dem Naturfreund zu bieten hat. Vom Vorfrühling bis in den Herbst hinein – mit Höhepunkt im Mai und Juni - findet sich hier Blumenleben in erstaunlicher Vielfalt. Pflanzen, die anderswo verschwunden sind, kommen hier noch zahlreich vor. Die Wiesenflächen färben sich in buntem Vielerlei und die Palette ändert sich von Woche zu Woche. Neben auffälligen und bekannten Arten gibt es versteckte und seltene Schönheiten, Kostbarkeiten für den Spezialisten. Kurzum: für jeden, der Blumen liebt, ein Paradies, wie man es in Mitteleuropa nur noch selten findet.



    Trocken, warm und mager

    Wärme und Trockenheit
    sind kennzeichnend für die Wiesen des Kaiserstuhles. So sind hier Arten charakteristisch, die ihre Hauptverbreitung im Süden haben. Dazu gehören die meisten der Orchideenarten, für die der Kaiserstuhl bekannt ist.



    Wichtig ist auch das Fehlen von Düngung
    und damit die Magerkeit des Bodens. So wachsen hier auch Arten, die in unserer „überdüngten“ Landschaft und auf Intensivwiesen nicht leben können. Das Ergebnis ist eine faszinierende Artenfülle, zunächst von Pflanzen, dann aber auch von Tieren, die von den Pflanzen leben oder ähnliche Lebensraumansprüche haben.

    Schmetterlinge am Kaiserstuhl
    Der Kaiserstuhl ist bekannt für die Vielzahl der (wärmeliebenden) Schmetterlinge. Seit 1990 wurden 78 Tagfalterarten im Kaiserstuhl gefunden. So finden sich auch die „Blutströpfchen“ oder „Widderchen“, die ihren Namen aufgrund ihrer roten Zeichnung auf den schwarzen Flügeln bekamen und auch wegen der hornartig gebogenen Fühler so genannt wurden. Es handelt sich um eine eigene Familie mit 14 Arten im Kaiserstuhl. Ihre Körper sind durch eine Zyanid-Verbindungen giftig und deshalb werden sie von den Vögeln nicht gefressen. Doch auch viele andere Schmetterlingsarten finden sich (noch) am Kaiserstuhl.




    Ein Buchtipp für die, die es genauer wissen wollen: "Naturschutzgebiete im Regierungspräsidium FR Thorbecke-Verlag, 2004

    PLENUM-Taschenbegleiter zur Artenvielfalt der Schmetterlinge, Heuschrecken und Vögel sind in vielen Tourismusbüros im Kaiserstuhl erhältich.

    Dieses Infoblatt wurde erstellt vom
    BUND für Umwelt und Naturschutz
    Deutschland (BUND),
    Regionalverband Südlicher Oberrhein,
    und gefördert durch
    PLENUM Naturgarten Kaiserstuhl.

    Idee und Text: Frank Baum, BUND
    Gestaltung: Stephan Reifsteck
    Fotos: Frank Baum, Gabi Krumm, Axel Mayer, Andreas Probst

    Kontakt & weitere Informationen:



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    Naturgarten Kaiserstuhl

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    Wilhelmstraße 24a
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    www.bund-freiburg.de

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Ein Blick über den Rand des Kaiserstuhls:













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Wo sind die vielen NaturschützerInnen & BiologInnen
in den wichtigen, aktuellen Naturschutzkonflikten am Oberrhein? Es gibt am Oberrhein eine Vielzahl von Menschen mit einem großen Wissen und Sachverstand in Sachen Natur und Umwelt. Doch in den großen Konflikten um unsere bedrohte Restnatur, sei es beim IRP, beim Schmetterlingssterben, bei den Themen Flächenverbrauch und Zersiedelung halten sie sich meist "vornehm" und schüchtern zurück und überlassen die öffentliche Debatte & Leserbriefe den gut organisierten Lobbyisten und dem Stammtisch. Manche Spezialisten sehen auch nur ihr "Lieblingsbiotop" und vergessen darüber den großen Zusammenhang. Nur gemeinsam können wir wir die aktuellen Zerstörungsprozesse bremsen!
Axel Mayer

















Kaiserstuhl: Wiesen, Blumen und Orchideen
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Dieser Artikel wurde 15086 mal gelesen und am 20.6.2016 zuletzt geändert.