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Stocamine: Es brennt in der elsässischen Giftmülldeponie

10.09.2002




Der aktuelle Brand in der elsässischen Giftmülldeponie Stocamine bei Mulhouse, über den die französischen Medien berichten, ist Anlass Ihnen nochmals eine BUND Pressemitteilung vom Tag der Einweihung zukommen zu lassen:

02.11.98
Im November 1998: Beginn der Giftmülleinlagerung in der elsässischen Kalimine Stocamine

In der ehemaligen Kalimine Stocamine bei Mulhouse (F) wird im November mit der Einlagerung von Giftmüll begonnen. Der BUND Regionalverband hat in den letzten Jahren die Kritik und den Protest von Alsace Nature und den örtlichen Bürgerinitiativen gegen die Einlagerungspläne stets mitgetragen.

Mit der Schaffung vollendeter Tatsachen durch die Betreibergesellschaft werden die begründeten Bedenken der UmweltschützerInnen auf beiden Rheinseiten nicht ausgeräumt.

Die Giftmülleinlagerung ist kein nationales, französisches Umweltproblem, sondern ein grenzüberschreitend überregionales, denn das Grundwasser kennt keine Grenzen, wie 50 Gramm Salz im Liter Grundwasser aus dem Kaliabbau bei Mulhouse auf der badischen Rheinseite beweisen.

Es bleiben noch viele Fragen offen:

  • Wie sicher ist ein Giftmüllager in dem es immer wieder Wassereinbrüche gegeben hat, wie Bergleute bestätigen, die viele Jahre in der Grube gearbeitet haben?
  • Wie sicher ist ein Giftmüllager in einem Salzstock, der durch Explosionen und Bergstürze gefährdet ist? In der direkt benachbarte Grube Amelie 1 gab es ein solch gefährliches Ereignis erst im Dezember 1997.
  • Wie durchlässig ist das Deckgestein und der Salzstock, welche in knapp 100 Jahren Bergbau ständig durchlöchert und verändert wurden?


Die Betreibergesellschaft hätte es sehr einfach gehabt, die Bedenken der UmweltschützerInnen zu zerstreuen. Wenn die sogenannte Kontrollkommission tatsächlich etwas zu kontrollieren gehabt hätte und nicht nur als Alibi dienen würde, dann hätte sie das von Umweltschützern geforderte Gutachten unabhängiger Fachleute in Auftrag geben müssen. Dieses unabhängige Gutachten allerdings scheuten die Betreiber wie der Teufel das Weihwasser. Aber nur dieses Gutachten hätte die Bedenken ausräumen oder aber auch bestärken können.

Auch die grenzüberschreitenden politischen "Kaffeekränzchengremien" haben in dieser Sache wieder einmal versagt, und sich nicht an ein so heißes Thema herangewagt.

Mit einer kurzfristigen Gefahr für das Grundwasser rechnet auch der BUND nicht. Aber UmweltschützerInnen tragen auch Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Ein wasser- und explosionsgefährdetes Lager für Chemiemüll, Quecksilber, Cyanide, Chrom, Arsen und Cadmium ist eine Hypothek für die Zukunft, entspricht so aber voll der Realität unserer Zeit.

Schreiben Sie bitte nicht von einer "Niederlage für die Umweltschützer". Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir haben uns in der Einschätzung der Gefahr getäuscht oder wir behalten langfristig recht, wie bei so vielen Prognosen. Dann ist das aber keine "Niederlage für die Umweltschützer", sondern eine Niederlage und ein Problem für alle Menschen in der Region.

Axel Mayer
hier: Mehr Infos

Mehr Informationen über Stocamine finden Sie mit Hilfe der Suchfunktion auf der BUND Homepage






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Dieser Artikel wurde 4312 mal gelesen und am 23.11.2016 zuletzt geändert.