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Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen

01.02.2018

Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen







Aktuelles / Geplante Exkursionen


AK Botanik Exkursionen: Während der Vegetationsperiode jeden Freitag



Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,


bei den winterlichen Temperaturen der letzten Zeit war mein Stoffwechsel etwas reduziert - nein, natürlich blöde Ausrede!
Aber jetzt habe ich mich dann doch mal drangemacht und mit Hilfe vieler links (die dankenswerterweise auch Christoph Bausch und Ludwig Treuter gesammelt haben) ein Protokoll zusammengezimmert. Das findet Ihr im Anhang.

Ansonsten eine kurze Erinnerung an unseren nächsten Termin: Am Freitag um 19 Uhr im BUND-Büro gibt's Bilder aus Bulgarien, ziemlich viele, und wenn Ihr wollt, können wir auch noch was aus Montenegro dranhängen ... ist ja Freitag, open end ...


Und noch einen Termin haben wir jetzt fest:

Save the date!

Warum ist die Rose näher mit dem Klee verwandt als mit dem Hahnenfuß?

Der Stammbaum der Blütenpflanzen sieht heute ganz anders aus als noch vor 45 Jahren.

Sowohl aus der Biochemie als auch aus der Genetik, aber auch aus der Paläobotanik und vielen anderen Forschungsbereichen kamen in diesem Zeitraum so viele neue Erkenntnisse, dass wir den Stammbaum heute kaum wiedererkennen.

Warum er heute eine ganz andere Struktur hat, welche Erkenntnisse zu diesem Umbau geführt haben und wie wichtige Verwandtschaftsbeziehungen heute gesehen werden, das wird uns

Dr. Patrick Kuss am Freitag, 24.Januar 2020, um 19:00 Uhr im BUND-Büro erläutern.


Herzliche Grüße, und wenn wir uns heuer nicht mehr sehen sollten, schon mal schöne Feiertage und einen guten Rutsch!

Henner




AK-Botanik 2019


  • 22.03.2019: Knospenexkursion mit Sigi Mattausch, Treffpunkt: Ebringen, Rebstall;
    SBG-Bus 7240 an 16:12

  • 29.03.2019: Frühlingsvegetation am Tuniberg; Treffpunkt Munzingen,
    Haltestelle Windhäuslegasse (Linie 35 um 16:24)

  • 05.04.2019: Bannwald nördl.v. Industriegebiet Hochdorf an der Bebelstraße, Bushaltestelle Benzhausen, St.Agatha-Weg (Linie 36 an 16:46), Treffpunkt: Ostseite A5-Unterführung, 17:00

  • 12.04.2019: Alter Friedhof Freiburg-Herdern, Treffpunkt: 17:00 Eingang Karlstraße

  • 26.04.2019: Mundenhof-„Auftragsarbeit“: Bäume (und evtl. Giftpflanzen), Treffpunkt: 17:00 Eingang/Endhaltestelle Mundenhof

  • 03.05.2019: Mundenhof Bienengarten im Frühjahr, gleicher Treffpunkt (siehe einen Stichpunkt weiter oben)

  • 09.05.2019, ( Do statt Fr! ): Vauban: Pflasterfugenflora im Frühjahr, Treffpunkt 17:00 Endhaltestelle Vauban (Wendeschleife)

  • 17.05.2019: „Klassische Kaiserstuhlexkursion“ Badberg/Haselschacher Buck,
    Treffpunkt 17:05 Haltestelle beim „Rössle“ Alt-Vogtsburg (Bus 729A ab FR ZOB 16:31, Bus 295 ab Bötzingen Bhf 16:58)

  • 24.05.2019: Schönberg/Kienberg (Halbtrockenrasen, Orchideen), Treffpunkt P Berghauser Kapelle 17:00
    (hier braucht’s noch eine „Führungskraft“, an dem Tag ist beim BUND RV die jährliche Mitgliederversammlung! Wer könnte da einspringen?)

  • 31.05.2019: St. Georgen - Schönberg westlich Sängerruh,
    Treffpunkt 17:00 Bahnhof St.Georgen
    (Bahn, oder Buslinie 11 Haltestelle Kapellenwinkel; -> „Im Glaser“ -> „Zechenweg“)

  • 07.06.2019: Bestandsaufnahme in Ellen´s Obstgarten,
    St. Georgen, Basler Landstraße 121

  • 14.06.2019: Farnexkursion mit Klemens Fritz in Freiamt - Tennenbach,
    Treffpunkt 17:00 Bahnhof Emmendingen, von da Mitfahrgelegenheit

  • 21.06.2019: Hinterzartener Moor; Treffpunkt Bahnhof Hinterzarten 17:13 (ab FR 16:40)

  • 28.06.2019: Seggenexkursion mit Marina Roth, Treffpunkt steht noch nicht fest

  • 05.07.2019: Baumpilze am Schönberg mit Günter Saar, Treffpunkt steht noch nicht fest

  • 12.07.2019: Wasserpflanzen und Kiesfluren am Großen Opfinger See, Treffpunkt 17:00 Haltestelle „Kleingärten“ (StraBa 5 + Bus Linie 32)

  • 18.07.2019: Eichenwald am Hohfirst oberhalb Bollschweil (Schönberg/Hexental),
    (Do statt Fr!) Treffpunkt steht noch nicht fest

  • 26.07.2019: Waldvegetation Günterstal/St.Valentin (evtl. mit Einkehr dort), Treffpunkt Straßenbahn-Endhaltestelle Günterstal 17:00

  • 02.08.2019: Straßenbäume mit Sigi Mattausch, Treffpunkt steht noch nicht fest







Hier zum RV Jahresprogramm 2019





Protokolle und Artenlisten


[Alle Fotos ohne Kennzeichnung: AK Botanik im BUND RVSO]

Hier finden Sie die Protokolle der Exkursionen von 2018


  • Exkursion am 23.11.2019 - Hauptfriedhof Moose: Hier finden Sie das Protokoll

  • Exkursion am 26.10.2019 - Pilzexkursion: Hier finden Sie das Protokoll

  • Exkursion am 20.09.2019 - Renaturierte Elz bei Köndringen: Hier finden Sie das Protokoll

  • Exkursion am 13.09.2019 - Brache auf der Haid West: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 06.09.2019 - Baumscheiben: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 02.08.2019 - Stadtbäume: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 25.07.2019 - St. Valentin: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 18.07.2019 - Hohfirst bei Bollschweil: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 12.07.2019 - Opfinger See: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 05.07.2019 - Schönberg Baumpilze: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 21.06.2019 - Hinterzartener Moor: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 14.06.2019 - Farne: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 07.06.2019 - Fettwiese bei der Ölmühle: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 31.05.2019 - Sängerruh: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 17.05.2019 - Badberg: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 09.05.2019 - Vauban: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 03.05.2019 - Bienengarten Mundenhof: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 12.04.2019 - Alter Friedhof FR Herdern: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 05.04.2019 - Benzhausen: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 29.03.2019 - Tuniberg: Hier finden Sie das Protokoll.

  • Exkursion am 22.03.2019 - Knospenexkursion Ebringen: Hier finden Sie das Protokoll.


Zweite Exkursion Stadt- und Straßenbäume 27.09.2019
Nachträge zum Protokoll vom 02.08.2019 (gleiche Exkursionsstrecke)



  • Ailanthus altissima : Invasiver Neophyt; Verbreitet sich entlang von Straßen und Eisenbahnstrecken, aber auch durch Baufahrzeuge (ähnlich wie der Japanknöterich)
  • Ginkgo biloba : Definitiv Nacktsamer, steht im Stammbaum oberhalb der Palmfarne den Coniferen gegenüber (s. Stammbaum der Tracheophyten als Poster im Anhang); ♂ und ♀ unterscheiden sich in der Wuchsform: ♂ eher schmal und hoch, ♀ eher breit und kugelig. Die fleischigen Samen verströmen einen unangenehmen Geruch.
  • Robinia pseudoacacia : Als Straßenbaum oft in der ssp. monophylla anzutreffen: Die Fiederblättchen sind hier deutlich länglicher und größer, aber auch weniger; nicht zu verwechseln mit Robinia hispida, die eher strauchig wächst und rosalila blüht
  • Aesculus hippocastanum, Rosskastanie; stammt von der Balkanhalbinsel, und ist ein stabil eingebürgerter Straßen-, Park- und Forstbaum; Charakterart der Biergärten!
  • Aesculus x carnea ist die rotblühende Art, ein Hybrid aus Aesculus hippocastanum und der mehr strauchigen Art Aesculus pavia. Sie hat Früchte mit weichen, dünnen Stacheln, weniger klebrige Winterknospen, und Blätter mit kürzeren und weniger (oft nur 5) Fingerblättchen, die mittleren kurz gestielt (bei Ae. Hippocastanum alle vollständig sitzend)
  • Picea spec., vermutlich Picea orientalis, Kaukasus-Fichte; Nadeln sind steifer und stehen dichter als bei unserer heimischen Rotfichte.
  • Prunus serrulata, Japanische Nelkenkirsche; in vielen Kultursorten gepflanzt, wächst etwas besenförmig, mit warziger Ringelborke; Blüten gefüllt (daher „Nelken“-kirsche)
  • Acer pseudoplatanus, Bergahorn; in verschiedenen Varietäten angepflanzt
  • Neben Acer saccharinum fiel uns ein ganz ähnlicher Ahorn auf, der aber auffällige rote Blattstiele hatte: wahrscheinlich Acer miyabei, von dem es zumindest Zuchtformen mit roten Blattstielen gibt. Der japanische Schnurbaum Styphnolobium japonicum war früher als Sophora japonica bekannt.
  • Quercus rubra, Roteiche, kann mit Quercus palustris, Sumpfeiche, verwechselt werden. Die Sumpfeiche hat noch tiefer gelappte Blätter (auch mit weniger Lappen), und kürzere Eicheln, allerdings mit einer ganz ähnlichen flachen, hellbraunen Cupula wie die Roteiche [li/]

    Nicht gesehen haben wir die Gleditschie, Gleditsia triacanthos, ein winterharter Baum aus der Familie Fabaceae, auch „Lederhülsenbaum genannt; besonders die dornenlose Form „inermis“ wird gerne als Straßenbaum gepflanzt. Die Wildform stammt aus dem Mississippi-Gebiet der USA.

    Weniger als Straßenbäume, aber in den angrenzenden Gärten auffällig waren:
    • Chamaecyparis lawsoniana, Lawsons Scheinzypresse; Waldbaum von der Westküste der USA, wird dort 50-65 m hoch, bei uns bis zu 30 m; Gipfeltrieb mit überhängender Spitze; Die Äste werden als farnwedelartig beschrieben; sehr leichtes, aber resistentes Werkholz, ökologisch sehr anpassungsfähige Art
    • Acer negundo „aureomarginatum“, Silberbunter Eschenahorn; Invasive Art, mit eschenartig gefiederten Blättern (bei dieser Form grün-weiß panaschiert, bei „Flamingo“ weiß gerandet - entsprechend beliebtes Ziergehölz); typisch für die Art: Junge Zweige mit grüner Rinde!Pseudotsuga menziesii, Douglasie
    • Cedrus atlantica „glauca“, eine Atlaszeder mit blaugrau bereiften Nadeln, gerne als großer Zierbaum in Parks und repräsentativen Gärten gepflanzt
    • Thuja plicata, Riesen-Lebensbaum; Blätter riechen zerrieben nach Gummibärchen (bei Wikipedia nach Ananas und Äpfeln …); auch von der amerikanischen Westküste (N-Kalifornien bis Alaska), wird dort riesig mit bis zu 6 m Stammdurchmesser; verträgt Trockenheit nicht gut.
    • Buxus sempervirens, Buchsbaum; immergrüner, langsam wachsender Baum mit kantigen Zweigen und kreuzgegenständigen Blättern; sehr dichtes, festes Holz (früher sehr beliebt zum Drechseln; -> „box“, -> „Büchse“); extrem schnittverträglich (Barockgärten!), aber seit einigen Jahren bei uns durch Buchsbaumzünsler-Kalamitäten stark dezimiert. Wildvorkommen am Dinkelberg am Hochrhein
    • Sequoia sempervirens, Küstenmammutbaum; Zu dieser Art gehören die höchsten Bäume der Welt mit über 110 m; Blattdimorphismus: An den Kurztrieben eibenartige Nadeln, an den Langtrieben anliegende, gekielte, kleine Schuppenblätter; die Art ist wenig trockenresistent.
    • Acer campestre, Feldahorn





Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 20.09.2019: Renaturierte Elz bei Köndringen



Trotz anstrengender Großdemo in Freiburg an diesem Tag und einem etwas abgelegenen Treffpunkt konnten wir uns zu siebt im Ufer- und Wiesenbereich, an einem Teil des alten Dammes und auf der der Öffentlichkeit zugänglichen Kiesbank nach interessanten Pflanzen umsehen. Wir wurden belohnt!

  • Persicaria hydropiper, Wasserpfeffer; scharfer Geschmack der Blätter kommt erst nach 10s Kauen, dann aber Intensiv! Ochrea kurz, auf der Fläche kahl, mit wenigen kurzen Wimpern. Die beiden anderen Persicaria-Arten mit lockeren, schmalen, überhängenden Scheinähren kommen in den gleichen Biotopen vor und haben beide eine auf der Fläche behaarte Ochrea mit vielen langen Wimpern:
      - Persicaria mitis, Milder Knöterich; schmeckt gar nicht scharf; Blätter ähnlich Hydropiper, oft am Rande gewellt, mit dunklem Fleck oder ohne; Scheinähren anfangs oft aufrecht;
      - Persicaria minor, Kleiner Knöterich; Blätter schmal lineal, nicht breiter als 8 mm, dunkler, Seitennerven kaum sichtbar; Pfl. klein, Vorkommen zerstreut; Scheinähren weniger locker und weniger hängend

  • Cyperus longus, Langes Zypergras; Ährchen länger als 12 mm, Pflanze groß, Stängelblätter im unteren Stängelbereich verteilt, nicht alle grundständig; Stängelquerschnitt konkav dreieckig; 3-10 Doldenäste, je Köpfchen 3-10 braune Ährchen; Hochblätter deutlich länger als die Doldenäste (diese oft über 10 cm) Was hier auch vorkommt, ist Cyperus eragrostis, Frischgrünes Cypergras, mit dichten kugeligen Köpfchen von bis zu 40 Ährchen, diese flach zweizeilig, hellgrün, bis 2cm lang; Stängel stumpf dreikantig (nicht konkav), wächst in Horsten, ohne Ausläufer.
  • Mentha aquatica, Wasserminze; s. Protokoll Opfinger See
  • Persicaria lapathifolia, Ampfer-Knöterich; Scheinähren schlank aber dichtblütig, manchmal überhängend; Stiele der Scheinähren dicht mit ungestielten Drüsen besetzt; Ochrea kahl, höchstens kurz bewimpert; Blätter mit oder ohne dunklen Fleck, bis 3 cm lang gestielt, lang eilanzettlich; Blattstiel zweigt am Grunde der Ochrea ab; Stängel, Ochrea und Blattstiele oft rotfleckig oder rot überlaufen
  • Chenopodium polyspermum, Vielsamiger Gänsefuß; wächst niederliegend-aufsteigend, bleibt meist niedrig; Reife Früchte im offenen Perigon sichtbar; Blätter ganzrandig, oval, gestielt mit keiligem Grund, jung rotrandig; Stängel schwach 4-kantig, oft rot überlaufen; Pflanze komplett kahl, nicht mehlig
  • Echinochloa crus-galli, Gewöhnliche Hühnerhirse; s. Protokoll St. Valentin! Vgl. E. muricata: Ganz ähnlich, aber mit steifer Spitze der fertilen Blütchen, und mit steif abstehenden Borsten (zusätzlich zu den vorhandenen oder nicht vorhandenen Grannen) an der Ährenachse
  • Lycopus europaeus, Ufer-Wolfstrapp; s. Protokoll Opfinger See
  • Centaurea jacea, Wiesen-Flockenblume; buschige, reich verzweigte Exemplare mit spärlich, aber gleichmäßig verteilten, gut 1 mm langen Haaren auf der Blattoberseite
  • Myosoton aquaticum = Stellaria aquatica, Gewöhnlicher Wasserdarm; Blätter breit eispitzig, mit eiförmigem Grund gegenüber sitzend, oft wellig, gewimpert; Stängel streng dichasial verzweigt; Blüten mit 5 Griffeln, Kronblätter fast bis zum Grund eingeschnitten, länger als die Kelchblätter; Staubblätter hellviolett; Pflanze riecht nach Rhabarber (Oxalsäure!)
  • Festuca arundinacea, Rohr-Schwingel; Pflanze kräftig, Sichelöhrchen gewimpert; Blätter flach, bis 18 mm breit; Grundblattscheiden weißlich, nicht zerfasert; Ligula ein 1-2 mm breiter, häutiger Saum
  • Phalaris arundinacea, Rohrglanzgras; Habitus wie Schilf, aber mit 4-6 mm langer, milchig-häutiger Ligula;
  • Leontodon autumnalis = Scorconeroides autumnalis, Herbst-(Schuppen-)Löwenzahn; Grundblattrosette aus kahlen, buchtig gezähnten bis fiederschnittigen Blättern, Stängel verzweigt mit Schuppenblättchen, unter den Blütenköpfen allmählich verdickt; Pappus schmutzigweiß, gefiedert; Früchte apical verengt, aber nicht geschnäbelt (vgl. Hypochaeris: geschnäbelt); Hülle mehrreihig, kahl oder behaart, Knospen aufrecht
  • Buddleya davidii, Gewöhnlicher Sommerflieder; stabil eingebürgerter Neophyt; Blätter lang eilanzettlich, schwach gezähnt, o’seits d’grün, u’seits filzig, mit kl. Nebenblättern; Blüten mit 4 Kronblättern und langer, verwachsener Kronröhre, Wildform lila, Gartenformen auch rot oder weiß; endständige Rispen
  • Lotus pedunculatus (=uliginosus), Sumpf-Hornklee; Dolden 8-12-blütig (bei L. corniculatus 2-8-blütig), Kelchzähne nach außen gekrümmt (L. c. nach innen); Blättchen unterseits mit deutlichen Seitennerven (bei L. c. gar keine zu sehen); Stängel hohl; Schiffchenspitze immer gelb (bei L. c. jung auch rot); Blätter meistens bewimpert (können auch bei L. c. behaart sein …)
  • Tanacetum vulgare, Gewöhnl. Rainfarn; nur gelbe Röhrenblüten, Hülle kurz, hellgrün, glatt; Blätter im Umriss breit eilanzettlich, fiederteilig, Fiedern selbst fiederschnittig mit spitzen Abschnitten; Früchte ohne Pappus; Blütenstand eine Doldenrispe (Trugdolde): ebensträußig
  • Centaurea scabiosa, Skabiosen-Flockenblume; Blätter fiederschnittig, Hüllblattanhängsel schmal, schwarz, gekämmt, die grünen Nägel der Hüllblätter nicht verdeckend, seitlich herunterlaufend; nach der Fruchtreife bleiben goldglänzende Teller von den Hüllblätter-Innenseiten
  • [Rorippa pyrenaica = R. stylosa, Pyrenäen-Sumpfkresse; D nur am Oberrhein und im Elbtal! Bildet Rosette, Grundblätter und untere Stängelblätter mit stark vergrößertem, ovalem Endabschnitt; obere Blätter schlank fiederschnittig, stängelumfassend geöhrt; Schötchen sehr länglich, schon fast Schoten]
      Die war es nicht - da sind sich alle einig, auch wenn wir es im Gelände so aufgeschrieben hatten! In der engeren Wahl haben wir zur Zeit (nach nochmaliger Analyse der Bilder von Jans Herbarexemplaren):
    • Rorippa x anceps, Niederliegende Sumpfkresse (?); schon der deutsche Name führt hier zu allererst in die Irre, weil die Art strikt aufrecht wächst. Und laut Sebald/Seybold/Philippi Bd.2 gibt es sie an der Elz nicht, nur im Mündungsbereich des Leopoldskanals … Auf S. 218 dieses Buches sind die beiden Arten sehr schön nebeneinander abgebildet, und unsere sieht genau aus wie die rechte …

  • Crepis capillaris, Kleinblütiger Pippau; Blütenköpfchen nur etwa 15 mm groß, äußere Hüllblätter eher anliegend bzw. nach innen gebogen; Stängelblätter mit spitzen Zipfeln stängelumfassend, im unteren Teil fiederspaltig; Pappus schneeweiß, ungefiedert, Früchte nicht geschnäbelt; Grundblätter rosettig;
  • Hieracium umbellatum, Doldiges Habichtskraut; Köpfchenstand im oberen Teil doldig, darunter noch weitere Köpfchen tragende Äste; Stängel beblättert ((8-)12-20(-50) Blätter); Stängelblätter am Rand meist deutlich umgerollt, mit langen Haaren auf Mittelnerven und Rändern - jedoch sehr vielgestaltig: sitzend bis gestielt, linealisch bis eilanzettlich, ganzrandig bis entfernt langzähnig; ohne Grundrosette!; äußere und mittlere Hüllblätter immer deutlich nach außen gebogen abstehend!
  • Achillea ptarmica, Sumpf-Schafgarbe; Köpfchen >1 cm, zu 5-30 in einer lockeren Rispe; Zungenblüten (weiß, 8-13) länger als die Hülle; Röhrenblüten gelblich beige; Blätter d’grün, schmal lanzettlich, eng gekerbt mit zugespitzten Abschnitten
  • Senecio inaequidens, Schmalblättriges Greiskraut; eingebürgerter Neophyt aus Südafrika, verbreitet sich an Straßen und Gleisanlagen; Blätter schmal linealisch, nur ca. 2 mm breit, Ränder fein und entfernt gezähnt, oft umgerollt; Blattgrund geöhrt; Köpfchen mit 10-13 schmalen, gelben Zungenblüten, Röhrenblüten oft halbkugelig angeordnet; Hüllblätter oft schwarzspitzig, kahl
  • Agrostis stolonifera, Weißes Straußgras, einblütige Ährchen 2-3 mm,







Exkursion „Straßenbäume“



Exkursionsleitung: Sigi Mattausch, siegfriedmattauschweb.de
Protokoll: Jan-Aurel Debusmann, jan.aurel.debusmanngmail.com , 0160-7811369, gern auch
Whatsapp, bei Fragen und Verbesserungsvorschlägen bitte jederzeit melden)
Leitung des BUND-AK Botanik: Dr. Henner Wenzel, Henner-Wenzelweb.de
Datum der Exkursion: 02.08.2019
Exkursionstrecke: Freiburg-Wiehre bis Lorettoberg. Start am Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße mit kleinen Abstechern rechts/links, Günterstalstraße nach Süden, kurzer Abstecher Maria-Theresia-Straße,längerer Abstecher Türkenlouisstraße (am Forstamt ab runter zur Schnurbaum-Allee), wieder zurück, quer durch zum Lorettobad und schließlich den steilen, alten Fußgänger-Aufstieg hoch zum Lorettoberg, dort Einkehr im Schlosscafe.

Hier mein Protokoll-Erstversuch mit Internet-Links.
Die dann offene Seite auch mal nach unten/oben abscrollen, meist finden sich die direkten Nachbararten dort. Ergänzende Textangaben aus: Bachhofer et. al. (2006), Der neue Kosmos Baumführer, Stuttgart, aus baumkunde.de, aus der Wikipedia sowie aus meinen Vorlesungsunterlagen „Waldvegetation“ von Prof. Albert Reif (direkte Zitate nicht extra gekennzeichnet). Arten in der Reihenfolge der Sichtung.


  • Ailanthus altissima, Drüsiger Götterbaum (Simaroubaceae, Bittereschengewächse). Aus China. Robust gegen Abgase, Trockenheit, wird selten älter als 50 Jahre, dann anfällig für Windbruch und Kernfäule. hier Link
  • Castanea sativa, Edel-Kastanie (Fagaceae, Buchengewächse). Steht gern trockener, nährstoffärmer, auf oligotrophen Braunerden. Kalisammelnde Laubstreu bodenverbessernd. Vermutlich nach der letzten Eiszeit von den Römern aus mediterranen Breiten eingeführt. hier Link
  • Celtis australis, Südlicher Zürgelbaum (Ulmaceae, Ulmengewächse). Aus dem Kaukasus, Kleinasien, Mittelmeerraum. Nicht völlig frosthart, wärmeliebend. Fossilfunde belegen häufige Verbreitung in Mitteleuropa im Tertiär. Holz hart, aber elastisch, gut für Musikinstrumente. „Zürgeln“= südtiroler Name für die Früchte, gern verwendet in Back-und Süßwaren. hier Link
  • Liriodendron tulipifera, Amerikanischer Tulpenbaum (Magnoliaceae, Magnoliengewächse). Aus Nordamerika, dort eines der größten Laubhölzer. Fossilienfunde belegen Verbreitung in Mitteleuropa im Tertiär. Wie die Magnolien sehr ursprünglicher Bedecktsamer. Gut schnitzbares Möbelholz, von Indianern geschätzt zum Bau von Einbäumen. hier Link
  • Catalpa bignoniodes, Gewönlicher Trompetenbaum (Bignoniacea, Trompetenbaumgewächse). Aus Nordamerika hier Link
  • Paulownia tomentosa, Blauglockenbaum (Scrophulariaceae, Rachenblütler). Aus China. Robust gegen Abgase. Winterhart ab gewissem Alter. hier Link
  • Ein Ulmen-Hybrid, Ulmus spec. hier Link
  • Ginkgo bilboa, Ginkgo (Ginkgoaceae, Ginkgogewächse). Aus Ostasien. Natürliches Areal in Ostchina nur noch sehr klein. Lebendes Fossil, hat seine Gestalt seit der Kreidezeit nur unwesentlich verändert. Einziger, heute noch vorkommender Vertreter aus seinem damals großen Verwandschaftskreis, bildet isolierte Gruppe im System der Pflanzen. Nacktsamer (laut Kosmos-Baumführer! Laut Blumeninschwaben nicht?!). Eng verwandt mit den Koniferen (laut Kosmos). hier Link
  • Abies nordmannia, Nordmann-Tanne (Pinaceae, Kieferngewächse). Aus Kaukasien/Nordost-Anatolien. Forstliche Nutzung v.a. als Weihnachtsbaum. hier Link
  • Pterocarya fraxinifolia, Kaukasische Flügelnuss (Juglandaceae, Walnussgewächse) hier Link
  • Acer pseudoplatanus, Berg-Ahorn (Aceraceae, Ahorngewächse). In Mittel- und Südosteuropa, in Italien, Sizilien, Nordspanien und den Pyrenäen, zudem im Kaukasus; in Nordeuropa und weiten Teilen Westeuropas fehlend. Baum der Schlucht- und Bergmischwälder. (Kann im mediterranen Gebiet also auch „trocken“? Interessant). hier Link
  • Platanus x hispanica [hybrida, acerifolia?], Ahornblättrige Platane (Platanaceae, Platanengewächse) hier Link
  • Larix decidua, Europäische Lärche (Pinaceae, Kieferngewächse). Jungtriebe gelblich. Geschätztes Holz für Möbel- und Wandverkleidungen. Larix kaempferi, Japanische Lärche, hätte rötliche Jungtriebe.hier Link
  • Cedrus spec., Zeder (Pinaceae, Kieferngewächse) hier Link
  • Sequoiadendron giganteum, Mammutbaum, Wellingtonie (Taxodiaceae, Sumpfzypressengewächse). Ursprung: Westhänge der Sierra Nevada. Rinde dient als Brandschutz. Größter Mammutbaum in den USA hat 8 m Stammdurchmesser und ist mehr als 3000 Jahre alt. hier Link
  • Acer saccharinum, Silber-Ahorn (Aceraceae, Ahorngewächse). Artname verweist auf den zuckerhaltigen Saft, der am Stamm abgezapft und zu Sirup verarbeitet werden kann (praktiziert von den amerikanischen Ureinwohnern), allerdings mit weniger Ertrag als bei A. saccharum, Zucker-Ahorn. hier Link
  • Quercus rubra, Rot-Eiche, Amerikanische Eiche (Fagaceae, Buchengewächse). Aus dem östlichen Nordamerika. Zum Teil invasiver Neophyt. Möbel-, Furnier- und Parkettholz, Holzwaffen für asiatische Kampfsportarten. hier Link
  • Pinus nigra, Schwarz-Kiefer (Pinaceae). (Nadelform und Standort siehe unten bei der Kiefern-Zusammenfassung). In Mitteleuropa geschätzter Parkbaum, zuweilen auch forstlich eingesetzt. Pinus nigra s.str. ist völlig frosthart. hier Link
  • Liquidambar styraciflua, Amerikanischer Amberbaum (Hamamelidaceae, Zaubernussgewächse). In Nordamerika als Forstbaum intensiv genutzt. Frosthart. Zähes, wohlriechendes Harz in der Vergangenheit auch bei der Kaugummi-Herstellung verwendet, vereinzelt jetzt noch für Parfüme und Klebstoffe. Gutes Konstrukions- und Möbelholz. hier Link
  • Acer campestre, Feld-Ahorn, Maßholder (Aceraceae, Ahorngewächse). Von Mittelspanien bis zum Ural, aber in Irland, Skandinavien, dem Baltikum und dem nördlichen Russland fehlend. Auf nicht allzu trockenen Standorten, etwas wärmeliebend. Häufig angepflanzt in Gärten und Parks, gern auch als Hecke. Wurde wie die Hainbuche früher in der Niederwaldwirtschaft gerne zur Viefuttergewinnung geschneitelt. Hochwertiges Möbel-, Furnier- und Drechslerholz. Oft mit Korkleisten. hier Link
  • Tilia cordata, Winter-Linde (Tiliaceae, Lindengewächse). Winter-Linde etwas empfindlicher gegen Abgase und Lufttrockenheit als Sommer-Linde, deswegen inzwischen seltener als Stadtbaum verwendet, beide Arten jedoch häufig. Ökologie der Linden-Arten: T. cordata, Winter-Linde: subatlantisch-submediterran, kollin bis montan, „stenök“, nährstoff- und basenreiche Böden. T. platyphyllos, Sommer-Linde: gemäßigt kontinental, planar bis kollin, „euryök“, auch auf basenärmeren Böden. Dementsprechend bei der Sommer-Linde Behaarung auf Blattoberseite und oft auch auf der Blattunterseite und den Blattnerven (Verdunstungsschutz), während bei der Winterlinde die Blattoberseite kahl ist und meist (?) nur die Nervenwinkel der Blattunterseite mit braunen Bärten besetzt sind. Sommer-Linden stehen natürlicherweise gerne mit anderen Edellaubhölzern (z.B. Bergahorn, Esche) auf dem strahlungsreichen Sonnenhang von Hangschutt- und Schluchtwäldern (stockausschlagsfähig, widerstandsfähig gegen mechanische Verletzungen) im Tilio-Acerion, Sommerlinden-Bergahorn-Wald. Beide Linden liefern weiches, elastisches Schnitzholz für die Drechselei und Bildhauerei. Reisfester Linden-Bast wurde gärtnerisch genutzt zum Anbinden junger Triebe. Lindenblütentee. Wichtige Bienenweide. Sommer-Linde soll über 1000 Jahre alt werden. Typische „Dorflinde“, früher Versammlungs- und Gerichtsort. hier Link
  • Juglans regia, Echte Walnuss (Juglandaceae, Walnussgewächse). Urform aus Asien und Südosteuropa, schon früh auf großfrüchtige Formen ausgelesen. Wärmebedürftig, von den Römern in Mitteleuropa kultiviert, vor allem in Gallien. Deutsche bezeichneten Franzosen früher als „Welsche“  „Welschnuss“  „Walnuss“. Kleinfrüchtigere, frosthärtere Wildform bei uns zwar heimisch, bei wildwachsenden Exemplaren handelt es sich jedoch wahrscheinlich um Nachkommen der „Römer-Provenienz“. Steinfrucht, „Nuss“ = Steinkern, in der holzigen Hülle liegt der essbare Embryo. hier Link
  • Robinia pseudoacacia, Gewöhnliche Robinie, Falsche Akazie (Fabaceae, Schmetterlingsblütler). Aus Nordamerika, in Mitteleuropa seit dem 17. Jhdt., in weiten Teilen eingebürgert. Holz ist hart und widerstandsfähig, relativ pilzresistent, gut im Außenbereich für Palisaden, Pfosten, Werkzeugschäfte, Gartenmöbel. Wichtige Bienenweide („Akazienhonig“).hier Link
  • Tilia tomentosa, Silber-Linde (Tiliaceae, Lindengewächse). Aus Südosteuropa, bis zur Eiszeit in Mitteleuropa heimisch, belegt durch Fossilienfunde. hier Link
  • Fraxinus excelsior, Gewöhnliche Esche (Oleaceae, Ölbaumgewächse). Hier mit Eschentriebensterben, ausgelöst durch das Falsche Weiße Stängelbecherchen (Hymnoscyphus fraxineus). Beliebtes Ziergehölz in Parks. Ökologie der Esche: subatlantisch bis kontinentale Art, wärmeliebend, planar bis kollin, nur auf basenstoffreichen Böden. Besitzt zwei ökologische Optima: 1. „Wasseresche“, steht basenreich/feucht bis mäßig nass; 2. „Kalkesche“, steht basenreich/trocken. Die Esche stockt natürlicherweise gerne mit anderen Edellaubhölzern (z.B. Bergahorn, Linde) auf dem strahlungsarmen, luftfeuchten Schatthang von Hangschutt- und Schluchtwäldern (stockausschlagsfähig, widerstandsfähig gegen mechanische Verletzungen) im Fraxino-Aceretum, Eschen-Bergahorn-Wald. Die Esche ist auch Teil des basenreichen Flügels von Vorwäldern (= edellaubholzreiche Pionierwälder): Hier etablieren sich Edellaubholz-Wälder als Sukkzessionsstadium (also als „Zeitmischung“) neben der Buche. Buchen- und Buchen-Mischwald ist dann das Klimaxstadium. hier Link
  • Prunus cerasifera „nigra“, Kirschpflaume, Myrobalane, Blutpflaume (Rosaceae, Rosengewächse). Aus Westasien. Rotbelaubter Kultivar der Art. Frucht sieht aus wie Mischung aus Prunus avium, Vogelkirsche (= Urform der Süsskirsche) und Prunus domestica, Pflaume, ist aber keine Kreuzung. Kurz zu Prunus domestica, Pflaume: wurde durch die Römer verbreitet, ihre Wildform stammt aus Vorderasien, bei der Entstehung der heutigen Kulturform haben wohl auch Prunus cerasifera, Kirschpflaume, und Prunus spinosa, Schlehe, als Kreuzungspartner eine Rolle gespielt. Prunus cerasifera, Kirschpflaume, dient als Veredelungsunterlage, wird als reine Art kaum gepflanzt, allerdings sieht man häufig ihre als Blutpflaumen bekannten Sorten „pissardii“ mit roten und „nigra“ mit schwarzroten Blättern. hier Link
  • Pinus strobus, Weymouth-Kiefer (Pinaceae, Kieferngewächse). (Nadelform und Standort siehe unten bei der Kiefern-Zusammenfassung). Aus Nordamerika, dort intensiv forstlich genutzt. Bei uns beliebter Park- und Gartenbaum.
    hier Link
    Kleiner Kiefern-Exkurs: Überblick über alle in Mitteleuropa wichtigen Kiefern-Arten [siehe auch Forstbotanik-Bestimmungschlüssel Pinus, bei Bedarf mich kontaktieren, habe noch mehr Schlüssel]: Ganz allgemein sind Kiefern auf den Standorten konkurrenzstark, auf denen es anderen Bäumen zu ungemütlich wird, also „zu nass, zu trocken, zu nährstoffarm, zu sauer, zu kalt“.

    • Pinus cembra, Zirbel-Kiefer, Zirbe, Arve. 5-nadelig, Nadeln mittellang (bis 11cm). Diesjährige Zweige rot-gelbbraun, filzig behaart. Hochmontan-alpine Hochgebirgslagen (Fichte-Arve-
      Wälder).
    • Pinus strobus, Weymouths-Kiefer. 5-nadelig, Nadeln lang (bis 18cm). Diesjährige Zweige sehr fein von ungleichmäßig kurzen Haaren besetzt. Planar-kollin bis montan, steht in Nordamerika (Apalachen) bis auf 1200m NN.
    • Pinus sylvestris, Wald-Kiefer, Föhre. 2-nadelig, Nadeln mittellang (bis 11cm). Nadeln verdreht, lassen sich nicht zu „einer Nadel“ zusammenlegen. Nadeln kurz. Planar-kollin bis montan.
    • Pinus nigra, Schwarz-Kiefer. 2-nadelig, Nadeln lang (bis 15cm), lassen sich zu „einer Nadel“ zusammenlegen.
    • Pinus mugo, Berg-Kiefer, Latsche, Leg-Föhre. 2-nadelig, Nadeln kurz (bis 5cm). Wie P. cembra natürliches Vorkommen eher in Hochlagen, auch Schwarzwald, vor allem im Knieholzgürtel der Alpen. OBACHT: P. mugo hat drei Unterarten:
      P. mugo ssp. mugo, Berg-Kiefer, Latsche, Leg-Föhre, Krüppel-Kiefer (wächst strauchartig, 1-3m groß), und P. mugo ssp. rotundata, Moor-Spirke, Moor-Berg-Kiefer (entweder niederliegend wie ssp. mugo oder aufrecht bis zu 10m hoch). BEIDE wachsen gerne an der edaphischen Grenze des Baumwachstums („zu nass für andere Bäume“), z.B. azonal am Hochmoorrand, montane und hochmontane Stufe. Dritte Unterart: P. mugo ssp. uncinata, Spirke, Haken-Kiefer, Aufrechte Berg-Kiefer (bis zu 25m hoch), ebenfalls in Hochlagen, v.a. in Südwest-und Zentralalpen auf felsigen Kalkböden., aber auch im Schwarzwald zu finden (Feldberg-Gebiet?).

  • Sorbus intermedia, Schwedische Mehlbeere (Rosaceae, Rosengewächse). Ursprünglich nur in Südschweden, Dänemark, Südfinnland und dem Baltikum. Es ist wahrscheinlich, dass, ähnlich wie bei Sorbus mougeotii, Vogesen-Mehlbeere, und Sorbus x hybrida, Bastard-Mehlbeere, eine Einkreuzung von Sorbus aucuparia, Eberesche, Vogelbeere, angenommen werden kann (laut Sigi zusammen mit Sorbus aria, Echte Mehlbehre und Sorbus torminalis, Elsbeere). Inzwischen häufiger Straßen- und Parkbaum, anspruchsloser und robuster als Sorbus aria, Echte Mehlbeere. hier Link
  • Taxus baccata, Gewöhnliche Eibe (Taxaceae, Eibengewächse). In zerstreuten Arealen über ganz Europa verteilt. Wildvorkommen inzwischen selten. Liefert wertvolles, hartes und elastisches Holz (seltene Kombination!), das früher für Bögen, Armbrüste und Werkzeuge genutzt wurde. Wegen dieser intensiven militärischen Nutzung im Mittelalter ist die Eibe (vor allem auf der britischen Insel) sehr selten geworden. Wichtiges historisches Datum: 25.Oktober 1415, Schlacht von Azincourt, eine der
    bedeutendsten Schlachten der Militärgeschichte zwischen England und Frankreich am Ende des 100-jährigen Krieges. Hier vernichtete das englische Heer fast die gesamte französische Ritterschaft u.a. durch den erstmalig massiven Großeinsatz von weitreichenden Eiben-Langbögen. hier Link
  • Styphnolobium japonicum, Japanischer Schnurbaum (Fabaceae, Schmetterlingsblütengewachse). Aus China und Korea, bei uns Parkbaum. Extremer Spätblüher, so spät blüht bei uns kein anderer Baum. Blüte allerdings erst ab dem 12. Standjahr. Blätter ähnlich, aber kleiner als Robinie. hier Link
  • Quercus robur ssp. fastigiata, Säulen-Eiche (Fagaceae, Buchengewächse) hier Link
  • Philadelphus spec., Pfeifenstrauch (Hydrangeaceae, Hortensiengewächse). Zierstrauch, je nach Art in Nordamerika oder China beheimatet. P. coronarius in Europa. hier Link
  • Mespilus germanica, Echte Mispel, Deutsche Mispel (Rosaceae, Rosengewächse). Alte Kulturpflanze, Herkunft vermutlich Westasien, im Mittelmeerraum schon in der Antike weit verbreitet, von den Römern - den alten Schurken ;) mal wieder - nach Mitteleuropa gebracht und dort stellenweise verwildert. Angepflanzt vor allem in Kloster- und Bauerngärten, auch in sehr alten Obstbaumkulturen zu finden.




Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 25.07.2019 : Günterstal - St. Valentin



Am Abend eines extrem heißen Tages (38 Grad) haben wir - mit Aussicht auf ein kühles Bier am Ziel - den
Waldweg von Günterstal bis St. Valentin „abgegrast“. Es gab viel Bekanntes, aber auch viel Neues …
Zu Anfang die nun schon zu erwartenden Mitbringsel von Günter Saar aus seinem Garten:

  • Setaria virirdis, Grüne Borstenhirse; Borsten vom Grund der Ährchen lang und biegsam, Ähren dünn (weniger als 10 mm) und unten nicht unterbrochen; Blatt kahl, 3-8 mm breit, am Rand heller und scharf gezähnt
  • Setaria faberi, Fabers Borstenhirse; Neophyt aus China (Vogelfutter!), stellenweise stabil eingebürgert; Ähren ähnlich, aber größer, überhängend; Blätter o’seits zerstreut behaart, 10-20 mm breit, ganze Pflanze bis 150 cm groß
  • Pulicaria dysenterica, Großes Flohkraut; an feuchten Ruderalstellen; Blütenköpfe goldgelb, mit vielen langen, schmalen Zungenblüten um die Scheibe aus Röhrenblüten, Durchm. 15-30 mm; viele Köpfe in lockerer Doldenrispe; Hülle dachziegelig; Blätter und Stängel weißwollig behaart; Blätter herzförmig stängelumfassend; Pfl. riecht zerrieben nach Leber! Früchte d. Röhrenblüten m. ungefiedertem Pappus, die der Zungenblüten nur mit borstigem Krönchen (vgl. Inula: alle mit Pappus)


Dann ging es an einem (wohl manchmal nassen) Graben entlang den Berg hoch:

  • Mentha spicata, Ährige Minze; Blütenquirle in endständigen Ähren; Stängel kahl, aufrecht; Blätter nur auf Mittelnerv behaart, fast sitzend, am Grund herzförmig gerundet, unter der Mitte am breitesten (i.G. zu Mentha longifolia: Blätter in d. Mitte am breitesten; und US filzig, und kurz gestielt …), entfernt nach vorne gerichtet gezähnt; Blätter durch Nervatur stark skulpturiert
  • Epilobium roseum, rosenrotes Weidenröschen; kleinblütig, Blüten anfangs weiß! Blätter etwas gestielt, mit keiligem Grund, entfernt gezähnt, alle gegenständig; Narbe keulig; Pfl. stark verzweigt, oben drüsig, unten kahl; Stängel unten vierkantig, oben wie die Früchte mit behaarten Kantenlinien; StO feucht-ruderal;
  • Epilobium parviflorum, Kleinblütiges Weidenröschen; kleinblütig; Stängel rund, nach oben zu mit 4 Leisten, dicht abstehend flaumhaarig; Blätter lanzettlich, mit abgerundetem Grund sitzend, unten gegenständig, nach oben wechselständig, OS u. US stark behaart, schwach gezähnt; Blüte mit 4-spaltiger Narbe
    -> Epilobium allgemein: Bis unten durchgehend wechselständig sind bei uns nur E. angustifolium und E. dodonaei, durchgehend gegenständig sind viele alpine Arten, bei uns nur E. roseum.
  • Solanum dulcamara, Bittersüßer Nachtschatten; rote Beeren, rechtswindende Kletterpflanze, Blätter z.T. tief gelappt
  • Luzula sylvatica, Wald-Hainsimse; groß (bis 1 m), Stängelblätter nach oben viel kürzer, Blätter 6-12 mm breit, lang bewimpert; Hochblätter bräunlich, viel kürzer als der bräunliche Blütenstand mit bis 4-blütigen Büscheln; Grundblätter heller grün als bei der folgenden Art
  • Luzula luzuloides, Weißliche Hainsimse; kleiner, horstiger, Stängelblätter oben noch lang; Blätter 3-5 mm breit, am Rand lang bewimpert; Hochblatt grün, überragt meist den Blütenstand (wenn der auswächst und fruchtet, ist das Hochblatt auch hier kürzer); Grundblätter dunkler, Blütenstand weißlich, Blütenbüschel bis 10-blütig
  • Carex pendula, Hänge-Segge; s. Protokoll Benzhausen
  • Carex remota, Winkel-Segge; gleichährige Segge, weit auseinanderstehende Ährchen mit langen Hochblättern, eine der häufigsten Seggen an Waldwegen
  • Carex sylvatica, Wald-Segge; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Lamium album, Weiße Taubnessel; s. Protokoll Benzhausen
  • Circaea lutetiana, Großes Hexenkraut; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Impatiens noli-tangere, Rührmichnichtan; Blätter spitz eiförmig, groß und stumpf gezähnt; Blattstiel am Grund mit langgestielter Drüse; jederseits max. 16 Zähne am Blatt; Blüten dottergelb, hängend, mit umgebogenem Sporn; Schlund mit roten Punkten
  • Impatiens parviflora, Kleines Springkraut; Blätter breit spindelförmig, scharf gezähnt/gekerbt (min. 20 Zähne pro Seite); Blattspreite läuft oft keilig in den Blattstiel; Blüten hellgelb, Schlund orange, mit geradem, kurzem Sporn, aufrecht (nicht hängend) in Blütentrauben zu 4-10
  • Impatiens glandulifera, Drüsiges Springkraut; Blüten rosa, Pfl. bis 3 m hoch, oft Stelzwurzeln bildend; Blätter groß, schmal lanzettlich, scharf und eng gezähnt, am Stiel und Blattgrund viele langgestielte, große Drüsen; Kelchblätter kronblattfarbig, 2 kleine und 1 großes, das den nektarhaltigen Sporn ausbildet!
  • Stachys sylvatica, Wald-Ziest; Blüten und Blütenstandsachse drüsenhaarig; Blütenstand aus 4-10-blütigen Scheinquirlen, ohne Hochblätter; Pfl. oben abstehend verzweigt; Blattrand grob, spitz gezähnt, Blätter bis 8 cm breit, nesselförmig, beidseits behaart; mittlere Blätter lang gestielt; Blüten rot m. weißer Zeichng.
  • Rumex conglomeratus, Knäuel-Ampfer; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Scrophularia nodosa, Knotige Braunwurz; Blätter scharf gesägt, gestielt, dunkelgrün, breit lanzettlich; Stängel ausgeprägt 4-kantig; Blüten grün/rotbraun, in endständ. Rispe; Stängel im Blütenstand drüsig, unten kahl; Kelchzipfel schmal hautrandig, oval; Früchte kegelig; Verwechslungsart S. umbrosa = S. alata: stärker verzweigt, Blütenstiele schwächer drüsig, Stängel deutlich geflügelt, Blattgrund mehr keilig; Pfl. mehr am Wasser
  • Prenanthes purpurea, Hasenlattich; Stängel blaugrün, kahl, dünn; Blätter stängelumfassend, geöhrt, nur die unteren gestielt, ganzrandig oder buchtig gezähnt, vorne breiter, auffallend dünn und schlaff; nickende Köpfchen aus 5 purpurnen, oft zurückgeschlagenen Zungenblüten, in Rispen; Früchte m. ungefied. Pappushaaren
  • Eupatorium cannabinum, Wasserdost; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Hypericum tetrapterum, Geflügeltes Johanniskraut; Pfl. oben reich verzweigt, Stängel hohl, deutlich geflügelt; Blätter breit oval, dicht durchscheinend punktiert, halb stängelumfassend m. herzförm. Grund; Pflanze überall zerstreut schwarz punktiert; reichblütiger trugdoldiger Blütenstand, Blüten hellgelb, Kronblätter schmal und spindelförmig; Kelchblätter schmal lanzettlich, spitz
  • Torilis japonica, Gemeiner Klettenkerbel; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Epilobium montanum, Berg-Weidenröschen; kleinblütig, Kronblätter blasslila, breitoval, eingeschnitten; Knospen, Kelch u. junge Kapsel drüsig; Blätter bis weit oben gegenständig, grasgrün, 4-10 cm lang, scharf gesägt, ganz kurz gestielt (<3 mm), Grund herzförmig; Stängel rund, angedrückt kurzhaarig oder kahl; Pfl. aufrecht,nicht oder nur oben wenig verzweigt, ohne Ausläufer
  • Campanula trachelium, Nesselblättrige Glockenblume; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Festuca gigantea, Riesen-Schwingel; Blütenstand überhängend, wie verklebt aussehend; Deckspelzen der 2-9-blütigen Ährchen in eine 10-20 mm lange, oft geschlängelte Granne auslaufend; Blätter 20-60 cm lang, 8-14 mm breit; Blattscheiden offen, untere von unten her rau; Blätter oft gedreht, mit kahlen, weißlichen Sichelöhrchen; Ligula schmal häutig; Stängel am Grund oft rötlich, m. dünnen, zerfasernden Blattscheiden;
  • Arctium lappa, Große Klette; Hülle kahl, Köpfe auf 3-10 cm langen Stielen, fast ebensträußig, aufrecht; Stiel der Grundblätter markig, Blätter so lang wie breit, bis zu 50 cm!, US heller, kahl oder schwach filzig; Köpfe zur Fruchtzeit offen
    Andere Arctium-Arten:
      -> Arctium minus, Kleine Klette; insgesamt kleiner, Köpfe 2,5-3 cm, max. 2cm gestielt, Köpchen zur Fruchtzeit geschlossen, Grundblattstiel hohl, im Querschnitt ovale Höhle
      -> Arctium nemorosum, Hain-Klette; Große Köpfe, kurz gestielt, Blütenstände überhängend; Grundblätter eilänglich, Grund herzförmig, Stiele hohl (U-förmig-ungleichmäßig)
      -> Arctium tomentosum, Filzige Klette; Köpfchen <3 cm, 3-10 cm lang gestielt, dicht spinnwebig; Pfl. kompakt, Gesamtblütenstand wirkt doldig; Kronblätter m. gelben Drüsen

  • Teucrium scorodonia, Salbei-Gamander; ganz häufiger Unterwuchs im Bergwald; Blüten weißlich gelb, Blütenstand verzweigt in langen, einseitswendigen Trauben; Blätter eilanzettlich, gestielt, dunkelgrün, OS stark runzelig, Grund herzförmig, beidseits behaart, Rand unregelm. gesägt/gekerbt; Stängel anliegend behaart; ganze Pfl. unangenehm riechend, 20-80 cm hoch, Grundblätter bis 7 cm, obere kleiner
  • Campanula rotundifolia, Rundblättrige Glockenblume; Grundblätter rund-herzförmig, lang gestielt, hinfällig; Stängelblätter schmal lineal, untere kurz gestielt, kahl (bei C. scheuchzeri ungestielt, Rand bewimpert); Blütenstand mehr als 3-blütig (C. scheuchzeri: max. 3-blütig), Knospen aufrecht, Kelchblätter pfriemlich; (nickend, breiter); Blüten hellviolett (dunkler, größer);
  • Prunella vulgaris, Gewöhnliche Braunelle; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Clinopodium vulgare, Wirbeldost; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Mycelis muralis, Mauerlattich; (Monotypische Gattung!) Stängel glauc, Blütenstand eine vielblütige sparrige Rispe mit kleinen, zitronengelben Blütenköpfchen aus je 5-6 Zungenblüten; Pappus ungefiedert, reinweiß, Früchte schwarz, kurz geschnäbelt; Blätter stängelumfassend geöhrt, leierförmig fiederteilig mit stark eckigen Blattzipfeln und stets großem, meist drei- oder 5-eckigem Endabschnitt
  • Lapsana communis, Rainkohl; Blütenköpfchen ähnlich, aus 8-15 Zungenblüten, nur vormittags offen!; nicht so sparrig verzweigt und Blüten in kleinen, lockeren Rispen zusammengefasst; Stängel und untere Blätter (US) zerstreut steifhaarig, oben kahl; Blätter alle weit buchtig gezähnt, obere lanzettlich, mittlere breiter, untere leierförmig fiederschnittig mit großem Endlappen, aber nie eckig wie bei Mycelis; Früchte ohne Pappus und ohne Krönchen, von den Hüllblättern umschlossen
  • Hypericum maculatum, Geflecktes Johanniskraut; s. Protokoll Hohfirst bei Bollschweil
  • Rosa arvensis, Kriechende Rose; liegend, kletternd oder überhängend; Blüten reinweiß, groß (2,5-5 cm), Kronblätter vorne ausgerandet, Narben auf einer Griffelsäule, an der Hagebutte bestehen bleibend; Kelchblätter seitlich gefiedert, bei Fruchtreife zurückgeschlagen, dann abfallend; Stängel nur mit Stacheln, ohne Borsten; Blätter meist 7-teilig, klein, seitl. Blättchen stumpf-oval, gezähnt, Nebenblätter ungeteilt
  • Melampyrum pratense, Wiesen-Wachtelweizen; s. Protokoll Hinterzartener Moor (dort ssp. paludosum)
  • Silene nutans, Nickendes Leimkraut; dichte Rosette aus gestielten, spateligen Grundblättern; Stängelblätter dicht behaart, Stängel oben klebrig; Blütenstand einseitswendig, Blüten nickend, mit Nebenkrone, Kronbl. tief 2-spaltig, cremeweiß, oft eingerollt; Kelch schmal, Kapsel mit 6 Zähnen aufspringend
  • Solidago virgaurea ssp. virgaurea, Gewöhnliche Goldrute; bis 1m hoch, mit >50 Blütenköpfchen (ssp. minuta ist eine kleinere Alpenvariante: 40 cm, max. 20 Blütenköpfchen); Blätter 3-4 mal so lang wie breit, unterseits mit dunklem Nervennetz; Blätter in einen geflügelten Stiel verschmälert, unregelmäßig scharf gezähnt; Hüllblätter kurz und plötzlich zugespitzt; Körbchen aus Röhren- und Zungenblüten bis 15 mm groß; Pappus nur so lang wie die Frucht (3-4 mm)
  • Oxalis stricta, Aufrechter Sauerklee; gelbblütig, aufrecht, grün; Kapseln locker abstehend behaart (bei O. dillenii dicht anliegend kurzhaarig); ohne jegliche Spuren von Nebenblättern
  • Poa nemoralis, Hain-Rispengras; mit “Grußarm”-Blatthaltung; steht meist auf Abbruchkanten etc., d.h. trocken; Blattscheiden kahl, rund, Ligula sehr kurz (0,5 mm); oberstes Stängelblatt weit oberhalb der Halmmitte; Blattspreiten schmal (2 mm), Blattränder nach vorn gerichtet beborstet; Skispur undeutlich, keine Kahnspitze; Ährchen 2-5-blütig, sehr schmal, Ährchenstiele behaart; „Wegweiser“- oder „Heil Hitler“-Gras
  • Polygonum persicaria, = Persicaria maculosa, Floh-Knöterich; Scheinähren dick, dichtblütig, aufrecht, rosa; Pfl. niederliegend-aufsteigend bis aufrecht, verzweigt; Blätter schmal lanzettlich, kahl, in den Stiel verschmälert; Ochrea behaart, am Rand mit 2mm langen Wimpern; Blütenstandsstiel ohne Drüsen
  • Polygonum mite, = Persicaria mitis, Milder Knöterich; Scheinähren dünn, lockerblütig, überhängend, rosa; Ochrea lang, behaart, am Rand mit bis 5mm langen Wimpern; Blätter über 10 mm breit, schmecken nicht scharf wie bei hydropiper; Tragblätter der Blüten stark bewimpert
  • Echinochloa crus-galli, meist niederliegend-aufsteigend, aber auch aufrecht, büschelweise wachsend; Halme sehr kräftig, frischgrün, kahl, v.a. unten oft rot überlaufen; Blattspreiten bis 14 mm breit, mit kräftigem, weißem Mittelnerv; Blattscheiden ebenfalls kahl, etwas zusammengedrückt, zweischneidig; bis auf wenige Härchen keine Ligula; Blütenstand in mehrere Ähren verzweigt, die einseitig mit Gruppen von Ährchen besetzt sind; Variationen von grannenlos bis langgrannig!
  • Phalaris arundinacea, Rohr-Glanzgras; Großes Gras, kahl, frischgrün, schilfartig, mit kräftigen unterirdischen Ausläufern; 5-10 mm lange, fein behaarte Ligula; Blätter bis 15 mm breit, nur 35 cm lang; Rispe anfangs knäuelig zusammengezogen, oft rötlich; Ährchen mit 1 fertilen Blütchen , daneben 2 haarige Reste reduzierter Blütchen zwischen den viel längeren Hüllspelzen
  • Sisymbrium officinale, Weg-Rauke; Stängel mit rückwärtsgerichteten Haaren; oberste Blätter ungeteilt bis fiederteilig mit schmalen Seiten- bzw. Endabschnitten, untere fiederschnittig bis fast auf den Mittelnerv; Pfl. sparrig verzweigt mit lang auswachsenden apicalen Blütenständen, gelb, m. 2-4 mm langen Kronblättern; Früchte behaarte, sich verjüngende Schoten, die eng an den Achsen anliegen
  • Galinsoga ciliata, Zottiges Knopfkraut; Stängel dicht abstehend behaart, Blätter gegenständig, grob gezähnt, eilanzettlich, locker abstehend und v.a. am Rang behaart; Pfl. stark verzweigt, Blütenstiele mit rotköpfigen Drüsenhaaren; Zungenblüten (meist 5/Köpfchen) weiß, kurz, dreizähnig, aber min. halb so lang wie die Röhrenblütenscheibe im Durchmesser; Früchte lang konisch, behaart, mit weißen Pappusschuppen, diese z.T. in eine Granne auslaufend; Früchte sehen aus wie ein langgezogener „Federball“
  • Malva moschata, Moschusmalve; s. Protokoll Benzhausen




Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 18.07.2019 : Hohfirst bei Bollschweil



Ziel unserer Exkursion oberhalb des ehem. Steinbruchs war ein Wald mit über 150-jährigen Eichen, an dessen Rand sich offene Flächen mit vielen Saumarten finden. Hin- und Rückweg mit interessanten Wald- und Wegrändern; Nachtrag zum Opfinger See: die Für V. anagallis-aquatica gehaltene Strandpflanze war Veronica beccabunga. Klares Unterscheidungsmerkmal (Blätter und Wuchsform können sehr ähnlich sein, s. Protokoll Hinterzarten!) ist der bei V. anagallis-aquatica hohle Stängel, während der bei V. beccabunga stets markhaltig ist!

  • Senecio erucifolia, Raukenblättriges Greiskraut; Blütenköpfe größer und heller gelb, weniger zahlreich und nicht so ebensträußig wie bei S. jacobaea; äußere Hüllblätter halb so lang wie die inneren, abstehend; Blätter gleichmäßig kammförmig fiederschnittig mit linealischen Abschnitten, Endabschnitte nicht vergrößert, an der Spitze 2-3-zipfelig oder ungeteilt; Pappus schmutzigweiß
  • Senecio jacobaea, Jakobs-Greiskraut; Blütenköpfe zahlreich, dottergelb, kleiner, ziemlich ebensträußig angeordnet; Außenhüllblätter nur ¼ so lang wie die inneren, anliegend;Blätter ungleichmäßig zerschlitzt fiederteilig, mit zum Ende verbreiterten, (stumpf) gezähnten Abschnitten; nach unten mit vergrößerten Endabschnitten; Pappus reinweiß, Früchte der Zungenblüten kahl, die der Röhrenblüten dicht kurzhaarig
  • Picris hieracoides, Bitterkraut (mehrere Unterarten); äußere Hüllblätter in mehreren Stockwerken abstehend(wie bei Hieracium umbellatum), schmal-lineal, schwarz- oder weißborstig oder kahl; Blätter buchtig gezähnt, borstig (meist gabelig) behaart, Blattrand oft stark gewellt, Grundbl. gestielt, rosettig; Stängel kantig, mit abstehenden, widerhakigen Haaren sehr rau, fast klebrig; Pfl. oft rot überlaufen; Pappus schneeweiß, gefiedert
  • Clinopodium vulgare, Wirbeldost; Blüten zu 10-20 in 3-10 dichten, hahlbkugeligen Scheinquirlen mit borstlichen Hochblättern, die obersten kopfig gehäuft; Blüten mit gerader, mittig ausgerandeter OL, UL 3-lappig; Blätter gegenständig, stumpf eilanzettlich, kaum drüsig punktiert; ganze Pfl. abstehend +/- zottig behaart
  • Epilobium parviflorum, Kleinblütiges Weidenröschen; einziges kleinblüt. Weidenröschen mit dicht abstehend flaumhaarigem (1-2 mm lang) Stängel, dieser unten rund, oben 4-kantig; Blattgrund keilig, nicht st.umfassend, Blätter oben wechselständig, am Rand kurz drüsig gezähnt (mit aufgesetzten Drüsenköpfchen); die Blütenmerkmale sind ähnlich denen von E. lanceolatum, E. montanum
  • Epilobium hirsutum, Zottiges Weidenröschen; Großblütiges Weidenröschen m. abstehend behaartem Stängel, Kronblätter tief eingeschnitten, rotviolett, Kelchblätter grün, Narbe vierspaltig; Blätter scharf nach vorne gebogen gezähnt (mit Drüsenspitze), unten immer gegenständig, leicht stängelumfassend; Pfl. dicht belaubt, stark verzweigt; Stängel unten kantig, oben stielrund! Früchte mit seidenhaarigen Anhängseln
  • Melilotus albus, Weißer Steinklee; weiße, 4-5 mm lange Blüten in sehr langen, schmalen Trauben; Blätter dreiteilig, mittl. Blättchen gestielt, alle Blättchen lang eiförmig, scharf gezähnt; Nebenblätter klein, linealisch, ganzrandig; Früchte netzrunzelig, kahl, schwarz werdend; Ruderalpflanze, bis 150 cm
  • Euphorbia stricta, Steife Wolfsmilch; Pfl. oft buschig, mehrere Stängel; Verwechslungsart E. platyphyllos: meist nur 1 Stängel, nur oben verzweigt; Tragblätter bei beiden Arten breit dreieckig, oft mit Spitzchen; Stängelbl. eilanzettlich, größte Breite zur Spitze hin (beide); bei E. stricta Blätter gelbgrün und deutlicher vorne gezähnt; Drüsenanhänge kleeblattförmig, ohne Hörner; Kapseln mit zylindrischen Warzen; Stängel oft rot, dünn, Scheindolde meist 3-strahlig, darüber mehrfach gabelig verzweigt; (E. platyphyllos: Warzen halbkugelig; erste Verzweigung 5-strahlig, Blätter blaugrün, haarig, halb stängelumfassend mit „geigenförmigem“ Grund)
  • Campanula trachelium, Nesselblättrige Glockenblume; Blütenknospen weiß, Traube allseitswendig, bis oben beblättert; Kronzipfel lang bewimpert; kugelige Früchte mit persistierenden Kelchzipfeln; Stängel borstig behaart, scharfkantig; Blätter oben sitzend, unten gestielt m. herzförm. Grund, doppelt gesägt
  • Anthemis tinctoria, Färberkamille; Blätter fein fiederschnittig mit kammförmig gezähnten Zipfeln; Pfl. verzweigt; Zungenblüten kurz u. breit, Röhrenblüten dunkler, Köpfchen zuerst flach, dann halbkugelig; Früchte ohne Pappus, Spreublätter imponieren als „Stacheln“; Stängel oben sowie Blattunterseiten und Hüllblätter (mehrreihig) weißfilzig behaart
  • Cirsium vulgare, Gewöhnliche Kratzdistel; Köpfchen groß, einzeln, m. abstehenden, linealischen Hüllblättern; Blätter „3D“-Struktur (wie bei C. eriophorum), mit gelben Dornen, herablaufend -> Stängel dornig geflügelt erscheinend (wie bei C. palustre), Blatt-US und Stängel weißfilzig
  • Melissa officinalis, Zitronenmelisse; stark verzweigt, bis oben beblättert; kleine, weißliche Blüten mit nach oben gebogener Kronröhre zu 3-7 in Halbquirlen, Kelch behaart; Blätter eiförmig, grob gezähnt, riechen beim Zerreiben nach Zitrone
  • Agrimonia eupatoria, Gemeiner Odermennig; Blatt US dicht graufilzig mit wenigen Drüsen; Fruchtbecher bis an den Grund gefurcht, unterste Stacheln nicht zurückgeschlagen, sondern +/- aufrecht; (vgl. A. procera, Großer Odermennig: Blättchen spitziger, Blatt-US reichdrüsig, nicht filzig; Stängel dicht abstehend behaart und drüsig (Wohlgeruch!); Fruchtbecher kaum gefurcht, untere Stacheln zurückgebogen; Kronblätter weniger ausgerandet als bei A. eupatoria)
  • Rumex conglomeratus, Knäuel-Ampfer; Pflanze oft vom Grund an abstehend verzweigt; Blätter fast parallelrandig, unten oft wellig, Grund gerundet od. herzförmig; Blütenstand locker, ausladend, mit vielen lanzettlichen Hochblättern; Blattnerven US großteils grün (bei R. sanguineus rot; bei diesem weniger parallele Bl., Verzweigung erst oben, nur die untersten Blütenknäuel mit Hochblättern). Alle drei Valven mit großer, länglicher Schwiele (bei R. sanguineus nur eine Valve mit großer, runder Schw.)
  • Circaea lutetiana, Großes Hexenkraut; Blätter breit eilanzettlich, lang zugespitzt, am Grund abgerundet; Blattstiel wie Stängel kurzhaarig; Blüten mit 2 tief gespaltenen, rosaweißen Kronblättern; Früchte birnenförmig, nach hinten gerichtet, mit klettenden Hakenborsten; Blütenstand meist verzweigt, lang auswachsend
  • Hypericum hirsutum, Behaartes Johanniskraut; Pfl. am Grund verholzend, dicht behaart, Stängel rund; Blätter bis 6 cm, graugrün, ohne Drüsen, ohne durchscheinende Punkte; Blütenstand rispig, Kronbl. hellgelb, Kelch mit schwarzen Drüsenhaaren
  • Hypericum maculatum, Geflecktes Johanniskraut; Stängel 4-kantig, hohl; Blätter groß, breit, untere ohne durchscheinende Punkte, mit hellen Adern; Kronblätter mit schwarzen Punkten oder Stricheln, oft schmal zusammengerollt; Früchte rote Kapseln; Kelchblätter stumpf oval ohne Spitze
  • Hypericum perforatum, Gemeines Johanniskraut; Blatt viel kleiner (max. 3cm), dicht und fein durchscheinend punktiert; Stängel durchgehend 2-kantig, markig; Kronblätter höchstens am Rand schwarz punktiert; Kelchblätter lanzettlich, kahl, lang, mit Spitze
  • Prunella vulgaris, Gemeine Braunelle; Oberirdische Ausläufer! Blauviolette Blüten in max. 4cm langen kopfigen Ähren sitzen direkt auf dem obersten Laubblattpaar; obere Kelchzähne gestutzt, untere spitzig; (vgl. P. grandiflora: Ohne Ausläufer, Abstand vom Blütenstand (mit kleinen Hochblättern) zum ersten Laubblattpaar min. 1 cm; Blüten größer, Kelchzähne alle gleich, Stängel mit Gliederhaaren)
  • Carex flacca, Blaugrüne Segge; typische Trockenrasen-Art; lange, unterirdische Ausläufer; Grundscheiden rotbraun, Stängel Stumpf dreikantig; Blattränder u. -kiel aufwärts sehr rau; ♀ Ähren dünn- und langstielig, nickend - hängend; Schläuche 3-narbig, ungeschnäbelt, länger als die Spelze
  • Carex sylvatica, Wald-Segge; Grundscheiden braun; immer nur 1 ♂ Ähre, ♀ Ähren hell und sehr dünn, auch dünn- und langstielig, nickend - hängend; Blätter grasgrün, mit 2 vorstehenden Blattnerven auf der OS; Stängel bis zur Mitte beblättert; Schläuche 3-narbig, lang 2-zähnig geschnäbelt; Spelzen breit hautrandig, mit scharfer Spitze auf dem grünen Mittelstreif
  • Sonchus asper, Raue Gänsedistel; Blattgrund schneckenförmig am Stängel anliegend, Blatt ungeteilt oder nur leicht gelappt, Rand dornig gezähnt (fühlbar stechend i.G. zu S. oleraceus), oft stark gewellt; Stängel meist verzweigt, Blütenköpfe (anfangs) kopfig gehäuft; Krone dunkler gelb als S. oleraceus, Köpfchen sonst ähnlich (Hülle glatt, höchstens mit wenigen großen Drüsenhaaren, Pappus schneeweiß …); Früchte zwischen den Längsrippen glatt, nicht runzelig
  • Torilis japonica, Gemeiner Klettenkerbel (=Borstendolde); Stängel fein gerieft, mit nach unten gerichteten Börstchen; Dolde 4-12-strahlig, mit 1 anliegenden Hüllblatt pro Strahl (bei T. arvensis nur max. 1 abst. Hüllblatt pro Dolde!); Fruchtstacheln gebogen, mit stechender Spitze; (vgl. T. arvensis: Fruchtstacheln m. Widerhäkchen)
  • Eupatorium cannabinum, Wasserdost; bis 150 cm hoch, oben reich verzweigt; Köpfchen aus 5-6 rosa Röhrenblüten, aus denen die Griffel weit herausragen; Blätter gegenständig, handförmig 3-5-teilig, gesägt/gekerbt, OS weich behaart, US drüsig; Stängel dicht kurzhaarig, meist rot;






Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 12.07.2019 :
Opfinger See



Eine Mischung aus Kiesflur, Trittrasen, Ruderal- und Ufervegetation erwartete uns rund um den Badestrand (neben dem DLRG-Kiosk am Südende) des Großen Opfinger Baggersees.

  • Centaurium pulchellum, Zierliches Tausendgüldenkraut; meist klein, 3-30 cm, schon weit unten verzweigt; ohne Grundblattrosette; Stängel schmal geflügelt; Kronzipfel schmal, nur 3-4 mm lang, < ½ Länge der Kronröhre; (vgl. Echtes Tausendgüldenkraut, Centaurium erythraea: größer (bis 50 cm), aufrecht, immer erst oberhalb der Mitte verzweigt, Kronzipfel 5-8 mm lang breiter eiförmig, > ½ Länge der Kronröhre; mit Grundblattrosette; Stängel kantig, aber nicht geflügelt)
  • Juncus bufonius/minutulus, Krötenbinse/Kleinste Binse; Abtrennung umstritten; 2-30 cm, Stängel büschelig verzweigt; Blüten einzeln oder zu 2-3 kurz gestielt bis sitzend, alle Perigonblätter spitz, hautrandig; Stängel beblättert, Blätter borstlich bis 12 cm; Staubblätter 6 (J. minutulus nur 3; Pfl. zarter, kleiner)
  • Juncus tenuis, Zarte Binse; Trittrasenpflanze; klein (10-30 cm), horstig; Blütenstand locker, von 1-3 rinnigen Tragblättern überragt; Öhrchen der Blattscheiden trockenhäutig, 2-3 mm lang, zugespitzt; Perigonblätter spitz, min. so lang wie die reife Kapsel; stabil eingebürgerter Neophyt aus N-Amerika
  • Picris hieracoides, Gewöhnliches Bitterkraut; Stängel und Blätter borstig-rau, mit Widerhaken; Blätter buchtig gezähnt + gewellt, obere sitzend, untere gestielt; Zungenblüten oft außen rot, äußere Hüllblätter abstehend (wie bei Hieracium umbellatum); Hülle schwarz- oder weißborstig oder kahl (Unterarten!); Pappus schneeweiß, gefiedert
  • Melilotus albus, Weißer Steinklee/Honigklee; weiße, 4-5 mm lange Blüten in sehr langen, schmalen Trauben; Blätter dreiteilig, mittl. Blättchen gestielt, alle Blättchen lang eiförmig, scharf gezähnt; Nebenblätter klein, linealisch, ganzrandig; Früchte netzrunzelig, kahl, schwarz werdend; Ruderalpflanze, bis 150 cm
  • Mentha aquatica, Wasserminze; Stängel aufrecht, rötlich, zottig abstehend behaart; Blätter unregelmäßig gekerbt/gesägt, rundlich ei-/herzförmig, stark nach Minze riechend; Stängel verzweigt, mit end- und seitenständigen sowie blattachselständigen meist hellvioletten Blütenköpfchen
  • Epilobium parviflorum, kleinblütiges Weidenröschen; einziges W. mit kleinen Blüten, das am Stängel abstehende Behaarung aufweist; Die Blütenmerkmale sind ähnlich denen von E. lanceolatum, E. montanum
  • Carex paniculata cf. Carex x boenninghauseniana (Hybride mit C. remota); Bultensegge mit für C. paniculata viel zu schmalem Blütenstand, den aber die Hybride aufweist; Die andere gleichährige Bultensegge, Carex appropinquata, kommt von der Form des Blütenstandes gar nicht in Frage
  • Verbena officinalis, Gewöhnl. Eisenkraut; Blätter gegenständig, Pflanze schon unten verzweigt, mit langen, lockeren Blütenähren (bis 20 cm); Blätter gezähnt, dreigeteilt mit großer Endfieder oder fiederschnittig; Stängel (unten) 4-kantig, oben drüsig; Blüten 5-spaltig, mit gekrümmter, verwachsener Kronröhre dunkel- bis helllila; Kelch verwachsen, drüsig behaart, mit 5 Kelchzähnen
  • Tussilago farfara, Huflattich; s. Protokoll Hinterzartener Moor (nächstes Protokoll weiter unten auf dieser Seite)
  • Calamagrostis arundinacea, Wald-Reitgras; Rispengras mit 1-blütigen Ährchen, deren Granne wenig länger ist als die Hüllspelzen; Granne entspringt am unteren Rücken der Deckspelze und ist gekniet; Pfl. bis über 1 m groß; Blattspreiten 5-12 mm breit, bis 50 cm lang, bald überhängend; US dunkelgrün glänzend, OS heller und zerstreut lang behaart; Ligula 2 mm, häutig, gestutzt; Blattgrund außen mit Haarbüscheln!
  • Sparganium erectum, Ästiger Igelkolben; Blätter zweizeilig, nie flutend; Infloreszenz verzweigt; Blätter max. 15 mm breit, gekielt, ohne dunkle Queradern zwischen den deutlichen Längsadern unterseits (diese wären typisch für S. emersum, den Einfachen Igelkolben mit einfach-traubiger Infloreszenz und flutenden Blättern)
  • Nuphar lutea, Gelbe Teichrose; Blütendurchmesser 4-5 cm, satt dottergelb; 2-reihiges Perigon mit 5 Kronblättern und innen 13 „Honigblättern“; Narbenscheibe ganzrandig, Schwimmblätter US kahl (vgl. die seltenere Nuphar pumila mit grünlich-gelben Kronblättern, sternförmiger Narbenscheibe und US behaarten Schwimmbl.)
  • Lepidium virginicum, Virginische Kresse; Neophyt aus Virginia, USA; kräftig, in unterschiedlichen Höhen sparrig verzweigt (vgl. L. campestre: Verzweigung erst oben), Blätter lineal-lanzettlich, meist entfernt gezähnt; weiße Kronblätter länger als der Kelch; Stängel mit rückwärts gekrümmten Haaren, Pfl. hellgrün (vgl. L. densiflorum: Pfl. graugrün, kurze Stängelhaare gerade abstehend; Frucht ungeflügelt)
  • Juncus effuses, Flatterbinse; 30-150 cm, horstig wachsend; Blütenstand locker, vielblütig, Blattscheide des Hochblatts beim Blütenstand nicht erweitert; Mark von Blatt und Stängel schwammig, nicht gekammert; Stängelbasis mit matt rotbraunen, spreitenlosen Blattscheiden
  • Juncus inflexus, Blaugrüne Binse; nur 30-70 cm, blaugrün, sonst ähnlich J. effusus; Stängel u. Blatt unten mit gekammertem Mark; Stängelbasis mit glänzend schwarzbraunen Blattscheiden (ohne Spreite)
  • Juncus articulatus, Glieder-Binse; sehr lockere Spirre, überragt das Tragblatt weit; Pfl. 20-60 cm, teils niederliegend-aufsteigend; Stängel am Grund seitlich zusammengedrückt; Mark des Blattes spür- und sichtbar quer gekammert
  • Schoenoplectus lacustris, Gewöhnliche Teichsimse; groß (0,8 - 3 m), oben noch > 5mm Durchmesser; Stängel stielrund, mit weißem, gekammertem Mark; unten lange Blattscheiden mit kurzen Spreiten; Hüllblatt der Spirre überragt den Blütenstand aus bis zu 100 Ährchen; 3 Narben pro Blüte; Blattscheiden innen weißlich, quer gekammert; (vgl. S. tabernaemontani, Salz-Teichsimse: kleiner, dünner, 2 Narben, Spelzen warzig)
  • Agrostis stolonifera, Weißes (oder kriechendes) Straußgras; bis 70 cm, Rispe 10-20 cm; einblütige, grannenlose Ährchen; wächst niederliegend-aufsteigend, Halme und Knoten unten oft rötlich; bis 2 m lange oberirdische Kriechsprosse (daher ein Flutrasen-Gras!); Blätter <20 cm lang, 2-3(-6) cm breit, OS und US rau, Ligula 3-6 mm, häutig, stumpf gerundet
  • Medicago lupulina, Hopfen-Schneckenklee (fruchtend); Früchte braun -> schwarz, eingerollt, stachellos, 2 mm
  • Eupatorium cannabinum, Wasserdost; bis 150 cm hoch, oben reich verzweigt; Köpfchen aus 5-6 rosa Röhrenblüten, aus denen die Griffel weit herausragen; Blätter gegenständig, handförmig 3-5-teilig, gesägt/gekerbt, OS weich behaart, US drüsig; Stängel dicht kurzhaarig, meist rot
  • Lycopus europaeus, Ufer-Wolfstrapp; Stängel 4-kantig, an den Kanten kurz behaart; Blätter charakteristisch tief, grob und +/- stumpf gezähnt, sehr kurz gestielt/fast sitzend; Blüten quirlständig, klein, weiß; Pfl. bis 130 cm groß; Blätter am Rande nach unten gebördelt
  • Bidens frondosa, Schwarzfrüchtiger Zweizahn; nur Röhrenblüten, 6-9 blattartige Hüllblätter vorne abgerundet; Blätter lang gestielt, 3-7-zählig geteilt, Teilblättchen kurz gestielt, dunkelgrün, grob gezähnt; Stängel und Blattstiele oft rotbraun; Früchte gelblich, schwarz werdend, höckerig, mit immer nur 2 Grannen
  • Ceratophyllum demersum, Raues Hornblatt; Blätter gabelteilig (dichotom), nicht gefiedert (vgl. Myriophyllum); Blätter dunkelgrün, derb, behalten außerhalb des Wassers ihre Form; Stängel grün bis rotbraun; Blüten getrenntgeschlechtlich, unscheinbar, blattachselständig
  • Equisetum arvense, Acker-Schachtelhalm; Fertile Triebe nur 25 cm, erscheinen im Frühjahr zuerst und ergrünen nicht, sondern sterben nach der Sporenreife ab; Sterile Triebe mit deutlich gerippten Stängeln und Ästen; 1. Astglied länger als die Stängelscheide (aus 8-10 Zähnen); Zentralhöhle eng; Quirläste 4-kantig, unverzweigt
  • Iris pseudacorus, Gelbe Schwertlilie; groß, Stängel bis 1 m, fast stielrund; Blätter 2-zeilig, bis 30 mm breit, kürzer als der Stängel; Hochblätter grün, nicht häutig (vgl. Iris x germanica)
  • Tripleurospermum perforatum = inodorum = Matricaria maritima ssp. inodora, Geruchlose Strandkamille; Zungenblüten weiß, Köpfe nicht hohl, markig; geruchlos; Hüllblätter mit breitem, bleichem Hautrand an der Spitze; Blätter mehrfach gefiedert, Zipfel fädlich, lang, stachelspitzig, unterseits gefurcht; Pfl. bis 80 cm
  • Centaurea jacea (stark verzweigt!)
  • Sonchus oleraceus, Kohl-Gänsedistel
  • Cirsium arvense, Acker-Kratzdistel; Stängel nicht dornig geflügelt, oft rot überlaufen







Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 21.06.2019:
Hinterzartener Moor



Zu neunt und bei sonnigem Wetter (nachdem es anfangs noch geregnet hatte) konnten wir die Moorvegtation zu einer günstigen Zeit genießen:
Fast alles blühte noch oder schon (oder fast schon)…

  • Cirsium palustre, Sumpf-Kratzdistel; Stängel dornig geflügelt, Pfl. verzweigt, mit kopfig gehäuften Blütenständen; Hüllblätter anliegend mit schwarzen Spitzen, Blütenfarbe kräftig dunkelviolett, Blätter fiederteilig dornig, schmal und mit schmalen Zipfeln; Pfl. nur jung grün, später violett überlaufen
  • Veronica anagallis-aquatica, Blauer Wasser-Ehrenpreis;

    ~~~

    Einschub Ehrenpreis-Arten im /am Wasser: alle mit kahlen Stängeln und seitenständ. Blütentrauben, Blüten
    mittelgroß (ca. 6 mm);
    - Blätter gestielt, stumpf, elliptisch-eiförmig; Blüten tiefblau: V. beccabunga, Bachbunge
    - Blätter sitzend
    - Blätter schmal lineal-lanzettlich, braungrün; Blüten weißlich, Blütenstand sehr locker; in BW sehr selten! V. scutellata, Schild-Ehrenpreis
    - Blätter keilförmig - spitz, +/- gesägt, satt grün
    - Blüten blass blaulila, Stängel bis auf Knoten grün, Blütenstand kahl, Blätter breit (15-30 mm) lanzettlich: V. anagallis-aquatica, Blauer Wasser-Ehrenpreis
    - Blüten blass rosalila, violett geadert; Stängel von unten rot überlaufen, Blätter max. 15 mm breit: V. catenata, Roter Wasser-Ehrenpreis
    - Blüten weißlich, violett geadert, B.Std. reich drüsig, Blätter spitzoval, gesägt, max. 6 mm breit: V. anagalloides, Schlamm-Ehrenpreis

    ~~~

    Nach diesem Exkurs meine ich, dass wir doch die Bachbunge gesehen haben! Die Blätter waren zwar ungewöhnlich lang, aber alles andere als spitz! Und die Blüten waren richtig gut blau …

  • Deschampsia caespitosa, Rasenschmiele; bildet zwei Unterarten aus, eine bis 150 cm, mit dichten Horsten, und eine Waldart: kleiner, weniger dicht, seltener blühend
  • Deschampsia caespitosa ssp. parviflora, Armblütige Rasen-Schmiele; Blattspreiten der Erneuerungssprosse erreichen die Höhe der Rispe (max. 70 cm); Blattspreite nur 3 mm breit, Ligula spitz und lang, Blätter deutlich blaugrün
  • Athyrium filix-femina, Frauenfarn; s. Protokoll Tennenbach (nächstes Protokoll weiter unten auf dieser Seite)
  • Dryopteris filix-mas, Gewöhnl. Wurmfarn; s. Protokoll Tennenbach (-||-)
  • Cardamine flexuosa, Wald-Schaumkraut; meist an quelligen Stellen, am Grabenrand etc., mit wenigblättriger Grundrosette, Teilblättchen auch dort gelappt, nicht so einförmig rund wie bei C. hirsuta; Pflanze bis oben verzweigt, Blätter mit länglichen, gelappten und/oder gesägten Teilblättchen; Blattansatz ohne Öhrchen; Schoten weniger steil abstehend als bei C. hirsuta, Schoten bilden mit ihren Stielen einen Winkel
  • Rhamnus frangula, heute Frangula alnus, Faulbaum; typischer Strauch am Moorrand oder in Feuchtgebieten; Rinde graubraun, oft mit Stich ins lila, mit weißen Punkten; Blüten unscheinbar weiißlich, 5-zählig, zu 1 - 4 in den Blattachseln; Blätter im vordersten Drittel am breitesten, kahl, wechselständig, ganzrandig, mit 7 - 9 Seitennervenpaaren; kugelige Steinfrüchte reifen über rot nach schwarz
  • Carex canescens, Graue Segge; in Mooren, an Ufern, in feuchten Wäldern; gleichährige Segge mit graugrünen, am Rand rauen Blättern (Name!), scharf dreikantigem Stängel; Ährchen 5-10 mm, kaum länglich, höchstens mit Borste als Tragblatt, entfernt stehend, das unterste oft besonders weit abgesetzt; Schläuche glatt, grün
  • Carex rostrata, Schnabelsegge; Schläuche mit langem, 2-zähnigen Schnabel, 3 Narben; 2-4 ♂ Ährchen über 2-3 ♀; unterstes Tragblatt überragt oft den Blütenstand; Stängel blatt, stumpfkantig; Blätter schmal (max. 5 mm), graugrün, oft rinnig eingerollt
  • Carex nigra = C. fusca, Braun-Segge = Wiesen-Segge; noch ca. 30 Synonyme! Kleinsegge in Moorwiesen, nur ca. 30 cm groß; Stängel glatt, scharf dreikantig; rasenbildend (kurze, unterird. Ausläufer); meist nur 1 ♂ Ährchen an der Spitze, 2-3 ♀ darunter; unterstes Tragblatt kürzer als der Blütenstand; Schläuche flach, oben konkav, 2-narbig; Spelzen schwarz, mit grünem Mittelstreif; Grundscheiden braun, glänzend

    Weitere Seggen kommen im Hochmoorbereich vor (heute leider nicht gefunden):
      - Carex limosa und
      - Carex pauciflora.

    Auf der Nasswiese nach Norden hin wachsen auch
      - Carex leporina,
      - Carex echinata
      - Carex panicea
      - Carex paniculata
      und - Carex dioica


  • Glyceria fluitans oder Glyceria declinata, Wasser-Schwaden oder Blaugrüner Schwaden; wächst sternförmig niederliegend-aufsteigend, unten rote Blattscheiden; lange, spitze Ligula, leichte Kahnspitze (bei G. fluitans angeblich keine Kahnspitze lt. FV)
  • Eriophorum vaginatum, Scheidiges Wollgras; einköpfig, im Hochmoorbereich
  • Eriophorum angustifolium, Schmalblättriges Wollgras; mehrköpfig, im Niedermoorbereich
  • Melampyrum pratense ssp. paludosum, Wiesen-Wachtelweizen; Blüte ganz gelb, längere Kronröhre als der Kelch, dieser anliegend, Kelchzähne schmal; vgl. M. sylvaticum, Wald-Wachtelweizen: Kurze Kronröhre, Kelch mit breit dreieckigen Kelchzähnen länger als die Kronröhre, Kelchzipfel nach außen gebogen
  • Betula pubescens, Moor-Birke; junge Zweige ohne Warzen (vgl. B. pendula), Blätter mehr rautenförmig als dreieckig
  • Equisetum fluviatile, Teich-Schachtelhalm; sterile und fertile Sprosse erscheinen noch ohne quirlige Äste, die sich später erst entwickeln; Sporenähre stumpf, anfangs schwarz; Zentralhöhle sehr weit (min. 80% des Durchmessers) ohne Nebenhöhlen; Scheidenzähne viele, schwarz ohne weißen Rand, darunter oft orange
  • Andromeda polifolia, Rosmarinheide; Stängel unten verholzt, Blätter lineal lanzettlich, derb, kahl, immergrün, mit tiefer Längsfurche oberseits und nach unten gerolltem Rand; OS d’grün, US weißlich; Blüten hellrosa, in lockeren, doldenartigen Blütenständen; Blüten u. Früchte kugelig
  • Vaccinium oxycoccus = Oxycoccus palustris, Moosbeere, Cranberry; auf dem Boden kriechender, fadenförmiger Stängel; Blätter spitz, nur 8-10 mm lang, US weiß bereift, entfernt stehend; Blüten mit 4-5 zurückgeschlagenen Kronzipfeln (sieht ähnl. Solanaceenblüte aus), rosa; Früchte kugelig, bis 10 mm, gelbrot - rot
  • Vaccinium myrtillus, Heidelbeere; Stängel grün, scharfkantig; Blätter hellgrün, kahl, gesägt, spitz; Blüten rötlich-grünlich, einzeln in Blattachseln, krugförmig; Beeren blau, blaufleischig, mit rotem Saft
  • Vaccinium uliginosum, Rauschbeere; Stängel braun, rund; Blätter stumpf gerundet, ganzrandig, matt blau-grün; Blüten weißlich - rot, mit ebenfalls vorn eingeengter Glocke; Beeren größer, blauschwarz mit hellem Überzug; Saft und Fruchtfleisch farblos; Nur rauscherzeugend, wenn ein best. Pilz die Früchte befallen hat; Zucht-„Heidelbeeren“ im Handel sind zum Teil V. uliginosum, zum Teil V. corymbosum (Garten-Heidelbeere).

    Die beiden o.g. Vaccinium-Arten sind sommergrün und werfen ihr Laub im Herbst ab. Immergrün ist
  • Vaccinium vitis-idaea; Preißelbeere; Blüten offen glockig, zu mehreren; Beeren rot, Blätter ledrig, glänzend
  • Menyanthes trifoliata, Fieberklee; Blätter dreizählig, matt, groß; Blüten zu 10 - 12 in endst. Traube, 5-zählig, bärtig, weiß; Stängel steigen aus kriechendem Wurzelstock auf, rund, kahl, m. Schuppenblättern; Frucht eine 2-klappige Kapsel, grün
  • Potentilla erecta, Blutwurz; s. Protokoll Tennenbach
  • Salix aurita, Ohrweide; Nebenblätter groß, nierenförmig, gezähnt; Blätter runzelig, d’grün, US graufilzig, später verkahlend; diesjährige Triebe braun, flaumig behaart, vorjährige rot oder grau, kahl; ♂ und ♀ Kätzchen silbergrau flaumhaarig (Palmkätzchen)
  • Pinus mugo agg., Artengruppe Berg-Kiefer; Nadeln zu 2, Rinde grau, Höhe bis 25 m
  • Pinus mugo ssp. mugo, Latsche, Legföhre; mehrstämmiger Strauch, symmetrische Zapfen
    - Ein- oder mehrstämmige Bäume mit asymmetr. Zapfen:
  • Pinus uncinata, Haken-Kiefer; wird sehr groß, hat asymm. Zapfen m. hakig zurückgebog. Schuppenschild; kommt bei uns fast nur als Gartenbaum vor; immer einstämmig!
  • Pinus rotundata, Moor-Kiefer = Moor-Spirke; ein- oder mehrstämmiger, max. 10 m hoher Baum mit asymm. Zapfen und buckligem Schuppenschild, kaum hakig zurückgebogen
  • Dactylorrhiza maculata, Geflecktes Knabenkraut; Blätter gefleckt, schmal (1,5 cm)
  • Dactylorhiza majalis = D. latifolia, Breitblättriges Knabenkraut; Blätter meistens gefleckt, breit (4 cm)

    Zu den Orchideen: Hier herrscht ein babylonisches Sprachengewirr! Ihr findet in jedem Buch andere Verwandtschaften, es gibt fließende Übergänge, eindeutig erkennbare Arten heißen mal so, mal so. Konsens scheint zu sein, dass Knabenkräuter/Fingerwurzen mit beblättertem Stängel jetzt Dactylorrhiza heißen, und Orchis nur noch die mit max. 2 Scheidenblättern unten am Stängel.
    Vielleicht finden wir ja jemand, der uns zu den Orchideen im Winter mal einen Vortrag halten kann?!
    Hat dazu jemand eine Idee?


  • Crepis paludosa, Sumpf-Pippau; Blütenstand verzweigt, vielköpfig, Stängel mit großen, kahlen, hellgrünen Stängelblättern, ringsum weitbuchtig gezähnt, breit geöhrt; nur Tragblatt unter der 1. Verzweigung kleiner; Grundblätter auch buchtig gezähnt, eilanzettlich, aber (geflügelt) gestielt (am Stängel alle sitzend); Blütenköpfe ca. 3 cm, nicht sehr dichtblütig, Narben schwarzgrün; auf den Mittelrippen der Hüllblätter eine Reihe kräftiger schwarzer Borsten mit gelbbraunen Drüsenköpfen
  • Caltha palustris, Sumpfdotterblume; s. Protokoll Benzhausen (weiter unten auf dieser Seite)
  • Bistorta officinalis, Schlangen-Wiesenknöterich; s. Protokoll Bienengarten Mundenhof (-||-)
  • Myosotis „palustris“, Sumpf-Vergissmeinnicht; s. Protokoll Tennenbach (-||-)
  • Tussilago farfara, Huf-Lattich; vorblütig, d.h. Blätter erscheinen erst, wenn die blattlosen Blütentriebe abgeblüht sind; Blattstiel im Querschnitt U-förmig (Petasites albus: rund), Blattzähne mit dunkler Spitze (Petasites albus auch etwas stachelspitzig, aber nicht dunkel gefärbt); US bei beiden anfangs weißfilzig
  • Valeriana dioica, Sumpf-Baldrian = Kleiner Baldrian; gehört heute zu den Caprifoliaceen! ♂ Blüten rosa, ca. 3mm, ♀ Blüten weiß, ca. 1mm; Pfl. klein, mit ungeteilten Grundblättern; Stängelblätter gefiedert, mit stark vergrößertem Endfieder und nur wenigen Paaren Seitenfiedern; Verwechslungsart (wegen der geringen Größe): V. tripteris mit (oben) dreiteiligen Stängelblättern; alle Blätter stumpf buchtig gezähnt; alle Blüten zwittrig
  • Scirpus sylvaticus, Waldsimse; s. Protokoll Tennenbach
  • Ranunculus flammula, Brennender Hahnenfuß; aufsteigend, oben verzweigt, rel. viele Blüten; Blüten blass-gelb, glänzend, klein, mit anliegenden Kelchblättern; alle Blätter ungeteilt, die lanzettlichen, kurz gestielten Stängelblätter mit sitzender Scheide und angedeuteter Zähnung; die Grundblätter länger gestielt, eiförmig, ganzrandig; Stängelglieder gerade, oft rötlich überlaufen
  • Pedicularis palustris, Sumpf-Läusekraut; rosarote Blüten in einem lockeren, vielblütigen Blütenstand; Pfl. 20-40 cm hoch, Seitenäste meist aufrecht (bei P. sylvatica meist liegend); fiederteilige Hochblätter deutlich länger als der mehr als 5-rippige Kelch; Blattfiedern ungezähnt; (P. sylvatica ist wenigblütig, hat einen aufgeblasenen, 5-kantigen Kelch, die Blattfiedern sind gezähnt.)
  • Rhinanthus minor, Kleiner Klappertopf; Blütenschlund offen, Kronröhre deutlich kürzer als der kahle Kelch, Tragblätter der mittlern Blüten kurz gezähnt, grannenlos; Blätter deutlich dunkelgrün
  • Lychnis flos-cuculi, Kuckucks-Lichtnelke (heute zu Silene gestellt); s. Protokoll Tennenbach
  • Molinia caerulea, Blaues Pfeifengras; Stängel mit Knoten erst ganz unten; Ligula ist ein kurzer Wimpernkranz; auf der OS der Blätter zerstreute, sehr lange Haare! Blütenrispe dunkel-braunviolett überlaufen; Blütenrispe kann bis 50 cm lang sein; vgl. Molinia arundinacea: Pfl. 100-200 cm hoch, sehr ähnlich, aber: unterste Deckspelze 5-7 mm lang, zugespitzt; Bei M. coerulea 3-4 mm lang, abgerundet
  • Cynosurus cristatus, Wiesen-Kammgras; s. Protokoll Tennenbach
  • Sanguisorba officinalis, Großer Wiesenknopf; in Feuchtwiesen, bis 150 cm groß; Kelchblätter rotbraun, Blüten mit 4 kurzen, aufrechten Staubfäden; Fiederblättchen der Grundblätter mit 12-20 Zähnen; vgl. Sanguisorba minor: in Wiesen und Trockenrasen, meist <100 cm; Kelchblätter grün, Blüten mit über 20 langen, hängenden Staubblättern; Fiederblättchen grob gezähnt mit 5-10 Zähnen

    Am Bahnhof angepflanzt fanden wir noch zwei Erlenarten (die dort nicht natürlich vorkommen würden):
  • Alnus viridis, Grünerle; in alpinen und subalpinen Hochstaudenfluren, Lawinenbahnen, an Bachrändern; Knospen ungestielt, lackbraun, zugespitzt; Blätter eiförmig, doppelt gesägt, mit 6-8 Seitennervenpaaren; Blätter OS glänzend, US heller, Nerven behaart; Pfl. max. 3 m groß, vielstämmiger Strauch
  • Alnus incana, Grau-Erle; Auwälder der Alpenflüsse, sonst angepflanzt als Forstbaum; Knospen matt, gestielt, stumpf; Blätter mit 8-12 Seitennervenpaaren, zugespitzt, unterseits ganz behaart; junge Triebe grau behaart







    Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 14.06.2019:
    Tennenbachtal mit Schwerpunkt Farne



    Zu acht und bei trockenem Wetter haben wir Wegränder, Steinbrüche und Wiesen entlang des Aubächle inspiziert, anschließend kamen noch die Raritäten in Klemens‘ Garten dran. Nebenher gab es noch ein wenig Zoologie: Salamanderlarven, Ringelnattern, Fadenmolche, Gelbbauchunken, Tümpelfrösche und eine Blindschleiche waren nicht zu übersehen. Dazu noch Aaskäfer (Oiceoptoma thoracica) an einer toten Ringelnatter und Larven vom Gelbrandkäfer (Dytiscus spec.).

    Gleich an der Brückenmauer am Parkplatz wächst

  • Asplenium trichomanes, Braunstieliger Streifenfarn: s. weiter unten
  • Equisetum palustre, Sumpf-Schachtelhalm; fertile und sterile Sprosse unterscheiden sich nur durch die Sporenähre (2-3 cm lang) an der Spitze; Stängel dünn (3-4 mm), gefurcht, Quirläste 5-kantig; einzeln od. in kl. Herden
  • Potentilla erecta, Blutwurz; kleinblüt. Potentilla m. 4 Kronblättern; Blätter 3-teilig, mit durchwachsenen Nebenblättern 5-teilig wirkend; Teilblättchen lang tropfenförmig, nur vorne gezähnt; Wurzel innen gelborange
  • Alchemilla spec., Frauenmantel; viele Arten, nicht näher bestimmt …
  • Scirpus sylvaticus, Waldsimse; bis 1 m hohes Sauergras, Stängel stumpf dreieckig, steif aufrecht; Blütenstand ist eine - voll aufgeblüht - ausladende Spirre mit über 100 Blütchen in Knäueln zu 2-5 an den Spirrenästen; Blätter flach mit breiter Rinne, 1-2 cm breit; unter dem Blütenstand 1-3 kurze Hochblätter; steht in Feuchtwiesen, am und im Wasser, bildet lange Ausläufer
  • Sparganium spec., Igelkolben (hier 2 Arten!); hier am feuchten Graben wohl S. erectum, eine Sammelart: Blattoberseite glatt, Unterseite scharf gekielt, Blätter steif aufrecht; Stängel mit mehrköpfigen Zweigen, Köpfchenknospen dunkel; Blattstellung zweizeilig
  • S. emersum, Einfacher Igelkolben, steht meist tiefer im Wasser, Stängel ist unverzweigt, blätter sind mehr, schmaler, länger (bis 2 m) und im Wasser flutend; Köpfchenknospen hell
  • Silene flos-cuculi, Kuckucks-Lichtnelke; (auch Fruchtstände mit dunkelrot geaderten Kapseln, 5 zurückgebogene Zähne); Kronblätter tief 4-teilig zerschlitzt, fleischrosa; Blütenstand reich verzweigt, mit wenigen kleinen Tragblättern; Stängelblätter lanzettlich, ganzrandig, Knoten rot; Grundblätter rosettig, spatelig
  • Equisetum silvaticum, Wald-Schachtelhalm; fertile Sprosse (braun) ergrünen nach der Sporenreife und bilden mehrfach verzweigte Seitenäste aus (wie die sterilen Sprosse von vorneherein aussehen); Stängelscheiden mit hellbraun-fuchsroten Zähnen, die zu 3-4 Zipfeln verwachsen sind
  • Athyrium filix-femina, Frauenfarn; deutlicher Stiel, Fiedern verjüngen sich nach unten (3,4 oder 5), hören dann auf; hellgrün, „feingliedrig“ (Fiederchen regelmäßig selbst fiederschnittig); Blattspindel ausgereift grün bis rosa, US mit keuligen Haaren (-> junge Blätter „mehlig“); Sori kommaförmig, m. persistierendem Schleier
  • Athyrium distentifolium (= A. alpestre) bei uns nur in Yach und auf dem Kandel; Sori stärker gekrümmt (Hufeisenform), näher am Rand, Blattspindel-US ohne Keulenhaare, Blattspindel ausgereift goldgelb
  • Oreopteris limbosperma, Bergfarn; Fiederchen glattrandig, nicht vollst. getrennt, Blättchenrand umgerollt; Aspekt und Farbe ähnlich Frauenfarn, aber Seitenfiedern (unterste sehr kurz) bis an den Boden; Sori klein, nierenförmig, außen am Rand; Blätter in dichten, aufrechten Rosetten, zerrieben mit Zitrusduft; Blattspindel überall mit zerstreuten, hellgelben Spreuschuppen

    Dornfarne sind ein Teil der Gattung Dryopteris (Wurmfarn), sie zeichnen sich durch lange Blattstiele und asymmetrische unterste Fiedern aus: die zum Boden gerichteten Grundfiederchen sind viel länger als die oben! Dornfarne mögen sauren Boden und haben stachelsitzige Blättchen;

  • Dryopteris dilatata, Breiter Dornfarn; Blätter hängen über, Spreuschuppen mit dunklem Mittelstreif, OS aller Blätter im Horst nach innen gerichtet (Gleichmäßiger Trichter); Blatt eher dunkel, derb
  • Dryopteris carthusiana, Gewöhnlicher Dornfarn; Blätter steif aufrecht, aber OS der Blätter nicht ausgerichtet; Spreuschuppen gleichmäßig hellbraun; Fiederchen stark fiederschnittig, Zähne grannenartig zugespitzt; Blatt dennoch heller, eher hinfällig
  • Dryopteris remota, Verkannter Dornfarn; Asymmetrie d. unteren Fiedern weniger ausgeprägt, Blatt eher schmal; Fiederspindel OS am Grunde violettschwarz; sehr derb und ausdauernd
  • Dryopteris affinis aggr., Schuppen-Wurmfarn; hier Unterart D. borreri: Fiederchen dicht gedrängt, parallelrandig, vorne mehr schräg oder gerade abgeschnitten als gerundet; Rhachis von Blatt wie von Blättchen unterseits hell, braun spreuschuppig, Fiederspindel US am Grunde oft violettschwarz
  • Dryopteris filix-mas, Gemeiner Wurmfarn; Blatt grasgrün, kahl, Fiederchen ringsum gezähnt; Fiederspindel an der Basis grün (vgl. D. remota), nur schwach spreuschuppig; 3-10 große , runde Sori an der Mittelrippe jedes Fiederblättchens; Blattspreite nach dem Grund hin deutlich verschmälert, aber mit deutl. abges. Stiel
  • Blechnum spicant, Rippenfarn; Blätter schmal, nur 1-fach fiederschnittig, ungestielt; fertile Wedel aufrecht, mit schmalen und entfernten Fiedern; (vgl. Polypodium vulgare, Gemeiner Tüpfelfarn: deutl. abgesetzter Blattstiel! Spreite breiter, alle Blätter gleichartig)
  • Brachypodium silvaticum, Wald-Zwenke; Blätter hell, spindelförmig, überhängend; Knoten stark behaart (s.a. Protokoll Sängerruh 2019 weiter unten auf dieser Seite)
  • Glyceria cf. declinata, Blaugrüner Schwaden; Artengruppe G. fluitans agg.; Wuchsform niederliegend-aufsteigend, Blätter mit Kahnspitze (bei G. fluitans s. str. angeblich keine K.?!); Hüllspelzen weniger als halb so lang wie das Ährchen; keine Grannen sichtbar; Blattscheiden bis fast oben geschlossen; Doppelrille auf Bl.OS
  • Pteridium aquilinum, Adlerfarn; 3-4-fach gefiedert, Fieder 1. Ordnung bilden Stockwerke aus; Fiederchen 3. Ordnung tragen Sori unter dem eingerollten Rand; oft selbst noch gelappt bzw. fiederschnittig; duch tief wachsendes Rhizom große Herden bildend; An den Abzweigen der Fiedern 1. Ordnung Nektarien
  • Myosotis „palustris“, Sumpf-Vergissmeinnicht; blüht hellblau oder weiß; könnte sein:
    - Myosotis scorpioides, Sumpf-Vergissmeinnicht; Stängel rund, Blütenstand unbeblättert, Grundblätter immer mit zur Blattspitze gerichteten angedrückten Haaren;
    - Myosotis nemorosa, Hain-Vergissmeinnicht; Stängel kantig, blütenstand mit max. 2 Blättchen, US der Grundblätter rückwärtsgerichtet behaart
  • Lycopus europaeus, Europäischer Wolfstrapp
  • Scrophularia nodosa, Knotige Braunwurz
  • Phegopteris connectilis, Buchenfarn; Wedel stehen einzeln und lang gestielt auf einem Kriechrhizom; unterstes Fiederpaar auffallend nach rückwärts und aus der Blattfläche gerichtet; kleine runde Sori nahe am Blattrand; Blätter klein (30 cm), OS glänzend, US spreuschuppig behaart
  • Thuja vs. Chamaecyparis: vegetativ schwer zu unterscheiden, am ehesten durch den Geruch beim Zerreiben: Thuja riecht orangig-angenehm, Chamaecyparis riecht terpentinartig-unangenehm
  • Inpatiens noli-tangere, Großes Springkraut; Blüten dottergelb, hängend, mit gekrümmtem Sporn und roten Punkten im Schlund; Blätter eiförmig mit max. 16 stumpfen Zähnen jederseits; eher matt graugrün, stumpf
  • Impatiens parviflora, Kleines Springkraut; Blüten hellgelb, in aufrechten Trauben, Schlund orange, Sporn kurz und gerade; Blätter mit min. 20 mehr spitzen Zähnen jederseits; eher hellgrün, spitz, wechselständig
  • Impatiens glandulifera, Drüsiges Springkraut; Blätter viel größer, fein gezähnt, gegenständig bis wirtelig; gestielte Drüsen an Blattstielen und am unteren Blattrand; Blüten rosa
  • Circaea lutetiana, Großes Hexenkraut (Oenotheraceae bzw. neu: Onagraceae); d’grüne, lang zugespitzte, oft fein gesägte Blätter; Blüten < 1 cm, weiß bis rosa, mit 2 tief gespaltenen Kronblättern, langer Narbe, hinfällig; Früchte rückwärts abstehend, mit steifen, klettigen Drüsenhaaren

    Polystichum, Schildfarn; Seitenfiedern haben „Fäustlingsform“ mit „Daumen“: Basisblättchen der Seitenfiedern
    ist deutlich vergößert (P. aculeatum), oder die ungeteilte Seitenfieder zeigt „Daumen nach oben“ (P. lonchitis); Wo das Basisblättchen der Seitenfiedern kaum vergrößert ist (P. braunii, P. setiferum), zeigen die Fiederchen selbst die Fäustlingsform. Wedel insgesamt lang und schmal i.Vgl. zu Dryopteris; Blattzähne m. Grannenspitze;
    Sori rund, mit schildförmigem Schleier (Dryopteris mit nierenförm. Schleier)

  • Polystichum aculeatum (= lobatum), Gelappter Schildfarn; Fiedern zum Blattgrund stark verschmälert, Stiel kurz (ähnl. Bergfarn); Blatt lederig, überwinternd; Fiederchen ungestielt, an Fiederrippe herablaufend
  • Polystichum setiferum, Borstiger Schildfarn; Blattumriss nach unten kaum verschmälert, abrupt endend, mit längerem Stiel, dicht spreuschuppig; Fiederchen kurz, aber deutlich gestielt
  • Solanum dulcamara, Bittersüßer Nachtschatten; Blüten violett, Früchte rot, länglich; Blätter gestielt, eiförm.-lanzettlich, meist ganzrandig, aber auch (untere) mit einem nach hinten stehenden Fiederpaar (wie es sonst nur für Lapsana communis typisch ist!)
  • Galium palustre agg., Sumpf-Labkraut; sparrig verzweigt mit langen Internodien - Wuchsform erinnert an Stellaria graminea! Kleine Blütchen in lockeren Blütenständen, Blätter zu 4-5 im Wirtel, Stängel und Blattränder mit feinen Stacheln;
    Das Aggregat enthält zwei Arten:
    - G. elongatum, Hohes Labkraut; größer, steif aufrecht, Knoten oft rot, Blätter 20-35 mm, blüht ab Juni mit ca. 4 mm großen Blüten;
    - G. palustre s. str., Sumpf-Labkraut; kleiner, schlaff, Blätter nur 5-15 mm, Blüten nur 3 mm, blüht bis Juni
  • Phyllitis scolopendrium, Hirschzungenfarn; Aspleniaceae; Blätter ungeteilt, mit streifenförmigen Sori; meist im tiefen, dauerfeuchten Schatten, aber wärmeliebend
  • Cynosurus cristatus, Wiesen-Kammgras; jeweils mehrere, 2-5-blütige Ährchen wechselständig-zweizeilig an der Ährenachse; unterhalb jedes Ährchens ein kammförmiger Zweig mit sterilen Spelzen; Blätter kurz, max. 2 mm breit, unterseits d’grün, matt, gerieft; Ligula häutig, kurz, mit kl. rundem Zahn beidseits
  • Potentilla reptans, Kriechendes Fingerkraut; Blüten wie Blätter einzeln, lang gestielt, entspringen aus den Knoten der dort auch wurzelnden, roten Ausläufer; Blüten groß, dottergelb, mit ausgerandeten Kronblättern; Blätter meist 5-zählig, unterseits schwach behaart, am Rand gerne rötlich

    In Klemens‘ Garten gab es noch folgende Raritäten der Farnwelt:

  • Matteuccia struthiopteris, Straußfarn; bildet dichte, auffällige Trichter; sterile Wedel ähnlich Wurmfarn, die untersten Fiederchen bedecken oft die Blattspindel (Rhachis); fertile Wedel viel schmaler, kleiner, braun; erscheinen im Zentrum des Trichters und ähneln Straußenfedern (-> Name!); die Art wächst gerne am Gewässerrand; außer in Sachsen und Thüringen überall auf der Roten Liste
  • Polystichum setiferum, Borstiger Schildfarn; s.o.
  • Osmunda regalis, Königsfarn; sehr groß, auch die einzelnen Wedel; fertile Blätter sind zweigeteilt, unten wie die sterilen Bl., im oberen Teil bilden sich braune, kleine, sporangientragende Fiederchen; grüne Fiederblättchen groß bis 6 cm), oval, stumpf, fein gesägt
  • Gymnocarpium dryopteris, Eichenfarn; Stiel viel länger als Spreite, Blatt breit dreieckig, unterste Fiedern so groß wie der Rest des Blattes; Pfl. komplett kahl; Fiederchen deutlich gelappt; auf saurem Boden; Sori rund, ohne Schleier, nahe am Außenrand der Lappen
  • Gymnocarpium robertianum, Rupprechtsfarn; Schwesterart auf Kalk, verträgt volle Sonne; unterste Fiedern nicht ganz so groß und Stiel nicht ganz so lang wie beim Eichenfarn; Blattunterseite, Rhachis und Stiel sind dicht kurzdrüsig
  • Polystichum lonchitis, Lanzen-Schildfarn; alpin, auf Blockhalden; 1-fach gefiedert (s.o.)
  • Adiantum capillus-veneris; Stiele dünn, glänzend schwarz, zerbrechlich; Teilblättchen keil- bis fächerförmig, ca. 1cm, ähneln Ginkgoblättern; wärmeliebend, in Höhlungen

    Asplenium, Streifenfarn: zierliche Farne mit strichförmigen Sori (bis auf A. septentrionale):

  • Asplenium ruta-muraria, Mauerraute; Blätter dunkelgrün, ausdauernd, Stiel oben grün, min. so lang wie die Spreite; 2-3-fach gefiedert, Teilblättchen klein, fächer- oder fischschwanzförmig, sehr variabel
  • Asplenium septentrionale, Nördlicher Streifenfarn; montan - alpin; Spreite stark reduziert, gabelig verzweigt, Sori bedecken fast die ganze verbleibende Blattunterseite; Stiel oben grün, viel länger als die „Spreite“
  • Asplenium trichomanes, Braunstieliger Streifenfarn; Blatt sehr schmal, einfach gefiedert; Stiel und Rhachis komplett schwarzbraun, beidseitig schmal geflügelt; häufig in Felsspalten und Mauerfugen
  • Asplenium viride, Grünstieliger Streifenfarn; optisch ganz ähnlich dem vorigen, aber Stiel länger, ganze Blattspindel grün; montan-alpine Schluchtwald-Art
  • Asplenium adiantum-nigrum, Schwarzstieliger Streifenfarn; 2-fach gefiedert, Blattumriss dreieckig; Stiel so lang wie die Spreite, Stiel und untere Rhachis braunschwarz; OS d’grün glänzend
  • Asplenium ceterach (= Ceterach officinarum), Milzfarn; Spreite einfach fiederteilig, ledrig, graugrün; Fiedern oval, eng aneinander, breit an der Rhachis; unterseits filzig-spreuschuppig, blassbraun;

  • Thelypteris palustris, Sumpf-Lappenfarn; Blattform ähnlich wie bei Polystichum setiferum, Blattfiedern nur fiederschnittig (gelappt); Wedel stehen einzeln, Stiel kann sehr lang sein: stehen gerne am und im Wasser! Ganze Blattachse rund und kahl
  • Dryopteris cristata, Kamm-Wurmfarn; ähnlicher Aufbau wie bei vorigem, aber untere Fiedern deutlich gestielt, weit voneinander entfernt und nach unten verkürzt; sterile Wedel stehen schräg, fertile sind größer, steif aufrecht, und tragen die Fiedern verdreht (bilden Etagen); Art der Erlenbruchwälder
    Im Halbdunkel des späten Abends waren noch zwei gelbblühende Digitalis-Arten zu erkennen:
  • Digitalis grandiflora, Großblütiger Fingerhut
  • Digitalis lutea agg., Gelber Fingerhut; (hier wohl ssp. australis)


    Anlagen:

    Anhang: Hier zum "Handout Farne" von Jan

    Dokument "Farn-Bestimmung" von Klemens Fritz


    Link zum Wikipedia-Artikel "Farnblüte"








    Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 31.05.2019:
    Orchideenwiese oberhalb „Sängerruh“



    Zu siebt und bei bestem Wetter haben wir die Wegränder entlang der NO-exponierten, halbschattigen Naturschutzfläche (Betreten strengstens verboten!) erkundet.
    Neben Listera ovata (in großer Menge) begannen einige Exemplare von Gymnadenia conopsea gerade aufzublühen.
    Oberhalb im Wald fanden wir u.a. :

  • Cardamine heptaphylla, Fieder-Zahnwurz; fruchtend; Mullboden- und Schattenpflanze; bei uns an ihrer nordöstlichen Verbreitungsgrenze (westpräalpin); Stängelblätter deutlich entfernt, wechselständig (vgl. C. ennaeaphyllos, C. kitaibelii: Stängelblätter genähert, fast quirlständig); B. gefiedert, nicht gefingert (vgl. C. pentaphyllos, C. ennaeaphyllos); Blüten weißlich
  • Chaerophyllum temulum, Taumel-Kälberkopf; Blätter 2-fach gefiedert, Stängel durchgehend steif abstehend behaart u. rot gefleckt; Blüten weiß, Hülle fehlend, Hüllchen bewimpert, Früchte < 1cm, kahl, ungeschnäbelt, flach gerippt; Stängel unter den Knoten verdickt, Blattzipfel stumpf
  • Melica uniflora, einblütiges Perlgras; Blütenstand verzweigt, sehr lockere Rispe, +/- aufrecht, Ährchen 1-2 - blütig; Hüllspelzen nicht hautrandig; Blattscheide gegenüber der Spreite mit Sporn!

    Am Übergang Wald - Wiese gab es interessante Artenpaare:
  • Brachypodium sylvaticum, Wald-Zwenke; Pfl. dunkelgrün, Zwenkenblatt (am Grunde schmal, in der Mitte breit), Scheide locker abstehend, Blatt OS dicht weich behaart; Ligula 2-4 mm, abgerundet, behaart; Blätter wie die Ähren überhängend, 7- 14 mm breit; Ähre mit 5-9 wechselständigen, kurz gestielten Ährchen, diese 6-11-blütig, mit spitzen, behaarten Hüllspelzen, behaarte Deckspelzen mit langen, geschlängelten Grannen; Knoten dicht kurz behaart
  • Brachypodium pinnatum, Fieder-Zwenke; Bl. hellgrün (Zwenkenform); Ährchenstiele dicht behaart, Grannen 2-5 mm an den behaarten Deck- und Hüllspelzen; Blätter unterseits durch kurze Stachelhaare rau, Ligula ein 1-3 mm breiter, häutiger Saum; Blattscheiden (v.a. oben) und Knoten zerstreut behaart, Stängel kahl
  • Knautia dipsacifolia, Wald-Witwenblume; alle Blätter ungeteilt, steifhaarig oder kahl
  • Knautia arvensis, Acker-Witwenblume; nur Grundblätter ungeteilt, Stängelblätter fiederteilig, am Rand dicht bewimpert

    Im Wiesenbereich:
  • Rhinanthus alectorolophus, Zottiger Klappertopf; Kelch und Stängel zottig behaart, aber nicht drüsig; Stängel nicht schwarz gestrichelt; Kronröhre schwach gebogen, kürzer als der Kelch; Bl. zugespitzt, scharf gesägt
  • Briza media, Gewöhnliches Zittergras; Ährchen so lang wie breit, herzförmig, hängend, oft violett überlaufen; Stängel aufrecht, glatt; Blattscheiden geschlossen, ligula ein 2 mm breiter Hautsaum
  • Listera ovata, Großes Zweiblatt; unscheinbare grüne Blüten mit lang hängender, tief gespaltener Unterlippe an blattlosem, behaartem Stängel, 2 sehr breitovale Grundblätter; bis 50 cm hoch
  • Silaum silaus, Wiesen-Silau; Stängel u. Blattstiele kaum gefurcht, rund; Blatt 2-4-fach gefiedert, Blättchen an der Basis schmäler, rötl. stachelspitzig, nicht rau; Blüten in flachen Dolden (6-12 dichte Döldchen), hellgelb! Früchte ca. 5 mm, eiförmig, etwas zus. gedrückt, scharf gerippt
  • Polygala vulgaris, Gemeines Kreuzblümchen; Pflanze kräftig, aufrecht, Grundbl. hinfällig, keine Rosette; Blüten blau oder rotviolett, in bis zu 12 cm langer, aufrechter Traube; Tragblätter kürzer als die Knospen, Frucht deutlich kürzer als die Kelchflügel (Von den insgesamt sechs Kelchblättern sind die beiden großen seitlichen wie Kronblätter gefärbt und hüllen fast die ganze Blüte ein. Sie werden als "Flügel" bezeichnet.) Krone etwas länger als die Kelchflügel, mit > 14 Fransen an der Schiffchenspitze; Kelchflügel mit geschlossener Nervatur,
    d.h. Seitennerven münden wieder in den Mittelnerv ein
  • Plantago media, Mittlerer Wegerich; Blütenähre nur 1/8 - 1/6 der Schaftlänge, mit langen, weißen bis rosalila Staubblättern; Blätter elliptisch in einen kurzen, breiten Stiel verschmälert; Blattnerven auf der US stark hervortretend, anfangs behaart, Blätter dem Boden anliegend
  • Plantago lanceolata, Spitzwegerich; Ähren kurz eiförmig, dunkel, blühen proterandrisch von oben her auf; Stängel 5-7 - furchig; Blätter kurz gestielt, lang lanzettlich, in reichblättrigen Rosetten aufrechtstehend
  • Plantago major s. str., Gewöhnl. Breitwegerich; Blätter lang gestielt, Blattspreite klar abgesetzt (gestutzt bis herzförmig), kahl; Schaft nur 1-3 x so lang wie die Ähre; Staubfäden kurz, grünlich; Blattstiele nicht flach am Boden liegend, sondern schräg aufwärts
  • Plantago major subsp. intermedia, Kleiner Breitwegerich; Blätter etwas länglicher, Grund keilförmig; Blätter v.a. unten weichbuchtig gezähnt, weniger derb, kurzhaarig, max. 5-nervig; Schaft oft liegend, Ähren kürzer, oft wenigblütig, liegend oder aufsteigend; (läuft auch unter P. uliginosa ??)
  • Astragalus glyciphyllos, Süßer Tragant, Bärenschote; siehe Badberg- Protokoll! (weiter unten auf Seite)
  • Origanum viulgare, Gemeiner Dost, Wilder Majoran; Rosa Blüten in endständiger Infloreszenz, Pflanze oft verzweigt, riecht aromatisch nach Majoran; Stängel 4-kantig, behaart; Blätter am Rand und an den Rippen behaart, unterseits dunkle Drüsenpunkte; Blätter kurz gestielt, Spitze oft abgerundet; Blüten mit flacher Oberlippe, UL dreilappig, hängend; 2 Staubblätter länger als die Krone
  • Lathyrus latifolius, Breitblättrige Platterbse; Stängel bis 6 mm breit geflügelt, Blattstiel ebenfalls geflügelt; Blatt 1-paarig mit oft mehrteiliger Ranke, Blättchen breit eiförmig bis 10 cm lang / 4 cm breit; Nebenblätter auch breit eiförmig, bis 5 cm, oft stängelumfassend; Blüten purpurrosa, 3 cm groß, zu 5 -15 in Traube
  • Geranium pyrenaicum, Pyrenäen-Storchschnabel; Blätter groß (> 5 cm), Blüten klein (< 2 cm), intensiv violett, tief ausgerandet, mit dunkelvioletten Adern, zu zweit im Blütenstand; Stängel u. Nebenblätter lang behaart, Stängelblätter gegenständig, Nebenblätter rot, nicht verdickt, oft mit 2 Spitzen
  • Helicotrichon pubescens, Flaumiger Wiesenhafer; Blätter kurz, mit Kahnspitze und “Skispur“; untere Blattscheiden dicht zottig behaart; obere Blätter mit langer (5-7 mm ) spitzbogiger Ligula; unterste Rispenäste meist zu 5; Ährchen groß (12 - 20 mm o. Granne), meist mit 3 geknieten Grannen, entsprechend 3-blütigem Ährchen; 1 Hüllspelze so lang wie das Ährchen
  • Bromus erectus, Aufrechte Trespe; Blattrand unten mit Wimpern in ½ mm Abstand besetzt; Ligula < 2 mm; Blätter 4-6 mm breit, OS zerstreut behaart, US kahl; untere Blattscheiden deutl. behaart, obere oft kahl, fast bis oben geschlossen (Gegensatz zu Poa! diese bis unten offen); Rispenäste aufrecht; Ährchen zur Spitze hin verschmälert, Deckspelzen mit 5-10 mm langer Granne; Ährchen 2-3 cm, nicht zus. gedrückt; Hüllspelzen verschieden lang, etwa ½ Ährchenlänge; Ährchen 4-14 - blütig
  • Deschampsia cespitosa, Rasen-Schmiele; dichte, ausdauernde Horste; Blätter steif, OS auffällig tief gerillt, rau, Rand schneidend scharfkantig; Spreite 3-7 mm breit, am Grunde verschmälert, den Halm kragenförmig umfassend, Ligula 6-8 mm, spitzbogig; Rispen bis 50 cm lang, Äste reich verzweigt, Ährchen oft nur im letzten 1/3 des Rispenastes; Ährchen meist 2-blütig, 4-5 mm lang; Deckspelzen mit kurzer Granne, die am Grunde der Dsp. ansetzt(!); Dsp. am Grunde behaart, an der Spitze häutig gezähnelt
  • Gymnadenia conopsea, Mücken-Händelwurz; Blätter 1-3 cm breit, rinnig gefaltet, schräg aufrecht, glauc; Blütenstand lang, zylindrisch, vielblütig; Blüten mit sehr langem Sporn (12 - 18 mm, viel länger als Blüte); Früchte 8mm lang, ungestielt; Blütenfarbe magenta bis hellrosa, auch weiß
  • Leucanthemum vulgare/ircutianum, Magerwiesen-/Fettwiesen-Margerite; Stängel oft verzweigt, 2-3-köpfig, nur oberstes 1/3 unbeblättert, Blüten 4-6 cm Durchm.; L. vulgare: Stängel meist kahl, Bl. m. deutl. Öhrchen; L. ircutianum: Stängel unten behaart, Blätter breit sitzend ohne Öhrchen
  • Anthriscus sylvestris, Wiesenkerbel; Blätter 2-3-fach gefiedert, Blattzipfel spitz, Stängel ungefleckt, unter den Knoten nicht verdickt; Früchte kurz gerippt geschnäbelt, sonst glatt, glänzend u. kahl; Pfl. geruchlos
  • Campanula rapunculus, Rapunzelglockenblume; rübenförmig verdickte Wurzeln, essbar, früher Kaugummiersatz; Grundblattrosette, ihre Blätter im oberen Drittel am breitesten; Stängelblätter n. oben schmaler lanzettlich, ganzrandig bis stumpf gezähnt; Blütenstand vielblütig, traubig, straff aufrecht; Blüten fast bis zur Mitte gespalten, Kronzipfel länger als breit (C. patula breit wie lang); Kelchzipfel sehr schmal, mit kl. Zähnchen, so lang wie Kronröhre; Stängel 4-kantig, kahl oder an Kanten behaart

    Bereits in anderen Protokollen abgehandelt:
    - Centaurea jacea
    - Centaurea scabiosa
    - Carex muricata agg.
    - Veronica chamaedris
    - Veronica teucrium







    Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 17.05.2019:
    Badberg/Kaiserstuhl



    Bei schönstem Exkursionswetter gab es zur Abwechslung mal eine botanische „Genusswanderung“. Da die Artenliste schrecklich lang ist, habe ich hier nur ausgewählte, Badberg-typische Sippen genauer beschrieben (würde sonst ein Buch werden …). Alphabetisch vorsortiert durch Patrick Kuss.

  • Acer campestre, Feldahorn; bildet gern Korkleisten; Fruchtflügel waagerecht, nicht gewinkelt, oft rötlich; grünliche Blüten in wenigblütigen, aufrechten Doldenrispen gleichzeitig mit Laubaustrieb; Knospen klein, schwarzbraun; Knospenschuppen im Frühjahr groß und rosa-grün verlaufend; Borke mit netzartigen Leisten.
  • Ajuga genevensis, Genfer Günsel; ohne oberird. Ausläufer (A. reptans mit solchen), obere Tragblätter nicht deutl. länger als die Blüten (i. G. zu A. pyramidalis); Stängel rundum stark behaart, ebenso die Blätter unterseits u. am Rand; Blätter stark gekerbt/gelappt bis 3-lappig (A. reptans nur ganzrandig bis leicht gekerbt, fast kahl); Gattungsmerkmal: Extrem verkürzte Oberlippe der Blüten!
  • Alyssum alyssoides; Gemeines Steinkraut, Kelch-Steinkraut; Sternhaare kurz gestielt (A. montanum ungestielt), Kelchblätter bleiben an der Frucht (fallen ab bei A. montanum), gelbe, 2-4 mm lange Kronblätter werden weiß (4-8 mm lange bei A. montanum bleiben gelb)
  • Anacamptis pyramidalis, Pyramiden-Hundswurz; Blüte mit dünnem, langen Sporn, Unterlippe 3-lappig; 5-12 Stängelblätter, nach oben hin anliegend; spitz-pyramidenförm. Blütenstand blüht langsam von unten her auf und wird dann eiförmig
  • Anthyllis vulneraria, Wundklee; 10-20-blütige, weißgelbe Köpfchen, Kelche aufgeblasen, behaart; Blätter unpaarig gefiedert, Fiederblättchen nach außen größer, mit weißem Rand; Heilpfl. („Apothekerklee“)
  • Arabidopsis thaliana, Acker-Schmalwand; Grundblätter rosettig (manchmal fehlend), sternhaarig, leicht gezähnt; Stängelblätter kleiner, ganzrandig, unterseits gabelhaarig; Blütenstand rispig verzweigt, mit kopfig gehäuften, weißen Blüten; Kelchbl. halb so lang wie Kronbl., Schoten 10-20 mm lang, ebenso lang gestielt, abstehend, aufwärts gebogen, rundlich, dünn; Stängel oben kahl
  • Arabis auriculata, Geöhrte Gänsekresse; klein, Stängel behaart, wenig verzweigt, Stängelbl. entfernt stehend, stumpf geöhrt, entfernt gesägt, behaart; Schoten schief abstehend, kurz gestielt, rundlich, dünn, gerade; Blüten ähnl. Arabidopsis thaliana
  • Arabis hirsuta, behaarte Gänsekresse; Stängel unverzweigt, nach unten zunehmend behaart; St.blätter dicht stehend, behaart, gezähnt; Blüten etwas größer, Kelchblätter sternhaarig (sonst nur einf. Haare u. Gabelhaare); Schoten bis 30 mm, locker aufrecht stehend; Pfl. insgesamt stattlicher als die beiden vorgenannten
  • Asperula cynanchica, Hügel-Meier od. Hügel-Meister; Rubiaceae; Blüten in endständigen, kopfigen Büscheln mit max. 4 Tragblättern; 4 Kronblätter, weiß - rosa; Blätter linealisch, einnervig, meist zu viert am Knoten
  • Astragalus glycyphyllos, Bärenschote; Blätter unpaarig gefiedert, Fiederbl. 3-5 cm lang; Stängel niederliegend, zick-zack-förmig; Nebenblätter frei, spitz, bis 2/3 so lang wie die untersten Fiedern; Blüten weißlich, Blütenstände aufrecht auf kurzen Stielen; Hülsen 2-fächrig, oft mit hakenf. Spitze; Pfl. weitgehend kahl
  • Berberis vulgaris, Berberitze; Holz intensiv gelb! Blüten zu etwa 20 in hängenden Trauben, gelb; Beeren sehr länglich, rot; Blätter eiförmig, kahl, am Rand stechend bewimpert; Zweige stark kantig, Dornen 3-7-teilig; Herbstfärbung rot
  • Bryonia dioica, Rotfrüchtige Zaunrübe; Kürbisgewächs; Zweihäusig, ♀ Blüten mit abgesetzt unterständigem Fruchtknoten, -> rote Beeren; Rankend, mit handförmig geteilten Blättern u. Korkenzieherranken, bis 4 m
  • Bupleurum falcatum, Sichelblättriges Hasenohr; gelbe Doldenblüten, Hüllchenblätter unscheinbar, schmal lanzettlich, zugespitzt; Dolde 6-12-strahlig, Döldchen m. 8-20 Blüten; Grundblätter schmal löffelförmig; Stängel aufrecht verzweigt, matt hell bis graugrün, kahl; Stängelblätter +/- sichelförmig
  • Carex flacca, Blaugrüne Segge; verschiedenährig, 1-3 endst. Ähren ausschließlich ♂, carpellate Ähren gestielt, 2-3 cm lang, zuletzt hängend; reich- und dichtblütig; Pfl. kahl, 20 - 60 cm hoch, Schläuche m. 3 Narben, +/- ungeschnäbelt; Blätter bis 5 mm brt., blaugrün, fein zugespitzt, Tragbl. d. untersten Ähre länger als diese; grundst. Blattscheiden rot
  • Centaurea scabiosa, Skabiosen-Flockenblume; mittlere und obere Blätter immer (einfach) fiederschnittig, rauhaarig; Pfl. meist verzweigt, mehrköpfig; Hüllblattanhängsel nicht abgesetzt, mit dunklen Fransen am grünen Hüllblatt seitlich herunterlaufend -> Hülle wirkt „gescheckt“; Randblüten verlängert, schmal
  • Cephalanthera damasonium, Bleiches Waldvögelein; Laubblätter kurz, breit eiförmig; Blüten cremefarben, meistens geschlossen; Unterlippe orange; Blüten ohne Sporn, Fruchtknoten gedreht
  • Cerastium arvense, Acker-Hornkraut; Kronblätter > 11 mm lang, Hochblätter viel kleiner als Laubblätter, an der Spitze breit hautrandig; Pfl. behaart u. +/- drüsig, nicht weißfilzig (vgl. C. tomentosum, Zierpfl. verwild.)
  • Cerastium glutinosum, Bleiches Hornkraut; Trockenrasen-Pflanze; Alle Tragblätter (sehr) schmal hautrandig; Kronblätter kaum länger als Kelch; Kelchblätter drüsig behaart, Oberseite kahl; Pflanze blassgrün, Stängel unten nie rot überlaufen!
  • Clematis vitalba, Waldrebe; bis 30 m lang, bildet verholzte Lianen; Blätter meist 5-teilg. unpaar gefiedert, Teilblättchen entfernt, gestielt, m. herzförm. Grund; Kronbl. nicht länger als Staubbl., beidseits zottig behaart; Früchte mit fedrig behaartem, langem Griffel
  • Colchicum autumnale, Herbstzeitlose; blüht im Herbst blattlos m. krokusart. Blüten, im Folgejahr breit lanzettliche Blätter (ähnl. Porree), die den großen, ursprgl. unterirdischen Fruchtknoten freigeben; Hoch giftig durch das Zellgift Colchicin (Mitosehemmer)
  • Colutea arborescens, Blasenstrauch; Submediterr. Florenelement; Blätter unpaarig gefiedert m. ca. 11 ovalen Fiederblättchen, das endständige gestielt; Blüten gelb m. rötl. Zeichnung auf d. Fahne, zu 3-6; Fruchthülse reif stark aufgeblasen, rosa-braun, > 5 cm; Fiederbl. vorne leicht ausgerandet
  • Daphne laureola, Lorbeerblättriger Seidelbast; selten am Schwarzwaldrand und am Mittelrhein; gelbgrüne Blüten, ledrige, wintergrüne Blätter OS dunkel-, US hellgrün, m. starker Mittelrippe
  • Dioscorea communis = Tamus communis, Schmerwurz; Wärmeliebende Liane, nur im Südwesten; Blätter herzförmig zugespitzt, OS stark glänzend; zweihäusig; gelbgrüne Blüten, rote, kugelige Beeren
  • Echium vulgare, Natternkopf; bei uns nur 1 Art; Blüten dorsiventral (= zweiseitig symmetrisch, zygomorph), zuerst rot, dann blau; Blütenstand bis 1 m hohe Kerze; Stängel behaart und auf roten Höckerchen beborstet; Rosettenblätter des 1. Jahres stechend borstig, Borsten am Grund knotig verdickt
  • Eryngium campestre, Feldmannstreu; Distelartige Apiacee, sehr wärmeliebend; sparrig verzweigt, Dolden kugelig, graugrün, mit langen, lanzettlichen, stechenden Hüllblättern
  • Euphorbia seguieriana, Steppen-Wolfsmilch; Habitus ähnlich E. cyparissias, aber Blätter breiter, lanzettlich stachelspitzig, blaugrün; Tragblätter breiter als lang, zugespitzt (sehen „gestaucht“ aus); Kapseln glatt, evtl. punktiert; Drüsenanhänge oval, nur z.T. gehörnt; Oft mehrere Stängel buschig beieinander, meist nur terminal eine 9-15-strahlige Scheindolde m. Blüten
  • Galium glaucum, Blaugrünes Labkraut; Wenige, kleine Blätter, lange Internodien; Blätter umgerollt, stachelspitzig; Kronblattzipfel grannenspitzig; Früchte glatt; Stängel fast rund
  • Galium verum, Echtes Labkraut; blüht gelb! Dichte, lange Blütenstände, Kronzipfel bespitzt; Blätter zu 8-12 im Wirtel, sehr schmal-nadelig, aber ohne Stachelspitze; dunkelgrün, glänzend; Pflanze war bis ins 19. Jhdt. für die Käsezubereitung in Gebrauch (erst seitdem wird Kälberlab benutzt).
  • Genista tinctoria, Färberginster; Stängel aufrecht, dornenlos (vgl. G. germanica: niederliegend-aufst., ältere Zweige liegend, dornig, blattlos), im oberen Teil verzweigt; gelbe, vielblütige, schmale Blütentrauben; Hülsen kahl, mit dünnem, langem, hakigem Schnabel
  • Geranium molle, Weicher Storchschnabel; Kelchblätter, Blattstiele und Stängel zottig-weichhaarig, mit verschieden langen Haaren, auch drüsigen dabei; Blüten zu zweien, Durchm. 1-1,5 cm, Kronbl. tief eingeschnitten, Narben u. Staubbeutel unterschiedl. violett; Blätter klein u. weniger tief eingeschnitten als bei G. pusillum
  • Geranium sanguineum, Blutroter Storchschnabel; Kronblätter kräftig rot, breit, überlappend, nur leicht ausgerandet; Blätter dunkelgrün, bis fast zum Grund in linealische Abschnitte geteilt, beids. behaart
  • Globularia bisnagarica = G. punctata, Kugelblume; heute zu den Wegerichgewächsen gestellt; Blütenköpfe blauviolett, Fruchtstände kugelförmig; Blätter an der Spitze ausgerandet, Stängel bis oben beblättert
  • Helianthemum nummularium, Gemeines Sonnenröschen; Cistrosengewächs! Kronblätter wirken „verknittert“, Blätter ledrig, m. umgebogenem Rand, US von kurzen Sternhaaren graufilzig; Blüten goldgelb, mit drei (!) kurzen Kelchblättern; bei ssp. obscura ist der Blattrand nicht umgebogen und die US ist grün.
  • Hieracium pilosella, Mausohr-Habichtskraut; heißt heute Pilosella officinarum ssp. officinarum! Bildet lange, oberirdische Ausläufer; Blätter OS einzelne, lange Haare, US graufilzig (-> Rand sieht weiß aus); Stängel stehen ohne Stängelblätter in einer Grundblattrosette
  • Himantoglossum hircinum, Bocks-Riemenzunge; stattliche Orchidee, die auch in fettere Wiesentypen geht
  • Hippocrepis comosa, Schopf-Hufeisenklee; Blätter unpaar gefiedert, kahl, Blättchen kurz gestielt und kurz bespitzt (teilw. flach ausgerandet); Pfl. am Grunde verholzend, niederliegend-aufsteigend; Blüten gelb, zu 4 - 8 in langgestielten Doldenköpfchen; Frucht Gliederhülse aus +/- hufeisenförm. Segmenten
  • Hippocrepis emerus, Strauch-Kronwicke (ehemals Gattg. Coronilla); Gelbe Blüten mit typischer Lücke zwischen Fahne und Schiffchen/Flügel; Früchte lang, dünn, hängend, schwach gegliedert; Fiederbl. nicht bespitzt
  • Isatis tinctoria, Färberwaid; Zweijährig, die „Waidballen“ wurden aus den Grundblattrosetten des 1. Jahres gewonnen; „Blauer Montag“ und „Azoren“ kommen von dieser Färberpflanze, das „Königsblau“ war auch Indigo (chemisch), welches später aus Indigofera tinctoria (Indien) gewonnen wurde. Der „Bastardindigo“ (Amorpha fruticosa) aus Amerika liefert den gleichen Farbstoff, ist aber ein invasiver Neophyt in S-Europa
  • Knautia arvensis, Acker-Witwenblume; (Dipsacaceae) ohne schwarze Spreuborsten i.G. zu Scabiosa
  • Microthlaspi perfoliatum, Durchwachsenes Hellerkraut; Therophyt, der in kürzester Zeit austreibt, blüht und fruchtet (gleiche Strategie wie Erophila verna); tütenförmige, blaugrüne, stängelumfassende Blätter in größeren Abständen am Stängel, bei Fruchtreife hinfällig; Pfl. kahl; Blütenstand doldig, streckt sich danach; Schötchen sind löffelförmig, stumpfwinklig
  • Myosotis arvensis, Acker-Vergissmeinnicht; Kelchblätter, Stängel, Blütenstiele und Blätter stark behaart; Blütendurchmesser 3-5 mm, Fruchtstiele 2-3 x so lang wie der Kelch; Fruchtstände so lang wie der beblätterte Teil der Pflanze; Früchte stehen wie bei der folgenden Art schräg nach oben ab
  • Myosotis ramosissima, Hügel-Vergissmeinnicht; Behaarung dünner und länger; Blüten nur 2 mm, Fruchtstiele nur max. so lang wie der Kelch; Fruchtstände länger als der beblätterte Stängel
  • Orchis simia, Affen-Knabenkraut; Unterlippe mit 3 dünnen Zipfeln (Beinchen + Schwänzle des “Äffle“!), blüht i.G. zum Helmknabenkraut von oben nach unten auf!
  • Orchis ustulata, Brand-Knabenkraut; obere Knospen dunkel (“wie angebrannt“) Pfl. meist klein und unscheinbar; heute zur Gattung Neotinea gestellt; meist 2 Rosetten- und 2 Stängelblätter
  • Orobanche caryophyllacea, Nelken-Sommerwurz; schmarotzt auf Galium, riecht mehr oder weniger deutlich nach Eugenol (Nelkenöl); Stiel, Kelch und Krone stets gleichfarbig von violettrot über rosa bis blassgelb; Kronröhre auffällig weit, Narben dunkelrot, Kelchblätter nicht verwachsen
  • Phyteuma orbiculare, Kugelige Teufelskralle; kommt in thermophilen Magerrasen vor wie auch in subalpinen Moorwiesen; Grundblätter gestielt, eilanzettlich, gekerbt; Grund gekeilt bis herzförmig; Stängelblätter wenige, klein, sitzend, randlich bewimpert; Hüllblätter eilanzettlich mit lang ausgezogener Spitze, am Grund verbreitert
  • Poa bulbosa; Knolliges Rispengras; Blätter 1-2 mm breit, graugrün, am Rand gesägt; Ligula 2-4 mm, spitzbogig; Grundblätter bis 10 cm, borstig, früh absterbend, bilden am Grund zwiebelartige Hülle aus Blattscheidenresten Ährchen sind meist „vivipar“, d.h. laubsprossbildend, bevor die Karyopsen ausfallen
  • Polygonatum odoratum, Salomonssiegel; max. 2 Blüten pro Knoten, eher blaugrün, Blätter “auf dem Rücken“ (bei P. multiflorum seitlich ausgebreitet, hellgrün); Stängel unten kantig geflügelt
  • Polygonum aviculare, Vogel-Knöterich; Stängel niederliegend oder aufrecht, Blätter an Hauptsprossen 2-3 x so groß wie an Seitensprossen; Blüten in Knäueln zu 4-5, meist rosa; Nebenblattscheiden groß (> 4 mm); Früchte warzig, nicht gänzend, gleichseitig dreieckig, 2 Seiten konkav; vgl. P. arenastrum, Trittrasen-Vogelknöterich: Niederliegend, Matten bildend; Blätter alle etwa gleich groß; Blüten meist weißgrün; Früchte eher glänzend, ungleichmäßiger geformt; Nebenblattscheiden kleiner (< 4 mm), Internodien kürzer
  • Potentilla arenaria = Potentilla incana, Sand-Fingerkraut; rasenbildend, Blätter 3-5-zählig, Blättchen mit jederseits 3-5 Zähnen; Blattoberseite durch Sternhaare graufilzig; Unterseite auch dichte Sternhaare, zus. lange Seidenhaare; (vgl. P. cinerea: Blättchen mit 6 und mehr Zähnchen jederseits, etwas sukkulent)
  • Potentilla reptans, Kriechendes Fingerkraut; Stängel oberird. kriechend, an den Knoten wurzelnd; Blätter aufrecht lang gestielt, Blätter beidseits grasgrün, 5-7-zählig, Blättchen grob gezähnt; Blüten einzeln, lang gestielt, Kronblätter ausgerandet und kaum überlappend, Kelchbl. viel kürzer; Blätter kahl oder unterseits schwach behaart; Stängel und oft Blattränder rot
  • Pulsatilla vulgaris, Küchenschelle (fruchtend); Grundblätter 2-3-fach fiederspaltig, mit 100 - 200 schmalen Endzipfeln; Hochblattwirbel lang silbern behaart; keine Kelchblätter; Früchte mit 3-5 cm langem, gefiedertem Griffel
  • Reseda lutea, Gelbe Resede; Blätter oft asymmetrisch, geflügelt gestielt, kurz knorpelzähnig, gewellt; Krone 6-zählig, die beiden oberen Kronblätter zweilappig; Früchte gestielt, ca. 10 mm lang, mit 3 Griffelresten; Pflanzen oft buschig wachsend
  • Rhinanthus alectorolophus, Zottiger Klappertopf; Stängel und Kelch rundum zottig beheart; Blätter stumpf lanzettlich, regelmäßig gekerbt; Internodien meist länger als Stängelblätter; Zähne der Tragblätter fast alle gleich lang; Stängel nicht schwarz gestrichelt, Pfl. nicht drüsig; (vgl. R. angustifolius, R. rumelicus)
  • Salvia pratensis, Wiesen-Salbei; Stängel 4-kantig, gerillt, behaart - oben drüsig; Blätter v.a. grundständig, kaum am Stängel; runzelig, dreieckig (Grund gestutzt bis schwach herzförmig), unregelmäßig gekerbt, kaum aromat. riechend; Blüten blauviolett in 4-8-blütigen Scheinquirlen, Tragblätter kleiner als Kelch; kurze Kronröhre, lange, helmförmige Oberlippe
  • Scabiosa columbaria, Taubenskabiose; ähnlich Knautia; Blütenköpfe eher rosa, etwas graziler, flach; auf dem Köpfchenboden schwarze Kelchborsten; Stängelblätter 1-2-fach fiederteilig, Grundblätter meist ungeteilt bis unregelmäßig fiederschnittig, unterseits an Blattadern behaart; Kardengewächse heute zu den Caprifoliaceae gestellt!
  • Silene nutans, Nickendes Leimkraut; Magerkeitszeiger! Blätter gestielt, spatelig, bilden Grundrosette; Stängel nach oben klebrig, wie Blätter dicht behaart; Kronblätter weiß, tief eingeschnitten, mit Nebenkrone, oft aufgerollt; Kelch lang und schmal, nicht aufgeblasen; Fruchtkapsel mit 6 Zähnen aufspringend
  • Silybum marianum, Mariendistel; aus dem Mittelmeerraum eingebürgert; Köpfchen nur mit violetten Röhrenblüten, Hüllblätter mit großen, stacheligem Anhängsel; Blätter mit weißer Netzzeichnung, kahl
  • Sorbus aria, Gewöhnl. Mehlbeere; bis 20 m hoher Baum, oft auch als Strauch, kleiner; weiße Blüten in Trugdolden; alle Teile, auch Blüten und Früchte, anfangs filzig behaart, später nur Blatt-US weißfilzig; Früchte korallenrot; Blätter meist doppelt gesägt, Blattgrund gestutzt, an Kurztrieben; leicht bastardierend!
  • Sorbus torminalis, Elsbeere; bis 25 m hoher Baum, Blüten in weißen, reichblütigen Schirmrispen; Früchte braungrün, weiß punktiert; Blätter spitz gelappt, zur Basis tiefer, mit 4-5 Aderpaaren; unten heller, aber kahl
  • Stachys recta, Aufrechter Ziest; Pfl. rauhaarig, unangenehm riechend; Blüten gebrochen weiß, zu 6-10 in Quirlen; Ober- und Unterlippe weit auseinanderklaffend; Kelchzähne alle gleich, dreieckig, mit stechender Grannenspitze; Blätter schmal eiförmig, sitzend, nur unten kurz gestielt; ganze Pflanze behaart
  • Stipa pennata agg., = Stipa joannis, Echtes Federgras; Horstgras aus SO-Europa; Deckspelzen mit 30 cm langer, federig behaarter Granne (Grannenhaare > 4mm lang); vgl. S. capillata mit 12-20 cm langer, kahler Granne (soll auch im Kaiserstuhl vorkommen; beide Arten RL 2-3 in BW!)
  • Tanacetum macrophyllum, Neophyt, Zierpflanze; hoch, wenig verzweigt, großflächige, fiederspaltige Blätter mit spitzen Blattzipfeln; Stängel und Blatt-US behaart; große Schirmrispen, Blütenköpfchen klein mit kurzen, randlichen Zungenblüten (Zungen breiter als lang)
  • Taraxacum erythrospermum, Schwielen-Löwenzahn; Hüllblätter zur Spitze hin mit schwielenart. Verdickung; Pflanze klein, Blüten hellgelb, Blätter tief fiederteilig gelappt
  • Thalictrum minus, Kleine Wiesenraute; Staubblätter gelb, Blüten in lockerem, verzweigtem Blütenstand überhängend; Blätter 2-3-fach gefiedert, Fiederbl. meist 3-lappig, so lang wie breit; Pfl. kahl
  • Tragopogon dubius, Großer Bocksbart; im 1. Jahr grasblättrige, spinnwebige Rosette, Hauptnerv breit, weiß, auf der US scharf gekielt (T. pratensis: rundl. -stumpf gekielt); Stängel unter dem Blütenstand keulig verdickt, Hüllblätter graugrün, in Stängel übergehend, viel länger als die gelben Zungenblüten; Fruchtstand stark vergrößert, kugelig, Pappus federig, Früchte geschuppt
  • Tragopogon pratensis s. str., Wiesen-Bocksbart; Hülle vom Stängel abgesetzt, dieser nicht oben verdickt (wie auch bei T. orientalis); Köpfchen max. 4cm, Hüllblätter so lang wie die Blütenblätter
  • Tragopogon orientalis, Orientalischer Bocksbart; wie vorige Art, aber Köpfchen min. 5cm, Hüllblätter kürzer als Zungenblüten; Staubbeutel gelb-braun längsgestreift; Stängel oben oft rötlich
  • Trifolium montanum, Bergklee; weiß, Kelchzähne kurz; Pfl. wollig behaart, außer Blatt-OS; Blättchen länglich eiförmig, am Rand fein spitzig gezähnt; Nebenblätter kurz eilanzettlich, spitz
  • Trifolium alpestre, Hügelklee; d’rot von unten aufblühend, Kelchzähne dicht langhaarig; ganze Pfl. behaart, außer der Blatt-OS; Blättchen bis 50 mm lang, schmal-lanzettlich; Blütenköpfe sitzen direkt auf Tragblättern; Nebenblätter mit lang ausgezogener, behaarter Spitze
  • Valerianella carinata, Gekielter Ackersalat; Stängel 6-kantig, Kanten dicht behaart (vgl. V. locusta: St. 4-kantg., +/- kahl, Frucht eiförmig-querrunzelig), Frucht bis 3mm, ohne Zahn (vgl. V. dentata), annähernd quaderförmig mit einer tiefen Furche
  • Verbascum lychnitis, Mehlige Königskerze; Stängelblätter OS kurzhaarig oder kahl, US grauweiß bemehlt, kein ablösbarer Filz; Blätter sitzend, nicht herablaufend; Blütenstand reich verzweigt, Blüten in kleinen, blattachselständigen Trauben, gestielt; alle Staubfäden weißwollig; Kronblätter weiß oder gelb
  • Veronica teucrium, Großer Ehrenpreis; Große, rein blaue Blüten in endständigen Rispen; alle Blätter sitzend, eilänglich 3x so lang wie breit (vgl. V. chamaedris), gesägt; Trockenrasen
  • Vincetoxicum hirundinaria, Weiße Schwalbenwurz; Einziger Vertreter der Seidenpflanzengewächse bei uns (Unterfamilie der Apocynaceae = Hundsgiftgewächse, hierher das Immergrün!); aus langen Balgfrüchten freigesetzte Samen verbreiten sich als Schirmchenflieger mit langen Haaren; cremeweiße, radförmige Blüten mit Nektarien, Pollinien und Klemmkörpern.

    Darüberhinaus gab es noch viel (mehr oder weniger) Bekanntes:

    Achillea millefolium
    Arenaria serpyllifolia
    Arrhenatherum elatius
    Bromus erectus
    Bromus sterilis
    Bromus hordeaceus
    Bromus tectorum
    Cardamine hirsuta
    Carex sylvatica
    Carpinus betulus
    Cerastium fontanum
    Chelidonium majus
    Cornus sanguinea
    Corylus avellana
    Dactylis glomerata
    Dianthus carthusianorum
    Euonymus europaeus
    Euphorbia cyparissias
    Euphorbia helioscopia
    Euphorbia stricta
    Fragaria viridis
    Fumaria officinalis s. str.
    Galium album cf. mollugo
    Galium aparine
    Geranium purpureum
    Geranium robertianum
    Geranium rotundifolium
    Iris germanica
    Lactuca serriola
    Lonicera xylosteum
    Medicago lupulina
    Mercurialis perennis
    Muscari spec.
    Onobrychis viciifolia
    Papaver dubium
    Papaver rhoeas
    Plantago lanceolata
    Plantago media
    Poa pratensis
    Primula veris
    Quercus petraea
    Ranunculus bulbosus
    Ranunculus polyanthemos
    Rhinanthus angustifolius (?)
    Sanguisorba minor
    Sanicula europaea
    Sedum album
    Sedum sexangulare
    Silene alba
    Teucrium chamaedrys
    Ulmus minor
    Urtica urens
    Urtica dioica s. str.
    Valeriana officinalis s.l.
    Veronica beccabunga
    Veronica chamaedris
    Veronica persica
    Viburnum lantana
    Vicia sativa
    Vinca minor







    AK-Botanik-Exkursion Vauban (Pflasterfugenflora Frühjahr) am 09.05.2019



    Nur zu sechst, aber verstärkt durch eine kundige Passantin, haben wir uns direkt an der Wendeschleife „Innsbrucker Straße“ nach eventuellen Neuigkeiten umgesehen. Auch in den Pflasterfugen dominierten die von der offenbar angesäten Wiese eingewanderten Pflanzen. Die Liste ist nur kurz, weil die Mehrzahl der Teilnehmenden den Vortrag von Prof. Weiger (BUND-Bundesvorsitzender) nicht verpassen wollte.

  • Conyza spec., Katzenschweif; Rosettenblätter leicht gezähnt, lanzettlich, vielblättriger als Erigeron
  • Erigeron annuus, Einjähr. Feinstrahl; Rosettenblätter gezähnt, manche stachelspitzig; breiter und mit weniger Blättern als bei Conyza; junge Blätter wohl auch stärker behaart
  • Matricaria discoides, Strahlenlose Kamille; Neophyt aus NO-Asien und dem pazif. N-Amerika; Ausbreitung durch schleimige Achänen an Schuhen und Wagenrädern (seit 1852); heute verbreitet auf verdichteten Lehmböden in Trittrasengesellschaften. Köpfchen kegelförmig, hohl, ohne oder mit rudimentären, weißen Zungenblüten; Röhrenblüten grünlich; Blätter 2-3-fach gefiedert, mit linealischen, stachelspitzigen Zipfeln; Intensiver Kamillengeruch
  • Cerastium fontanum agg., i.d.R die Art C .holosteoides, Gewöhnliches Hornkraut; hierher gehören noch das Quellen-Hornkraut (C. fontanum s. str.; (sub-)alpin) und das großfrüchtige H. (C. lucorum, kaum in B.-W.!) Griffel 5, Fr.kps. 10-zähnig, Kronbl. 3-5(-7) mm lg., kaum länger als Kelch; Hochbl. an der Spitze kahl, nur die obersten wie die Kelchblätter schmal hautrandig; Blätter am Rand langhaarig, etwas umgebogen; Früchte max. 12 mm lang, stark gebogen
  • Trifolium repens, Weiß-Klee; Stängel kriechend, an den Knoten wurzelnd; lange, aufrechte Blatt- und Blütenstiele; Blüten weiß, Blätter oft m. heller Zeichnung, kahl; Nebenblätter zu trockenhäutiger Tüte mit einer Grannenspitze verwachsen; obere 2 Kelchzähne länger als die drei unteren; Kelch auch kahl
  • Myosotis ramosissima, Hügel-Vergissmeinnicht; Blüten klein, blau, Kelch behaart, Stängel aufrecht, abstehd. behaart; Fruchtstand länger als der beblätterte Stängel; Fruchtstiele höchstens so lang wie der Kelch, schräg nach oben abstehend, alle ohne Tragblatt (vgl. M. stricta, Sand-V.: Früchte (fast) sitzend, starr aufrecht, die untersten mit Tragblatt, Stängel im oberen Teil anliegend behaart)
    Bei den M. arvensis-Unterarten Fruchtstiele 2-3x so lang wie der Kelch!
  • Thymus pulegioides, Arzneithymian; Stängel 4-kantig, nur an den Kanten behaart; Blätter kahl (im Kaiserstuhl auch die Unterart „Krainer Thymian“: Stängelkanten und Blätter (!) lang behaart); Der Gewürzthymian hat unterseits weißfilzige, seitlich eingerollte Blätter, verholzte Stängel und fast weiße Blüten; T. officinalis kommt bei uns kaum verwildert vor.
  • Erophila verna, Hungerblümchen, Fruchtstände: Die persistierenden Scheidewände der Schötchen sehen aus wie stark verkleinertes Silberblatt (Lunaria rediviva mit breit spindelförmigen Schötchen).
  • Linaria vulgaris, Gewöhnliches Leinkraut; Blätter schmal lineal-lanzettlich, mit eingesenkter Mittelrippe und oft nach oben gerollten Blatträndern; Blüten gelb (hellgelb mit dottergelbem Gaumen oder schwefelgelb mit orangem Gaumen), mit Sporn ca. 3cm lang
  • Arenaria serpyllifolia, Thymianblättriges Sandkraut; Pflanze graugrün (A. leptoclados hellgrün), mit dicken Blütenstielen; Kapseln knacken beim Zerdrücken (nicht so bei den weicheren Kapseln von A. leptoclados); Unterarten: ssp. glutinosa mit Drüsenhaaren an Stängel und Kelchblättern, Kapsel kugelig; ssp. serpyllifolia: kahl, mit eiförmiger Kapsel
  • Plantago major, Breitwegerich; Blätter gestielt, eiförmig, Ähre sehr lang (Schaft nur 1-3x so lang wie die Ähre); ssp. major: Blattspreite rechtwinklig vom Stiel abgesetzt, 5-9-nervig; ssp. intermedia: Blattspreite länglicher, in den Stiel verschmälert; Blatt dünner, hell, kurz behaart, oft weitbuchtig gezähnt; oft liegend.
  • Herniaria glabra, Kahles Bruchkraut; Winzige grüne Blütchen in blattachselständigen Knäueln; kahl oder locker behaart; Seitentriebe bilden oft Farnblatt-Muster, flach auf dem Boden; vgl. H. hirsuta, Behaartes Bruchkraut: Blätter auf der Fläche (schwach) behaart, einzelne stachelige Borsten auf den Kelchblättern
  • Poa annua, Einjähriges Rispengras; Unterster Rispenast hat max. 2 Zweige; Blatthäutchen und Spreitengrund kahl (sonst P. humilis!), Halme u. Blattscheiden rundlich (2-schneidig: P. compressa!), untere Hüllspelze kürzer als obere -> P. annua agg.:
    - P. annua blüht ganzjährig; Blattscheiden zusammengedrückt, aber nicht gekielt; Ligula zungenförmig, seitlich gut sichtbar weit herablaufend; Pflanze größer;
    - P. supina blüht nur im Frühjahr; Ligula der Grundblätter von der Seite nicht sichtbar; Pflanze kleiner.
  • Poa pratensis, Wiesenrispengras (wohl Zuchtform); kurze, ausgeprägte Kapuzenspitze, Ligula kurz abgeschnitten, Spreitengrund kahl; unterster Rispenast mit +/- 4 Zweigen; mit unterird. Ausläufern!
  • Poa angustifolia, Schmalblättriges Rispengras (sehr häufig!); ähnlich, aber Deckspelzen durch lange Zottenhaare zusammenhängend; Grundblätter borstlich gefaltet, sehr lang, alte Scheiden davon bilden eine sog. „Strohtunika“; Halmblätter auch nur max. 2 mm breit, flach, ohne Kahn- bzw. Kapuzenspitze!

Manche Arten, die wir schon ausführlich besprochen hatten, habe ich hier weggelassen, da wir in der Kürze der Zeit ohnehin keine vollständige Artenliste erstellt haben.






Protokoll der Exkursion vom 12.04.2019:
Alter Friedhof Herdern



Eine recht große und vielfältige Gruppe des AK Botanik machte sich auf die Suche, was der Friedhof mit seinen Mauern und halbschattigen Wiesenflächen botanisch so „anzubieten“ hat. Das war doch Einiges! Dabei sind wir sicher auch an etlichen Arten achtlos vorbeigelaufen, und bei den Gehölzen haben wir nur selten einen Blick riskiert. Es wäre einfach zu viel geworden! Dankenswerterweise hat Winfried Meier (der sich hier sehr gut auskennt) die Führung übernommen und uns manche Pflanze gezeigt, die wir sonst höchstwahrscheinlich übersehen hätten.

(K) = kultivierte Form


  • Acer platanoides, Spitzahorn; Blüten in eher aufrechten Doldenrispen, gelbgrün ; Blätter 5-lappig mit lang und spitz ausgezogenen Sekundärlappen; Knospen glänzend rotbraun, kahl; Fruchtflügel bilden stumpfen Winkel
  • Acer pseudoplatanus, Bergahorn; Blüten in hängenden, traubenförmigen Rispen, Blätter (3)-5-lappig, ungleichmäßig gezähnt/gekerbt; Knospenschuppen olivgrün, randlich bewimpert; Fruchtflügel bilden spitzen Winkel
  • Aesculus hippocastanum, Rosskastanie; Knospenschuppen glänzend, klebrig; Blätter 5-7-teilig gefingert, alle Teilblättchen sitzend; junge Stängel u. Blattstiele braunfilzig; Blüten weiß, m. gelben u. roten Flecken, in großen, aufrechten Kerzen; rot blühend ist Aesculus x carnea: mittl. Teilblättchen gestielt, Borke eher braun
  • Pyrus communis vs. malus domestica, Birne/Apfel (K); Beide: Blüten zu 3-8(9) an Kurztrieb; Birne: Blätter OS glänzend, US filzig behaart; Blüten immer weiß; Staubbeutel rot, später schwarz; Apfel: Blüten außen rötlich m. gelben Staubblättern, Blätter weniger glänzend, US stärker graufilzig Blattnerven deutlicher abgesetzt
  • Allium ursinum, Bärlauch; strahlige Liliaceenblüten reinweiß, in Scheindolden; Blätter gestielt m. klar abgesetzter Spreite; junge Blätter sofort entfaltet; OS glänzend, Spitze nach hinten (vgl. Maiglöckchen! junge Blätter deutlich eingerollt, Spreite bis an den Grund verschmälert; OS matt, Blattspitze nach vorne gebogen; Geruch!)
  • Silene dioica, Rote Lichtnelke; Blütenstand gabelig verzweigt; Kronblätter tief 2-spaltig, mit kl. Nebenkrone, Staubbl. nicht länger als Nebenkrone, Griffel deutl. länger; Kelch der ♂ Blüten purpurn, der der ♀ Blüten grün mit roten Adern; Stängel u. Blätter (beidseits!) lang behaart; reife Kapsel m. 10 zurückgebogenen Zähnen
  • Alliaria petiolata, Knoblauchsrauke; Blätter wechselständig, herzförmig, grob gezähnt/gekerbt; Knoblauchsgeruch beim Zerreiben; lang gestielte Grundblätter schwach gekerbt, nierenförmig; Blüten klein, weiß; Schoten nicht dicker als der Fruchtstiel, aufrecht, bis 5 cm lang
  • Carex muricata agg., hier C. polyphylla; Die Artengruppe („Aggregat“) der Sparrigen Segge besteht aus etwa 5 nahe verwandten Arten. Unterscheidung durch Form der Schläuche, Kompaktheit der Ährenstände, Blattbreite und Länge/Breite-Verhältnis des Blatthäutchens; Gleichährige Seggen mit männlichen Blüten apical, Ähren ungestielt, Blätter max. 5 mm breit, Schäuche über 3 mm lang; wenigblütige Ähren mit sparrigem Aussehen
  • Agrostis stolonifera, Weißes Straußgras; In “Rosetten“ niederliegend aufsteigend, untere Blattscheiden rot; Pflanze bildet meterlange oberird. Kriechsprosse aus; Blütenrispe reich verzweigt, einblütige, 2-3 mm lange Ährchen; viele kurze Blätter im unteren Teil (max. 20 cm lang, 6 mm breit), OS und US rau
  • Bellis perennis, Gänseblümchen; Blätter in grundständiger Blattrosette, eiförmig, in den Stiel verschmälert, schwach gezähnt; Früchte ohne Pappus!
  • Erigeron annuus, einjähriges Berufkraut, Feinstrahl; Grundblätter gezähnt, lang (jung stark!) behaart; Blattstiel der Grundblätter länger als bei bellis; Stängelblätter spärlich behaart, +/- ungezähnt
  • Carex sylvatica, Wald-Segge; meist nur eine apicale, männliche Ähre, die weiblichen bis weit unten verteilt, langstielig; Tragbl. länger als die Ähren, laubblattartig; Stängel stumpf dreikantig; Schläuche lang geschnäbelt; Blätter am Ende plötzlich in die Spitze verschmälert, mit 2 hochstehenden Blattnerven; hellgrün
  • Corydalis cava vs. Corydalis solida; Hohler / Gefingerter Lerchensporn; Waldbodenpflanzen, Mohngewächse; C. cava: Blüten größer, Sporn meist nach unten abgebogen; Hochblätter ganzrandig; Stängel am Grund ohne Niederblatt; Wurzelknolle hohl (Name!); C. solida: Hochblätter handförmig gespalten, Niederblatt vorhanden
  • Dactylis glomerata, Knäuelgras; blaugrün, untere Blattscheiden platt zusammengedrückt, Blatt und Blattscheide scharf gekielt, Blattspreiten oft abschnittsweise gewellt; Deckspelzen mit 0,5 mm langen Wimpern
  • Poa chaixii, Wald- Rispengras; hier an Ausnahmestandort, sonst in höheren Lagen! Blattscheiden kahl, seitlich stark zusammengedrückt; Blätter 5-10 mm breit, kurze Kahnspitze mit Stachelspitzchen; Ligula ca. 1 mm lang, bewimpert; Blattscheiden blaugrün, rau; oberste Blattscheide länger als Blattspreite
  • Galanthus nivalis, Schneeglöckchen; Blätter glauc, matt; überhängend i.G. zu Narcissus; 3-7 mm breit
  • Plantago lanceolata, Spitzwegerich; Blätter in Rosetten, schmal lanzettlich;
    Blütenstand kurz
  • Lapsana communis, Rainkohl; Grundblattrosette mit typ. “leierförmigen“ Blättern: fiederteilig mit sehr großem, ganzrandigen Endabschnitt; unterste Fiedern zeigen rückwärts; Blätter grob gezähnt, US und Stängel behaart; Blütenkörbchen wenigblütig, Hülle kahl, s. kurze Außenhülle, Früchte ohne Pappus und Krönchen
  • Taraxacum sect. Ruderalia; Löwenzahn, eine von vielen hundert “Arten”
  • Vicia sepium, Zaunwicke; 4-8 Fiederpaare + Ranke; Fiederblättchen +/-behaart, fast sitzend, oft an der Rhachis gegeneinander versetzt, Nebenblätter unterseits m. braunen Nektarien
  • Narcissus spec. (K), Narzisse (Zierformen); Blätter steif aufrecht, dick, Spitze stumpf, gelbgrün
  • Ranunculus acris, Scharfer Hahnenfuß; Kelchblätter anliegend, Stängel und Blütenstiel rund, anliegend behaart; Grundblätter lang gestielt, tief eingeschnitten; obere Stängelblätter teilw. ganzrandig
  • Ranunculus ficaria = Ficaria verna, Frühlings-Scharbockskraut; 8 oder mehr Kronblätter, 3 oder 5 kelchartige Hüllblätter; in den Blattachseln oft Brutknöllchen; bildet durch veg. Vermehrung Teppiche
  • Colchicum autumnale, Herbstzeitlose; blüht blattlos im Herbst, im Frühjahr erscheinen die breiten, lanzettlichen Blätter und umgeben die großen Fruchtkapseln; hoch giftig! Colchicin ist ein Zellteilungshemmer.
  • Senecio vulgaris, Gewöhnliches Greiskraut; Walzliche Blütenköpfchen ohne Zungenblüten, Hüllblätter mit schwarzer Spitze (sowohl die langen inneren als auch die ganz kurzen äußeren); junge Pflanzen oft stark wollig behaart; Pflanzen bleiben sehr klein
    (max. 20-30 cm).
  • Scilla siberica (K), Sibirischer Blaustern; Zierpflanze mit kurzen Blättern, blauen, glockig geformten und nickenden Blüten
  • Urtica dioica, (Große) Brennessel; Pfl. zweihäusig, deutl. verlängerter Endzahn am Blatt, Blätter größer und länglicher als bei der einhäusigen U. urens (Kleine Brennessel)
  • Vinca minor, Kleines Immergrün; Blaue 5-zählige Blüten in “Windrad“-Form; Blätter kahl, glänzend, kurz gestielt, gegenständig, stumpf lanzettlich; US matt, Adern kaum sichtbar; vgl. V. major: Blüten größer, Blätter breiter m. herzförmiger Basis, am Rand bewimpert
  • Viola reichenbachiana vs. V. riviniana; Wald-Veilchen vs. Hain-Veilchen; beide mit beblättertem, Blüten tragendem Stängel; Wald-Veilchen mit dunklem Sporn, Blätter spitz herzförmig, Nebenblätter lang gefranst; Hain-Veilchen mit hellem bis weißem Sporn, Blätter rund nierenförmig, Nebenbl. m. breiteren Fransen
  • Amelanchier lamarckii (K), Kupfer-Felsenbirne; Blätter im Austrieb kupferrot, seidenhaarig, mit 1-2 mm langer Stachelspitze; später grün, 5-10 cm lang; 5 Kronblätter weiß, schmal, stark entfernt; Kelch zu einer Schüssel verwachsen, mit 5 dreieckigen Kelchzipfeln
  • Dryopteris filix-mas agg., Wurmfarn; Fiedern am Grunde symmetrisch, Sori rund, groß, nicht randständig; Fiederchen abgerundet (nicht als Ganze stachelspitzig), ihr Seitenrand gezähnt; Spreite zum Grund schmäler, Fiedermittelrippen schwach spreuschuppig
  • Festuca rubra, Rotschwingel; Grundblätter borstenförmig, Stängelbl. m. flacher Spreite; Blattscheide weit geschlossen, ohne Öhrchen, oft rötlich; Ligula nur ein häutiger Saum; Deckspelzen m. deutlichen Grannen; bildet lockere Rasen durch lange unterirdische Ausläufer; Grundbl. V-förmig gefaltet, weich
  • Galium album vs. gallium mollugo (Weißes Labkraut / kleinblüt. Wiesen-Labkraut): G. album hat größere Blüten (3-5 mm), schmalere spindelförmige Blätter (max. 5 mm breit); G. mollugo hat kl. Blüten (2mm), breitere, verkehrt-eiförmige Blätter (bis 7 mm breit), und die Früchte stehen sparrig ab.
  • Geum urbanum, Echte Nelkenwurz; Kelchblätter so lang oder länger wie die nicht überlappenden Kronblätter; zusätzlich ein Außenkelch aus langen, lanzettlichen Hochblättern; Rhizom riecht beim Anschneiden intensiv nach Eugenol (Name!); Stängelblätter 3-teilig, Grundblätter auch mehrteilig gefiedert. Auffällig große, laubblattartige, kerbzähnige Nebenblätter
  • Carpinus betulus, Hainbuche; Zweige leicht zickzackförmig, Knospen zweizeilig horizontal; Borke grau, matt und typisch „spannrückig“
  • Cymbalaria muralis, Mauer-Zimbelkraut; Blätter nierenförmig-fünfzipfelig, Zipfel kurz zugespitzt, kahl, US oft violett wie die Stängel; Blüten hellviolett m. gelbem Gaumen und kurzem Sporn (ähnl. kl. Löwenmäulchen)
  • Euphorbia peplus, Garten-Wolfsmilch; Unterste Verzweigung (Scheindolde) dreistrahlig, darüber gabelig verzweigt; Blätter eiförmig, ganzrandig, Hüllchenblätter frei; Drüsenanhänge mit dünnen, fädlichen, fast parallelen „Hörnern“; Kapsel mit 3 doppelten Längsfalten, sonst glatt
  • Fragaria vesca, Walderdbeere; Blüten weiß m. überlappenden, breiten Kronblättern; Blattunterseiten und Stängel anliegend behaart; Kelchbl. von der Frucht zurückgebogen; Teilblättchen symmetrisch
  • Potentilla indica, Scheinerdbeer-Fingerkraut (früher Duchesnea indica); Blüten gelb, Kronblätter mit Abstand, Kelchbl. 3-5-zipflig, groß; Pfl. kriechend, Knoten wurzelnd; Blätter asymm. 3-zählig, US u. Stängel anliegend behaart; Früchte erdbeerartig mit roten Nüsschen; Bl. gekerbt, Zipfel m. Spitzchen
  • Potentilla reptans, Kriechendes Fingerkraut; rote, kriechende, an Knoten wurzelnde Stängel; 5 ausgerandete Kronblätter, Kelchbl. viel kürzer; Blätter 5-fingerig, langgestielt, Teilblättch. m. 5 u. mehr Zähnen beidseits
  • Poa annua, Einjähriges Rispengras; kleines Horstgras m. niederliegend-aufsteigenden Halmen, max. 30 cm; Blätter mit poa-typischer kurzer Kahnspitze, Ligula 2-4 mm weiß-häutig, an der Scheide herablaufend; blüht und fruchtet ganzjährig; untere Hüllspelze ein-, obere dreinervig; Blattscheiden seitl. zus.gedrückt, kahl
  • Saxifraga tridactylites, Dreifinger-Steinbrech; Trockenrasen u. Mauerkronen; Stängel rot, Blätter etwas fleischig, unregelmäßig lang-dreizipfelig; Zipfel spitzig; Pfl. drüsig behaart; Blüten weiß, Kronbl. 2-4 mm lang
  • Sinapis arvensis, Acker-Senf; schwefelgelbe, lang „genagelte“ Kronblätter (stielartige Verschmälerung von Perigon- oder Kronblättern heißen „Nagel“, der flache, breite Teil des Blattes „Platte“); schmale, abstehende Kelchblätter; Schoten mit 1-2 cm langem, geraden Schnabel; Blätter unregelmäßig gesägt, von verkehrt eiförmig (oben) bis leierförmig fiederschnittig (am Grund)
  • Ranunculus repens, Kriechender Hahnenfuß; Blütenstiel längs gefurcht, Kelchblätter anliegend; Pfl. niederliegend-aufsteigend, bildet Ausläufer; Blätter (doppelt) dreizählig gefiedert, Mittelabschnitt lang gestielt
  • Poa angustifolia, Schmalblättriges Rispengras; Grundblätter borstlich, sehr lang, überhängend; Halmblätter flach, 1-2 mm breit; kleine, dichte Horste bildend; Rispe doppelt so lang wie breit, Deckspelzen durch lange Zottenhaare zusammenhängend; Ligula nicht herablaufend
  • Polygonatum multiflorum, Vielblütige Weißwurz; Blüten zu 2 und mehr, Blätter hellgrün und seitlich 2-zeilig stehend; Stängel stielrund, Blattansatz weißlich; vgl. Salomonssiegel (P. odoratum): Blüten zu 1-2, Blätter blaugrün und 2-zeilig nach oben stehend; Stängel scharf gekantet, Blattansätze breiter und rötlich
  • Rumex obtusifolius, Stumpfblättriger Ampfer; Blätter > 10 cm, nie eingeschnürt; Pflanze erst oben (einfach) verzweigt, nur die unteren (entfernter stehenden) Blütenbüschel mit Tragblättern; Schwielige, mittellang gezähnte Valven; alle Blätter gestielt, zumindest untere z.T. m. herzförmigem Grund; Blattränder wenig kraus
  • Veronica sublobata, Hain-Ehrenpreis; Blätter wie V. hederaefolia, aber schmaler mit betonterem Mittellappen; Pflanze lang behaart, Bl. hellgrün, dünn; Blüten hell purpurlila mit bis an den Rand durchgehenden dunkleren Adern; Fruchtstiele 3x so lang wie die Kelchblätter, diese außen kahl, obwohl randlich behaart
  • Lysimachia nummularia, Pfennigkraut; Stängel kahl, kriechend; Blüten meist paarweise blattachselständig, mit 5 verwachsenen Staub- und 5 oben leicht gefransten, gelben Kronblättern; Blätter rundlich, zweizeilig gegenständig; Pfl. immergrün, ausdauernd, rasenbildend über sich bewurzelnde Knoten
  • Moehringia trinervia, dreinervige Nabelmiere; Stängel rundum behaart, kleine helle Pünktchen im Blatt durch eingelagerte große, morgensternartige Calciumoxalat-Drusen; spitze Kelchbl. m. Hautrand und Borsten auf der Mittelrippe länger als die gerundeten Kronblätter

    Galium aparine, Kleb-Labkraut
    Anemone nemorosa, Buschwindröschen
    Cardamine pratensis, Wiesen-Schaumkraut;
    Cardamine hirsuta, Behaartes Schaumkraut;
    Rumex acetosa, Sauerampfer
    Primula veris, Frühlings-Schlüsselblume
    Potentilla sterilis, Erdbeer-Fingerkraut
    Chelidonium majus, Schöllkraut;
    Geranium robertianum, Stink-Storchschnabel od. Rupprechtskraut;
    Lamium purpureum, Rote Taubnessel;

    Hedera helix, Efeu;
    Helleborus spec. (K)
    Aruncus dioicus (K), Zierform des Waldgeißbarts (Rosaceae);

    Lonicera pileata, Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (aus SO-Asien) vs. Cotoneaster (K); Lonicera gegenständig, Cotoneaster wechselständig; im Habitus sehr ähnliche, beliebte verholzende Bodendecker;
    Rosa sericea subsp. omeiensis fo. pteracantha, Stacheldrahtrose (K)

    Orobanche hederae (außerhalb der Mauer, Ecke Karls-/Johanniterstraße), Efeu-Sommerwurz







Protokoll der Exkursion vom 05.04.2019:
Wiese, Damm und Graben

Bebelstr. gegenüber Benzhausen

Eigentlich wollten wir in den Bannwald und hatten eine Karte mit Suchräumen für den Königsfarn dabei (von Klemens Fritz zur Verfügung gestellt). Die Feuchtwiese vor dem Damm war schon sehr artenreich, auf dem Damm und am Rand des Eichmattenbächles wurde es dann schon langsam dunkel… Arten, die wir bei der letzten Exkursion bereits behandelt hatten, zähle ich am Ende nur kommentarlos auf.

  • Festuca arundinacea, Rohr-Schwingel; veg. Merkmale: Ligula ist ein schmaler, häutiger Saum; Blattscheide mit bewimperten, kurz sichelförmigen Öhrchen; Bl. bis 18 mm breit; Grundblattscheiden weiß, n. zerfasernd
  • Ranunculus „arvensis, Acker-Hahnenfuß“: Damit waren zwar alle einverstanden, aber er war’s wohl nicht! R. arvensis ist ein Getreideunkraut, und die Bl. sehen aus wie breitere Tauchblätter eines Wasserhahnenfuß … Die Blätter führen beim Nachbestimmen am ehesten zu R. nemorosus (=R. tuberosus), dem Hain-Hahnenfuß.
  • Luzula campestris, Feld-Hainsimse: nur 25 cm hoch, Bl lang behaart, flach, kurz; alle Perigonbl. gleich lang, rot-braun; Pfl. mit Ausläufern; Staubbeutel 4x so lang wie die Staubfäden; Griffel mind. so lang wie Fruchtknoten
  • Anemone nemorosa, Buschwindröschen; Blüten auch lila /rosa; keine grundständigen Blätter
  • Rumex acetosa, Sauerampfer; Obere Stängelblätter mit Spießecken sitzend oder stängelumfassend; Blätter schmecken sauer, nicht bitter, sind >5cm lang und max. 5x so lang wie breit; dicklich, Nervatur undeutlich; Blattscheiden fransig / gezähnt; Seitenäste des Blütenstandes sind unverzweigt.
  • Ajuga reptans, Kriechender Günsel; Pfl. m. oberirdischen Ausläufern; Blätter ganzrandig, höchstens seicht gekerbt; oberste Tragbl. n. länger als Blüten; Oberlippe d. Blüten fehlt fast ganz (typ. f. einheim. Ajuga-Arten)
  • Veronica chamaedris, gamanderblättr. Ehrenpreis; Blüten in endständ. Trauben; Stängel m. 2 Haarreihen
  • Sanguisorba officinalis, Großer Wiesenknopf; Grundblätter m. 3-8 Fiederpaaren (S. minor 4-12), die Fiederblättchen mit 12-20 Zähnen jederseits (S. minor 5-9 Zähne), Endfiederchen mit echter Spitze, bei S. minor mit „versenkter Spitze“ (wie bei Potentilla sterilis, s.u.); Stängelblätter wechselständig m. gr. Nebenbl.
  • Scirpus sylvaticus, Wald-Simse; Spross stumpf dreikantig, Blätter dreifach gekantet ähnl. Carex pendula, dort aber Spross scharf dreikantig; B.std. große Spirre aus über 100 Ährchen; an Ufern u. auf feuchten Wiesen
  • Holcus lanatus, Wolliges Honiggras; Blätter, Halme und Blattscheiden dicht weich behaart, Knoten aber ohne Haarkranz (dies bei H. mollis! hier aber Blätter u. obere Blattscheiden kahl, Blatthäutchen länger)
  • Alopecurus pratensis, Wiesen-Fuchsschwanz; Grannen der Deckspelzen ragen aus der Ähre; 4-6 einblütige Ährchen auf einem Seitenast; Hüllspelzen bilden keinen „Stiefelknecht“ wie bei Phleum!
  • Stellaria graminea, Gras-Sternmiere; scharf 4-kantiger Stängel, gegenständige, spitz lanzettliche Blätter mit alternierenden Seitentrieben; erst nach deren Streckung erhält die Pflanze ihren sparrigen Habitus!

    Bild rechts: Stellaria graminea, Gras-Sternmiere ->

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  • Filipendula ulmaria, Mädesüß; Charakterart der Hochstaudenfluren, an Säumen in Feuchtwiesen; Blätter 2-5-paarig gefiedert, Endabschnitt am größten; zw. den Fiederblättchen noch kleinere an der Rhachis, diese wie die Stängel rot; Rosengewächs m. typ. gedrehten, kugeligen Früchten („red dot award“, 2-3 mm Durchm.)
  • Narcissus spec., Narzisse; blaugrüne, dicke Blätter, steif aufrecht, mit abgestumpfter, gelbgrüner Spitze; angepflanzt und ephemer verwildert - natürl. Vorkommen nur N. radiiflorus im Feldberggebiet (selten)
  • Potentilla sterilis, Erdbeer-Fingerkraut; Blätter ähnl. Erdbeere, aber: schmaler, weißer Haarsaum am Rand, Mittelzahn der Fiederblättchen viel kürzer als die seitlichen, mittl. Fiederblättchen kaum gestielt, die beiden seitlichen oft asymmetrisch; Kronblätter nur so lang wie Kelchbl., nicht überlappend (auf Abstand);
  • Cardamine pratensis, Wiesenschaumkraut; Blütenstände kopfig, blasslila Blüten; Fiederblättchen d. Stängelblätter sehr schmal eiförmig, sitzend; Fiederbl. der Grundblattrosette rund, aber Grund mehr herzförmig als bei C. hirsuta, insgesamt größer, derber und dunkler
  • Potentilla verna? reptans? Fingerkraut mit 5-zählig gefingerten Blättern, nicht blühend; P. reptans bildet oberirdische Ausläufer, P. verna bildet eher enge Polster; hier wohl eher P. reptans
  • Carex brizoides, Zittergras- oder Seegras-Segge; gleichährige, oft rasenbildende Segge mit Ausläufern; Blätter länger als die Stängel, oft schlaff übergebogen (bilden dichte, „wogende Felder“ im Wald)
  • Geranium pusillum, Kleiner Storchschnabel; Stängel kurzhaarig bis kahl, Blätter rundlich, oft tief eingeschnitten; Kronblätter ausgerandet, Kelchblätter behaart, ohne Granne
  • Geum rivale, Bach-Nelkenwurz / Geum urbanum, Echte Nelkenwurz; nicht sicher bestimmbar, da nur Grundblätter vorhanden; diese bei G. rivale weniger spitz, mit längerem Stiel und stärker/unregelmäßig gefiedert; Stängelblätter bei G. rivale lang gestielt mit kl. Nebenblättern, bei G. urbanum kurz gestielt mit gr. Nebenbl. Entscheidung durch Ausgraben: G. rivale hat flach kriechenden Wurzelstock, bei G. urbanum senkrecht…
  • Solidago gigantea, Riesen-Goldrute; im Vgl. zu S. canadensis: Blätter oberseits glatt, zwischen den Adern nicht aufgewölbt, Stängel komplett kahl, rot, bereift (nicht grün und oben behaart); Zungenblüten lang, abstehend, nicht eingerollt u. nur so lang wie Röhrenblüten; Pappushaare länger als 2,5 mm, nicht 1-2 mm
  • Valerianella spec., Feldsalat; hier mit breit eiförmigen, großen Blättern -> wohl V. locusta („gewöhnl. F.“), Gattung gut erkennbar an der unten oft stumpfwinkligen, dichotomen Verzweigungsart
  • Cerastium glomeratum, Knäuel-Hornkraut; alle Hochblätter ohne trockenhäutigen Saum, Blütenstiele kürzer
    als der Kelch (bei C. brachypetalum länger); Blätter hellgrün/gelbgrün


    Bild rechts: Cerastium glomeratum, Knäuel-Hornkraut ->

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  • Daucus carota, Wilde Möhre; Geruch und Wurzel bestätigen den Verdacht; später im Jahr die schwarze Mittelblüte und der sich nestförmig schließende Fruchtstand
  • Medicago sativa, Luzerne; Blätter dreizählig gefiedert, das mittlere Fiederblättchen ist gestielt; Mittelrippe der Fiederblättchen bilden Stachelspitze, nur Vorderseite gezähnt; Stängel gerundet kantig, gerade behaart (vgl. M. falcata (gelb blühd.): Stängel kantiger, kraus behaart, Stiel d. mittl. Teilblättchens nicht so lang, Blättchen etwas von vorne gestaucht, nicht gleichmäßig eiförmig wie bei M. sativa; Aber: fließende Übergänge!)
  • Malva moschata, Moschusmalve; Blätter 5-7-zählig handförmig geteilt mit tief fiederschnittigen Teilblättchen, Endfiedern schmal, parallelrandig; Grundblätter gekerbt bis gelappt; dunkelgrün; Blüten rosa, Kronblätter seicht, gefranst ausgerandet; Kelch mit Sternhaaren, 3-zähliger Außenkelch (schmal-lineal)
  • Primula elatior, Hohe Sclüsselblume; (in Klammern z. Vgl. P. veris, Wiesen-Schlüsselblume): Stängel langhaarig (kurzhaarig), Blattstiel so lang wie Spreite (1/3 so lang), Blütenstand einseitswendig (rundum); Blüten hellgelb mit dunklerem Schlund (dottergelb m. 5 orangen Schlundflecken); Kronsaum eher flach (glockiger), Kelchröhre anliegend (glockig aufgeblasen, abstehend); Welche war unsere? Hab’s nicht so genau gesehen…

    Direkt am Ufer des Eichmattenbächles:

  • Caltha palustris, Sumpfdotterblume; durch große Blüten und das dunkle Dottergelb unverwechselbar
  • Iris pseudacorus, Gelbe Schwertlilie, Sumpf-Schwertlilie; Blätter nicht sichelförmig gebogen und weniger blau-grün als I. germanica (Weinberge …); verträgt viel Nässe, auch längere Zeit
  • Carex acutiformis, Sumpf-Segge; stark glauc, schon fast blaugrau; Endähre groß, schwarz, darum gedrängt kleinere männl. Ähren; die weibl. Ähren viel länger und anfangs sehr dünn, kurz gestielt, aufrecht
  • direkt daneben in dichtem Horst eine kleinere Segge, die ganz ähnlich aussieht - aber mit nur 1 männl. Ähre;
    hat zu der jemand noch’ne Idee? C. acuta ???
  • Nasturtium officinale, (zweireihige) Brunnenkresse; schmeckt man! steht am Ufer im Wasser; Blätter unpaarig gefiedert m. 2-4 Fiederpaaren; Blättchen ungleichm. gelappt; im Wasserbereich auch ungefiederte Bl.
  • Braune, fertile Schachtelhalmsprosse -> vermutlich Equisetum arvense, aber nicht näher bestimmt vor Ort;

    Auf dem Rückweg:

  • Eruca sativa, Senfrauke oder Ölrauke; einzelnes, versprengtes Exemplar, am Straßenrand, blühend; meine Assoziation „weißer Senf“ war Quatsch, der blüht gelb; aber „Senf“ war irgendwie schon zielführend…
  • Galium album (oder G. mollugo agg.), Wiesenlabkraut; nicht klebrig, sieht sonst im Jugendstadium ganz ähnlich aus wie G. aparine
  • Lamium album, Weiße Taubnessel; Kelch i.G. zu L. maculatum symmetrisch; Tragblätter unter den Blütenwirteln länglicher (2-3x so lang wie breit; bei L. maculatum 1-2x); regelmäßiger gezähnt (L. maculatum unregelmäßig bzw. teilw. doppelt gezähnt)

    Arten, die wir schon am Tuniberg hatten:

  • Ranunculus ficaria
  • Glechoma hederacea
  • Galium aparine
  • Veronica persica
  • Geranium robertianum
  • Lamium maculatum
  • Lamium purpureum

    Sollte in einem Protokoll mal grober Unfug stehen, bitte ich um Korrektur! Und wenn jemand eine Art herausbekommen hat, die unklar war, bitte ich um entsprechenden Hinweis!







Protokoll der Exkursion vom 29.03.2019: Tuniberg bei Munzingen



Bei warmem Frühlingswetter haben wir - ca. 18 Interessierte - die Frühlingsflora am Wegrand und in den Weinbergen unterhalb der St. Ehrentrudis-Kapelle erkundet. Um diese Zeit sind viele Pflanzen in einem schwer zu erkennenden Rosettenstadium, bevor sich die Sprossachse streckt - für dieses Entwicklungssatdium sind auch kaum Bilder im Netz zu finden, geschweige denn so etwas wie Schlüssel.

Bereits in Blüte konnten wir diese Arten identifizieren:

  • Ranunculus ficaria, Scharbockskraut
  • Viola odorata, Wohlriechendes Veilchen oder Märzveilchen: Blütenstiele aus der Grundblattrosette, kurzer, stumpfer Sporn, Pflanze mit Ausläufern
  • Stellaria media agg., Vogelmiere oder Hühnerdarm; typisch ist der einreihig behaarte Stängel; essbar
  • Chelidonium majus, Schöllkraut; Gelber Milchsaft, unverwechselbare Fiederblätter; Mohngewächs
  • Veronica persica, Persischer Ehrenpreis; Große Blüten einzeln auf langen Stielen, Blätter vom Grund an grob gesägt; ganz typische Früchte! V. chamaedris hat endständige Blütentrauben, kann im Aspekt ähnlich sein.
  • Veronica hederaefolia, Efeublättriger Ehrenpreis; Blüten viel kleiner (3-7 mm), Blätter seitlich ganzrandig, mit 3-5(-7) breiten Blattzipfeln (eben „efeublättrig“)
  • Euphorbia helioscopia, Sonnwendige Wolfsmilch; Unterste Blütenstandsverzweigung fünfzählig, Fruchtkapsel
    glatt, Drüsenanhängsel rundoval, Blätter vorne gezähnt; vgl. E. peplus: 3-zählig, fädige Anhängsel, Fr.kps. faltig
  • Lamium maculatum, Gefleckte Taubnessel; Kronröhre deutlich gebogen
  • Lamium purpureum, Rote Taubnessel; Kronröhre gerade, oberste Blätter meist rot überlaufen, untere Blätter deutlich gestielt, Tragblätter nur seicht gekerbt
  • Lamium amplexicaule, Stängelumfassende Taubnessel; Kronröhre gerade, aber länger und dünner, viel länger als der Kelch; O’lippe behaart; halb stängelumfassende, eingeschnittene Tragblätter, höchstens randlich rot
  • Fumaria officinalis, Erdrauch; Mohngewächs; Blütenstände 20-50-blütig, Blätter groß, mehrfach gefiedert, „glauc“ (= blau-/grau-grün; meist durch Wachsüberzug); Blattzipfel flach, oft stachelspitzig
  • Glechoma hederacea, Gundelrebe od. Gundermann; typisch nierenförmige, gekerbte Blätter, oft rot überlaufen; Pfl. bildet z.T. meterlange Ausläufer; Blüten m. verkürzter Oberlippe (vgl. Ajuga ganz ohne)
  • Capsella bursa-pastoris, Hirtentäschel; unverwechselbare Schötchen; Grundblätter rosettig, fiederteilig, behaart; Stängelblätter stängelumfassend, ganzrandig bis fiederschnittig
  • Cardamine hirsuta, Behaartes Schaumkraut; aufrechte Schoten, daran oft noch persistierende Kronblätter; Grundblattrosette gefiedert mit kreisrunden, leicht gelappten Fiederblättchen; Endfieder größer; 2-4 Stängelblätter ohne Öhrchen, Fiederblättchen hier länglich
  • Erophila verna (= Draba verna), Hungerblümchen; 5-25 cm lg. dünne Stängel, blattlos; kleine Grundblattrosetten; Schötchen spitzoval bis rund, mit persistierender Scheidewand; Kronblätter eingeschnitten
  • Erodium cicutarium, Reiherschnabel; sehr größenvariabel, hier mastige Rosetten; oft winzig! Fiederblätter;
  • Ulmus carpinifolia (= U.minor), Feldulme (fruchtend; blüht sehr früh!); Fischgrätmuster der Zweige; Korkleisten
    In Knospe fanden wir:
  • Salvia pratensis, Wiesensalbei; nicht unbedingt „nach Salbei“ riechende Blätter; wollig behaarte Knospentrauben, Blätter dreieckig, v.a. grundständig, dick runzelig; ungleichmäßig gesägt bis gekerbt
  • Holosteum umbellatum, Spurre; Rarität! Blütenstiele z.T. zurückgeschlagen; Kronblätter vorn gezähnelt; Stängelblätter blaugrün, sitzend, längl.-eiförmig; Fruchtkapsel mit 6 zurückgebogenen Zähnen; Stängel und Blätter drüsig behaart; RL B.-W.: Vorwarnliste

    Vegetativ sicher zuordnen konnten wir:
  • Galium aparine, Kleb-Labkraut
  • Geranium robertianum, Stink-Storchschnabel, Rupprechtskraut; einzige Art d. Gattg. m. Fiederblättern
  • Lapsana communis, Rainkohl; Charakteristische „leierförmige“ Grundblätter mit großem, gezähntem Endabschnitt, grundst. Fiederabschnitte rückwärts gerichtet; Bl. u.seits behaart, B. gelb, Fr. o. Pappus u. Krönch
  • Bryonia dioica, Zweihäusige od. rotfrüchtige Zaunrübe; Kletterpflanze; giftig
  • Echium vulgare, Natternkopf; ganz dunkle, schmale, weich borstige Rosettenblätter mit kl. weißen Pusteln
  • Saponaria officinalis, Echtes Seifenkraut; Nelkengewächs; Bl. u.seits m. 3 Längsnerven; B. groß, weiß-rosa, Fr.kapseln keulenförmig, 3-5 cm lang, mit 4 Zähnen aufspringend
  • Euphorbia cyparissias, Zypressenwolfsmilch
  • Valeriana officinalis agg., Baldrian
  • Linum perenne agg., Ausdauernder Lein; versch. U.arten bei uns in Ausbreitung (Zierpfl.!)
  • Silene latifolia, Weiße Lichtnelke; überwinterte Fruchtkapseln mit 10 nicht zurückgebogenen Zähnen
  • Euonymus europaeus, Pfaffenhütchen; typ. 4 Korkleisten an den grünen Jahrestrieben


Nicht sicher waren wir uns bei unterschiedlichen Verbascum- und Cirsium-Rosetten, sowie bei einer Rosette, die als Foto beigelegt ist: Evtl. Papaver dubium, Saatmohn? Auch zwischen Geranium rotundifolium und G. pyrenaicum konnten wir uns nicht abschließend entscheiden.


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(BUND Naturschutz RVSO, Arbeitskreis Botanik)

Protokoll der Knospenexkursion am südwestlichen Schönberg am 22.03.2019




  • Exkursionsleitung: Siggi Mattausch, Mail: siegfriedmattauschweb.de
  • Protokoll: Jan-Aurel Debusmann, Mail: jan.aurel.debusmanngmail.com
    (bei Fragen und Verbesserungsvorschlägen bitte jederzeit melden)
  • Leitung des BUND-AK Botanik: Dr. Henner Wenzel, Mail: Henner-Wenzelweb.de
  • Datum der Exkursion: 22.03.2019
  • Exkursionstrecke: in 79285 Ebringen, Haltestelle Rebstall – Dammenweg – Im Tirol – Schönbergstraße - Fahrnauweg – NatURWALDpfad Schönberg (Neupfad) – Michelbergweg (Runde ums Tal) – Abstecher über Wiese, wieder zum Fahrnauweg und zurück zur Haltestelle Rebstall.
  • Link zur Fotodokumentation:
    https://drive.google.com/open?id=1AkjrGa-8uwzcGrWm8hTkB_JnwclHkdzX


Wir trafen uns bei sonnigen 18°C zur diesjährig ersten Exkursion des AK Botanik. Hocherfreut durften wir an die 15 TeilnehmerInnen begrüßen, darunter sehr viele Bachelor-und Masterstudenten der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen (UNR) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Wir drehten eine 2-h-Runde rund um den Talkessel oberhalb von Ebringen. Die meisten Knospen hatten schon geschoben, sodass wir bis auf wenige Ausnahmen genau das „Mittelding“ zwischen Knospe und fertigem Blattschmuck bestaunen durften. Ich entschied mich zu einer Fotodokumentation (Erstversuch). Die Bilder werden in einem Ordner auf GoogleDrive für alle zur Verfügung gestellt.
Kamera: SONY Cybershot DSC-W120 von 2006 mit 7,2 MP. Wegen der vielen Studenten-Neuzugänge hier nochmal eine explizite Zusammenstellung guter Botanik-Links und Bestimmungsliteratur.


Empfohlene Links in Sachen Botanik:


1. http://blumeninschwaben.de: genial zur Verifizierung bestimmter Pflanzendetails oder Komplettbestimmung mit Blüten, braune Schaltflächen oben mal durchprobieren. Über „Familien“ direkter Bestimmung-Einstieg bei der jeweiligen Familie oder Gattung möglich: mit Strg+F Suchfeld öffnen, Eingabe der Familie oder Gattung, los geht´s.
2. https://www.baumkunde.de: Focus auf Gehölzen, auch im Winterzustand.
3. https://www.schmitzens-botanikseite.de/archiv.htm: das „Tor zum Oberdorfer“, gute Website für lebendig dargestellte Zusammenhänge in der Pflanzensoziologie.
4. http://www.forstbotanik.uni-freiburg.de/Lehre: hier findet Ihr z.B. die Bestimmungsschlüssel und Botanik-Skripten für Studenten der Forstwissenschaften. Auch gut: hinter der Schaltfläche „Forstbotanischer Garten“ finden sich u.a. Listen zur Erklärung botanischer Art und Gattungsnamen.

Empfohlene botanische Bestimmungsschlüssel bzw. Literatur:
1. Jäger, E.J. (Hrsg.) (21. Aufl., 2016), Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland.
Gefäßpflanzen: Grundband, Wiesbaden. [DIE Standardflora zur Bestimmung mit Blüten]
2. Jäger, E.J. et. al. (Hrsg.) (12. Aufl., 2013), Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland.
Gefäßpflanzen: Atlasband, Wiesbaden. [Zugehöriger Band mit Zeichnungen zu 1.]
3. Eggenberg, S. und Möhl, A. (3. Aufl., 2013), Flora Vegetativa, Bern. [Bestimmung ohne Blüten]
4. Yann, F. et. al. (1. Auflage 2018), Botanische Grundkenntnisse auf einen Blick – 40 mitteleuropäische
Pflanzenfamilien, Bern. [optisch einprägsamer Überblick Familienmerkmale]
5. Application für iOS oder Android (im Playstore): Flora Helvetica [sehr teuer, sehr gut, läuft auch offline, Vorteil vor blumeninschwaben.de]
6. http://blumeninschwaben.de (auf jeden Fall sehr gut, wenn Internet und Blüte vorhanden)

Bestimmungsschlüssel anbei: „Knospen und Zweige: Tabelle zur Bestimmung der wichtigsten Bäume und Sträucher (Angiospermae) im Winterzustand“. Den habe ich leider nicht mehr „neu“ gefunden, Exemplar stammt noch aus meinem Studium Forstwissenschaften mit ein „bissl Gekrakel“ drin.



Noch ein Wort zu meinen Quellen für Art- und Familienangaben: Durch die neueste Forschung haben sich gerade in den letzten 10 Jahren die Familienzugehörigkeiten vieler Arten und Gattungen geändert und ändern sich voraussichtlich auch in Zukunft immer mal wieder. Die Plattform mit der aktuellsten Umsetzung dieser Änderungen ist:
http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/, dort fließen die neuesten Forschungsergebnisse ein. Mir ist die schnelle Suche dort allerdings zu zeitraubend „um die Ecke“. Die Quellen meiner Familienangaben sind die Online-Enzyklopädie Wikipedia und die Flora Vegetativa (3. Auflage 2013), die sich meiner Erfahrung nach noch nie widersprochen haben. Das Wiki-Prinzip der offenen Plattform scheint gut zu funktionieren. Ich vermute, dass Botanik-Literatur ab 2013 prinzipiell auf dem neuesten Stand ist.

GEOLOGIE: Der Schönberg stellt im „Grabenbruchsystem Rheinebene“ eine auf halbem Weg nach unten „hängengebliebene“ Jura-Scholle dar – hängen geblieben zwischen dem eingebrochenen Graben der Rheinebene und dem herausgehobenen Massiv des Schwarzwalds auf der westlichen Grabenseite (auf der östlichen Seite wurden die Vogesen herausgehoben).

BÖDEN: geprägt durch Kalk (Stichwort Kalkserie: Rendzina - Terra fusca - Terra rossa, wobei die Bodengenese am Schönberg bei der Terra fusca aufhört), gute Basenversorgung, K, Ca, Mg ist immer gut verfügbar. An vielen Standorten finden sich flachgründige Rendzinen, an manchen Stellen auch stark entcarbonatisiert, die Bodengenese läuft dort schon ansatzweise Richtung Terra fusca: Kalkfels enthält neben den Carbonaten als Hauptbestandteil etwa 1 - 3 % Silikate und Oxide als Beimischung.
Verwittert Kalkfels und werden alle Carbonate weggeführt, bleiben irgendwann die Silikate und Oxide übrig, allerdings erst bei sehr fortgeschrittener Bodengenese. Bildlich gesprochen bleiben somit von einem Meter Kalkfels nach vollständiger Entcarbonatisierung etwa 1 – 3 cm silikatischoxidischer Rückstand übrig¹. Dieses Material ist das, was Siggi als „Ton“ angesprochen hat, weil dieser Rückstand die Korngröße der Tonfraktion besitzt (Partikelgröße < 0,002 mm) und die vorhandene Lehm-Mischung aus den Korngrößen Sand, Schluff und Ton zugunsten der Tonfraktion verschiebt. Solange noch Carbonat im Boden ist, sinkt der pH nie unter 6,2 (Carbonat-puffer). Ist der Kalk jedoch weg, sinkt den Boden-pH mehr oder weniger deutlich darunter.
Mit der Wasserversorgung kann es auf Kalkböden wegen des durchlässigen Gesteins in trockenen Sommern Probleme geben, besonders auf sehr flachgründigen Rendzinen. Die hohen Niederschläge am Schönberg sorgen jedoch für eine gute Wasserversorgung der Region.

¹ Von ursprünglich 10 m Kalkfels bleiben dementsprechend 10 bis 30 cm silikatisch-oxidischer Rückstand. Es ist je nach Höhe des entsprechenden Bodenhorizontes und dessen Lage im Gelände somit ein bedingter Rückschluss auf die Höhe des ursprünglichen Kalkfelsens und die Zeit der Bodenentwicklung möglich. Dies ist am Schönberg gut zu beobachten in der Nähe des „Schönberger Hofes“: unterhalb des Parkplatzes der Gaststätte führt eine ansteigende Forststraße Richtung Osten, an deren Wegrand vom Institut für Bodenkunde verschiedene Bodenprofile ausgehoben worden sind, welche unterschiedliche Entwicklungsstadien zwischen den Bodentypen Rendzina und Terra fusca zeigen.


KLIMA: Höhe der Exkursionsroute etwa 350 – 400 m NN (Schönberg-Gipfel 644 m NN), immer noch Weinbauklima, relativ warm, Jahresmitteltemperatur etwas weniger als Fr, etwa 9°C. Niederschlag ist relativ hoch, hier schon im Rückstaugebiet des Schwarzwaldes, etwa 850 – 900 mm, somit relativ gute Wasserversorgung, prinzpiell erstmal kein Wasserstress. Unser Exkursionsgebiet ist allerdings Südwest-exponiert, zusammen mit dem Kalk-Untergrund ist es doch eher trocken, zumal unter dem Zeichen der Klimaerwärmung.


ARTENLISTE:



Juglans regia, Walnuss (Juglandaceae, Walnussgewächse)
Fagus sylvatica, Rotbuche (Fagaceae, Buchengewächse)
Sambucus nigra, Schwarzer Hollunder (Adoxaceae, Moschuskrautgewächse). Weißes Mark.
Sambuscus racemosa, Roter Hollunder. Rotes Mark.
Taxus baccata, Eibe (Taxaceae, Eibengewächse). Nadeln als grüne Leisten am Zweige herablaufend (siehe Bestimmungsschlüssel für Koniferen auf
http://www.forstbotanik.uni-freiburg.de/Lehre ).
Ilex spec., Stechpalme, (Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse). In der Siedlung Zuchtform mit einer
Dorne an der Spitze (Foto 08). Steinfrucht kugelig, rot, giftig (20 - 30 Beeren sind tödlich!)
Ilex aquifolium, Europäische Stechpalme (Foto 62). Mehrere bedornte Blattlappen.
Pinus mugo, Berg-Kiefer, Latsche (Pinaceae, Kieferngewächse). 2-nadelige Kiefer, Nadeln kurz.
Weitere wichtige Kiefern-Arten [siehe auch Forstbotanik-Bestimmungschlüssel Pinus]:
  • Pinus cembra, Zirbel-Kiefer, Zirbe, Arve. 5-nadelig. Diesjährige Zweige rot-gelbbraun, filzig
    behaart.
  • Pinus strobus, Weymouths-Kiefer. 5-nadelig. Diesjährige Zweige sehr fein von ungleichmäßig
    kurzen Haaren besetzt.
  • Pinus sylvestris, Wald-Kiefer, Föhre. 2-nadelig. Nadeln verdreht, lassen sich nicht zu „einer
    Nadel“ zusammenlegen. Nadeln kurz.
  • Pinus nigra, Schwarz-Kiefer. 2-nadelig. Nadeln lang.

Betula pendula, Hänge-Birke (Betulaceae, Birkengewächse)
Coryllus avellana `Contorta´, Korkenzieher-Hasel (Betulaceae, Birkengewächse)
Hedera helix, Gemeiner Efeu (Araliaceae, Araliengewächse)
Picea abies, Gemeine Fichte (Pinaceae, Kieferngewächse). Gattung Picea: Nadeln sitzen auf kleinen braunen Stielchen dem Zweige auf (fallen die Nadeln ab, bleiben die braunen Stielchen als „Raspel“. Gattung Abies, Tanne: Nadeln sitzen auf kleinen grünen Scheibchen dem Zweige auf.
Paulownia tomentosa, Blauglockenbaum (Paulowniaceae).
Vinca minor, Kleines Immergrün (Apocynaceae, Hundsgiftgewächse)
Acer pseudoplatanus, Berg-Ahorn (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse). Acer, Fraxinus
+ Aesculus (!) (im Gegensatz zur Aussage auf der Exkursion) sind im Forstbotanik-Schlüssel die einzigen Baumgattungen, die gegenständig sind.
Acer campestre, Feld-Ahorn (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse)
Buxus sempervirens, Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxaceae, Buchsbaumgewächse). Gegenständig.
Früchte grün. Abgrenzung zu Cotoneaster integerrimus, Gewöhnliche Zwergmispel („Cotoneasterwüste“ in Wohngebieten): letzterer gehört zur Familie Rosaceae, wechselständig, Früchte rot.
Ligustrum vulgare, Gewöhnlicher Liguster (Oleaceae, Ölbaumgewächse). Gegenständig.
Rubus fructicosus agg., (Rosaceae, Rosengewächse)
Cornus sanguinea, Roter Hartriegel (Cornaceae, Hartriegelgewächse). Rote Jahrestriebe.
Euonymus europaeus, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Europäisches Pfaffenhütchen (Celastraceae, Spindelstrauchgewächse). Grüne Jahrestriebe.
Clematis vitalba, Gewöhnliche Waldrebe (Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse). Liane, im Bild „Kurve“ bzw. ganze „Vorhänge“ bildend. Im Naturschutz u.U. unerwünscht, kann verdämmende Wirkung haben, heißt: wächst nichts mehr drunter.
Rosa spec. (Tja, kaum zu glauben, aber so sieht´s aus: Rosaceae, Rosengewächse :-)
Ulmus minor, Feldulme (Ulmaceae, Ulmengewächse)
Prunus spinosa, Schlehdorn (Rosaceae, Rosengewächse)
Viburnum lantana, Wolliger Schneeball (Adoxaceae, Moschuskrautgewächse)
Crataegus laevigata (VERMUTUNG), Zweigriffeliger Weißdorn (Rosaceae, Rosengewächse). Zwei Griffel, zwei Steinfrüchte, Blätter meist nicht tief geteilt (weniger als 1/3).
Crataegus monogyna, Eingriffeliger Weißdorn. Ein Griffel, eine Streinfrucht, Blätter tief geteilt.
Tilia cordata (VERMUTUNG), Winter-Linde (Malvaceae, Malvengewächse)
Quercus robur (VERMUTUNG), Stiel-Eiche (Fagaceae, Buchengewächse). Fruchtstiele lang, Blattstiele kurz.
Quercus petrea, Trauben-Eiche. Fruchtstiele kurz, Blattstiele lang.
Carpinus betulus, Hainbuche (Betulacea, Birkengewächse)
Sorbus torminalis, Elsbeere (Rosaceae, Rosengewächse)
Lonicera xylosteum, Rote Heckenkirsche (Caprifoliaceae, Geißblattgewächse). Silbriges Holz, gegenständig.
Prunus avium, Vogel-Kirsche, Süß-Kirsche (Rosaceae, Rosengewächse). Am Blattstiel unterhalb des Blattes zwei rote Drüsen.
Prunus spec., Steinobst. Auch als „Süßkirsche“ angesprochen.
Fraxinus excelsior, Gemeine Esche (Oleaceae, Ölbaumgewächse). Neben Acer und Aesculus einzige gegenständige Baumgattung im Forstbotanik-Schlüssel.
Galium odoratum, Waldmeister (Rubiaceae, Rötegewächse)
Salix caprea (VERMUTUNG), Sal-Weide (Salicaceae, Weidengewächse). Einzige Weide, die trocken steht. Passt hier vom Standort, aber nicht in Bezug auf Knospen und Kätzchen
[vgl. baumkunde.de]
Aesculus hippocastanum, Roßkastanie (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse). Neben Acer und Fraxinus einzige gegenständige Baumgattung im Forstbotanik-Schlüssel.




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Dieser Artikel wurde 2949 mal gelesen und am 12.12.2019 zuletzt geändert.