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Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen

01.02.2018

Arbeitskreis Botanik am Südlichen Oberrhein - Aktuelles/Exkursionen







Aktuelles / Geplante Exkursionen


AK Botanik Exkursionen: Derzeit immer am Freitag um 17 Uhr (Stand 18.7.18)




Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,


das war richtig Arbeit diesmal mit dem Protokoll, obwohl wir unser eigentliches Ziel, den Bannwald, ja nicht einmal erreicht haben! Dank an Gudrun für ihre Artenliste, und Dank an Jan fürs Gegenlesen des Protokollentwurfs!

Am kommenden Freitag treffen wir uns im Alten Friedhof, Eingang Karlstraße (also an dem kleinen Tor mit der Klingel, der Haupteingang ist auf der Ostseite). Letzte Woche habe ich dort anlässlich einer kulturhistorischen Führung schon mal links und rechts geschaut, aber die Botanik schien mir eher ärmlich. Wenn ich mir dagegen das Exkursionsskript von Winfried Meier ansehe, müssten wir doch eine ganze Menge finden können!

Und nach den Osterferien geht's dann erstmal auf den Mundenhof - dort habe ich uns schon angekündigt, ich hoffe, dass da auch noch eine Rückmeldung kommt.

Ob es am Freitag vielleicht etwas wämer wird?
Egal, ich freu mich drauf!

Herzliche Grüße,
Henner




Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,


nachdem wir überraschenderweise am Tuniberg bei Munzingen holosteum umbellatum gefunden hatten, die in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste steht (RL: V), kann ich Erfreuliches berichten: Im Kaiserstuhl westlich Ihringen kommt die Art in großen Beständen vor, teilweise Rasen bildend! Der größte Teil ist allerdings schon im Stadium eines trockenen Fruchtstandes - sicher nicht vom letzten Jahr, da immer noch ein paar Blüten und sogar Knospen dazwischen sind. Aber es ist - nach dem Sommer 2018 - immer noch furchtbar trocken, im Kaiserstuhl besonders. Da hatten wir eigentlich nur zwei Regentage im ganzen Winter, der Rest war Nieseln und Nebelnässen ...

Da sind wir nun gespannt, wie es im Mooswald bei Hochdorf aussieht am Freitag - an einer Stelle, wo in früheren Jahren oft das Wasser flächig im ganzen Wald stand!
Ab jetzt (Sommerzeit!) treffen wir uns ja wirklich erst um 17 Uhr. Wer mit dem Bus kommen möchte, kann entweder ins Industriegebiet Hochdorf fahren ("Weißerlenstraße" heißt die Haltestelle glaube ich), muss aber von dort ein ganzes Stück laufen. Näher ist die Haltestelle St.-Agatha-Weg in Holzhausen. Wer mit dem Auto kommt, fährt am besten auf den P+R-Platz gegenüber der Auobahnmeisterei. Von dort geht's ein Stückchen nach Osten durch die Autobahnunterführung, wo immer die Laster steckenbleiben (wegen der Durchfahtshöhe ...). Dahinter, zwischen Straße und Wald, treffen wir uns. Was es dort gibt, werden wir sehen - ich war auch lange nicht mehr dort ...

Im Anhang findet Ihr das Protokoll vom Tuniberg - Gudrun hat dankenswerterweise meinen lückigen Mitschrieb ergänzt.
Dazu eine generelle Bitte (weil insbesondere Studierende das Mitschreiben viel besser draufhaben!): Wer einen wenn auch grenzwertig lesbaren, aber doch einigermaßen ausführlichen oder annähernd vollständigen Mitschrieb hat, möge mir den bitte abfotografieren oder einscannen und zuschicken - da tue ich mich viel leichter mit dem Protokoll! Auch Fotos nehme ich gerne dazu - die zwei vom Tuniberg hat auch Gudrun beigesteuert.
Wenn wir mal paar Termine hinter uns haben, würde ich sowieso gerne das Protokollschreiben wieder reihum vergeben. Man lernt nirgendwo intensiver, als wenn man jede Art noch mal mit ihrer Differentialdiagnose nacharbeitet, idealerweise auf "blumeninschwaben" und z.B. in der flora vegetativa / im Rothmaler / was Ihr sonst noch so habt ...

Drückt die Daumen fürs Wetter - und dann bis Freitag!
Herzliche Grüße

Henner




AK-Botanik 2019


  • 22.03.2019: Knospenexkursion mit Sigi Mattausch, Treffpunkt: Ebringen, Rebstall;
    SBG-Bus 7240 an 16:12

  • 29.03.2019: Frühlingsvegetation am Tuniberg; Treffpunkt Munzingen,
    Haltestelle Windhäuslegasse (Linie 35 um 16:24)

  • 05.04.2019: Bannwald nördl.v. Industriegebiet Hochdorf an der Bebelstraße, Bushaltestelle Benzhausen, St.Agatha-Weg (Linie 36 an 16:46), Treffpunkt: Ostseite A5-Unterführung, 17:00

  • 12.04.2019: Alter Friedhof Freiburg-Herdern, Treffpunkt: 17:00 Eingang Karlstraße

  • 26.04.2019: Mundenhof-„Auftragsarbeit“: Bäume (und evtl. Giftpflanzen), Treffpunkt: 17:00 Eingang/Endhaltestelle Mundenhof

  • 03.05.2019: Mundenhof Bienengarten im Frühjahr, gleicher Treffpunkt (siehe einen Stichpunkt weiter oben)

  • 09.05.2019: Vauban: Pflasterfugenflora im Frühjahr (Do statt Fr!), Treffpunkt 17:00 Endhaltestelle Vauban (Wendeschleife)

  • 17.05.2019: „Klassische Kaiserstuhlexkursion“ Badberg/Haselschacher Buck,
    Treffpunkt 17:05 Haltestelle beim „Rössle“ Alt-Vogtsburg (Bus 729A ab FR ZOB 16:31, Bus 295 ab Bötzingen Bhf 16:58)

  • 24.05.2019: Schönberg/Kienberg (Halbtrockenrasen, Orchideen), Treffpunkt P Berghauser Kapelle 17:00
    (hier braucht’s noch eine „Führungskraft“, an dem Tag ist beim BUND RV die jährliche Mitgliederversammlung! Wer könnte da einspringen?)

  • 31.05.2019: St. Georgen - Schönberg westlich Sängerruh,
    Treffpunkt 17:00 Bahnhof St.Georgen
    (Bahn, oder Buslinie 11 Haltestelle Kapellenwinkel; -> „Im Glaser“ -> „Zechenweg“)

  • 07.06.2019: Gräserexkursion an der Wonnhalde:
    Treffpunkt 17:00 an der Straßenbahnhaltestelle Wonnhalde (vor der FVA)

  • 14.06.2019: Farnexkursion mit Klemens Fritz in Freiamt - Tennenbach,
    Treffpunkt 17:00 Bahnhof Emmendingen, von da Mitfahrgelegenheit

  • 21.06.2019: Hinterzartener Moor; Treffpunkt Bahnhof Hinterzarten 17:13 (ab FR 16:40)

  • 28.06.2019: Seggenexkursion mit Marina Roth, Treffpunkt steht noch nicht fest

  • 05.07.2019: Baumpilze am Schönberg mit Günter Saar, Treffpunkt steht noch nicht fest

  • 12.07.2019: Wasserpflanzen und Kiesfluren am Großen Opfinger See, Treffpunkt 17:00 Haltestelle „Kleingärten“ (StraBa 5 + Bus Linie 32)

  • 18.07.2019: Eichenwald am Hohfirst oberhalb Bollschweil (Schönberg/Hexental),
    (Do statt Fr!) Treffpunkt steht noch nicht fest

  • 26.07.2019: Waldvegetation Günterstal/St.Valentin (evtl. mit Einkehr dort), Treffpunkt Straßenbahn-Endhaltestelle Günterstal 17:00

  • 02.08.2019: Straßenbäume mit Sigi Mattausch, Treffpunkt steht noch nicht fest







Hier zum RV Jahresprogramm 2019






Liebe Freundinnen und Freunde der Botanik,

letzten Montag, am 15.10.18, trafen sich ein Dutzend Interessierte in der Ökostation
zur "Manöverkritik" bezüglich der abgelaufenen Saison und zur Planung sowohl des
Winterprogramms als auch der nächsten Exkursionssaison.

Die Kritik hielt sich in engen Grenzen, auch an dem Standardtermin Freitag 17 Uhr
wollte niemand grundsätzlich etwas ändern. Da nur ein Viertel der prinzipiell Interes-
sierten anwesend war, möchte ich aber vor Saisonbeginn im März nochmal einen
Doodle rausschicken, um die Terminpräferenzen abzufragen. Vielleicht lassen sich
ja doch durch entsprechende Anpassungen die Teilnehmerzahlen etwas erhöhen.
Im Sommer 2018 waren es im gefühlten Durchschnitt 6-7 TeilnehmerInnen pro
Exkursion - ein Wert, der bei mittleweile 50 InteressentInnen auf der Mailingliste
doch ausbaufähig sein sollte.

Zu der Pflasterfugenflora-Exkursion im Vauban gab es am Mittwoch einen Artikel in
der BZ (ich hatte mich ja im Nachgang zu unserer Exkursion auf Axels Anregung hin
dort noch einmal mit einer BZ-Redakteurin getroffen). Mancher Abschnitt ist etwas
holprig, aber insgesamt hat sie das recht nett und ansprechend gemacht:

http://www.badische-zeitung.de/freiburg/vielfalt-im-kleinen--157748566.html


Nachdem es immer noch zu trocken ist, wird es heuer mit der von Günter Saar ange-
botenen Pilzexkursion möglicherweise nichts mehr.
Und ob Georg Schepers in seinem Terminkalender noch eine Lücke finden wird, in
der er eine Rosetten- und Fruchtstände-Exkursion unterbringen kann, ist auch noch
offen.
In den ersten Monaten des neuen Jahres wollen wir auf jeden Fall einen Grundlagen-
kurs abhalten (Pflanzenanatomie, Taxonomie, Nomenklatur), um den "Quereinsteigern"
ohne oder mit magerem biologischen Hintergrund den Dialog mit den "Experten"
etwas zu erleichtern. In die gleiche Richtung zielt der Vorschlag, den Umgang mit dem
Bestimmungsschlüssel zu erklären und zu üben.
Für das erstere Ansinnen hat sich Dr. Patrick Kuss (feldbotanik.de) bereit erklärt, uns
eine entsprechende Einführung zu geben.
Für die Übungen mit dem Schlüssel kann uns Jan Debusmann entsprechende Hilfs-
mittel von seinem Botaniklehrer Winfried Meier zur Verfügung stellen.

Für die Exkursionssaison haben wir bereits eine Fülle von Vorschlägen gesammelt,
die ich als Liste gesondert in den Anhang stelle.

Dazu und auch sonst bitte ich alle InteressentInnen um Anregungen und Vorschläge -
wir sind schließlich eine Selbsthilfegruppe, auch wenn ich gerne die Koordination,
Organisation und auch mal das Protokoll übernehme.
A propos: Die Winterpause möchte ich gerne nutzen, um aus der Vielzahl der bisher
entstandenen Protokolle zu ein paar erfahrungsgemäß nervigen Pflanzengruppen
brauchbare Hilfsschlüssel für den Freiburger Raum zu basteln - oft kommt ja eine
große Zahl der Arten einer Gattung hier gar nicht in Frage, und man hätte es mit so
einem lokalen Schlüssel einfacher. Ich denke da z.B. an Centaurea, an Ampfer, an
Knöteriche, Gänsefußgewächse, Apiaceen oder vielleicht sogar die berühmten gelben
Compositen ... (der nächste Winter kommt ja auch noch).
Wenn jemand Lust hat, daran mit zu basteln - bitte meldet Euch gerne!

Mit den besten Grüßen!
Henner









Protokolle und Artenlisten


[Alle Fotos ohne Kennzeichnung: AK Botanik im BUND RVSO]



Protokoll der Exkursion vom 05.04.2019:
Wiese, Damm und Graben

Bebelstr. gegenüber Benzhausen

Eigentlich wollten wir in den Bannwald und hatten eine Karte mit Suchräumen für den Königsfarn dabei (von Klemens Fritz zur Verfügung gestellt). Die Feuchtwiese vor dem Damm war schon sehr artenreich, auf dem Damm und am Rand des Eichmattenbächles wurde es dann schon langsam dunkel… Arten, die wir bei der letzten Exkursion bereits behandelt hatten, zähle ich am Ende nur kommentarlos auf.

  • Festuca arundinacea, Rohr-Schwingel; veg. Merkmale: Ligula ist ein schmaler, häutiger Saum; Blattscheide mit bewimperten, kurz sichelförmigen Öhrchen; Bl. bis 18 mm breit; Grundblattscheiden weiß, n. zerfasernd
  • Ranunculus „arvensis, Acker-Hahnenfuß“: Damit waren zwar alle einverstanden, aber er war’s wohl nicht! R. arvensis ist ein Getreideunkraut, und die Bl. sehen aus wie breitere Tauchblätter eines Wasserhahnenfuß … Die Blätter führen beim Nachbestimmen am ehesten zu R. nemorosus (=R. tuberosus), dem Hain-Hahnenfuß.
  • Luzula campestris, Feld-Hainsimse: nur 25 cm hoch, Bl lang behaart, flach, kurz; alle Perigonbl. gleich lang, rot-braun; Pfl. mit Ausläufern; Staubbeutel 4x so lang wie die Staubfäden; Griffel mind. so lang wie Fruchtknoten
  • Anemone nemorosa, Buschwindröschen; Blüten auch lila /rosa; keine grundständigen Blätter
  • Rumex acetosa, Sauerampfer; Obere Stängelblätter mit Spießecken sitzend oder stängelumfassend; Blätter schmecken sauer, nicht bitter, sind >5cm lang und max. 5x so lang wie breit; dicklich, Nervatur undeutlich; Blattscheiden fransig / gezähnt; Seitenäste des Blütenstandes sind unverzweigt.
  • Ajuga reptans, Kriechender Günsel; Pfl. m. oberirdischen Ausläufern; Blätter ganzrandig, höchstens seicht gekerbt; oberste Tragbl. n. länger als Blüten; Oberlippe d. Blüten fehlt fast ganz (typ. f. einheim. Ajuga-Arten)
  • Veronica chamaedris, gamanderblättr. Ehrenpreis; Blüten in endständ. Trauben; Stängel m. 2 Haarreihen
  • Sanguisorba officinalis, Großer Wiesenknopf; Grundblätter m. 3-8 Fiederpaaren (S. minor 4-12), die Fiederblättchen mit 12-20 Zähnen jederseits (S. minor 5-9 Zähne), Endfiederchen mit echter Spitze, bei S. minor mit „versenkter Spitze“ (wie bei Potentilla sterilis, s.u.); Stängelblätter wechselständig m. gr. Nebenbl.
  • Scirpus sylvaticus, Wald-Simse; Spross stumpf dreikantig, Blätter dreifach gekantet ähnl. Carex pendula, dort aber Spross scharf dreikantig; B.std. große Spirre aus über 100 Ährchen; an Ufern u. auf feuchten Wiesen
  • Holcus lanatus, Wolliges Honiggras; Blätter, Halme und Blattscheiden dicht weich behaart, Knoten aber ohne Haarkranz (dies bei H. mollis! hier aber Blätter u. obere Blattscheiden kahl, Blatthäutchen länger)
  • Alopecurus pratensis, Wiesen-Fuchsschwanz; Grannen der Deckspelzen ragen aus der Ähre; 4-6 einblütige Ährchen auf einem Seitenast; Hüllspelzen bilden keinen „Stiefelknecht“ wie bei Phleum!
  • Stellaria graminea, Gras-Sternmiere; scharf 4-kantiger Stängel, gegenständige, spitz lanzettliche Blätter mit alternierenden Seitentrieben; erst nach deren Streckung erhält die Pflanze ihren sparrigen Habitus!

    Bild rechts: Stellaria graminea, Gras-Sternmiere ->

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  • Filipendula ulmaria, Mädesüß; Charakterart der Hochstaudenfluren, an Säumen in Feuchtwiesen; Blätter 2-5-paarig gefiedert, Endabschnitt am größten; zw. den Fiederblättchen noch kleinere an der Rhachis, diese wie die Stängel rot; Rosengewächs m. typ. gedrehten, kugeligen Früchten („red dot award“, 2-3 mm Durchm.)
  • Narcissus spec., Narzisse; blaugrüne, dicke Blätter, steif aufrecht, mit abgestumpfter, gelbgrüner Spitze; angepflanzt und ephemer verwildert - natürl. Vorkommen nur N. radiiflorus im Feldberggebiet (selten)
  • Potentilla sterilis, Erdbeer-Fingerkraut; Blätter ähnl. Erdbeere, aber: schmaler, weißer Haarsaum am Rand, Mittelzahn der Fiederblättchen viel kürzer als die seitlichen, mittl. Fiederblättchen kaum gestielt, die beiden seitlichen oft asymmetrisch; Kronblätter nur so lang wie Kelchbl., nicht überlappend (auf Abstand);
  • Cardamine pratensis, Wiesenschaumkraut; Blütenstände kopfig, blasslila Blüten; Fiederblättchen d. Stängelblätter sehr schmal eiförmig, sitzend; Fiederbl. der Grundblattrosette rund, aber Grund mehr herzförmig als bei C. hirsuta, insgesamt größer, derber und dunkler
  • Potentilla verna? reptans? Fingerkraut mit 5-zählig gefingerten Blättern, nicht blühend; P. reptans bildet oberirdische Ausläufer, P. verna bildet eher enge Polster; hier wohl eher P. reptans
  • Carex brizoides, Zittergras- oder Seegras-Segge; gleichährige, oft rasenbildende Segge mit Ausläufern; Blätter länger als die Stängel, oft schlaff übergebogen (bilden dichte, „wogende Felder“ im Wald)
  • Geranium pusillum, Kleiner Storchschnabel; Stängel kurzhaarig bis kahl, Blätter rundlich, oft tief eingeschnitten; Kronblätter ausgerandet, Kelchblätter behaart, ohne Granne
  • Geum rivale, Bach-Nelkenwurz / Geum urbanum, Echte Nelkenwurz; nicht sicher bestimmbar, da nur Grundblätter vorhanden; diese bei G. rivale weniger spitz, mit längerem Stiel und stärker/unregelmäßig gefiedert; Stängelblätter bei G. rivale lang gestielt mit kl. Nebenblättern, bei G. urbanum kurz gestielt mit gr. Nebenbl. Entscheidung durch Ausgraben: G. rivale hat flach kriechenden Wurzelstock, bei G. urbanum senkrecht…
  • Solidago gigantea, Riesen-Goldrute; im Vgl. zu S. canadensis: Blätter oberseits glatt, zwischen den Adern nicht aufgewölbt, Stängel komplett kahl, rot, bereift (nicht grün und oben behaart); Zungenblüten lang, abstehend, nicht eingerollt u. nur so lang wie Röhrenblüten; Pappushaare länger als 2,5 mm, nicht 1-2 mm
  • Valerianella spec., Feldsalat; hier mit breit eiförmigen, großen Blättern -> wohl V. locusta („gewöhnl. F.“), Gattung gut erkennbar an der unten oft stumpfwinkligen, dichotomen Verzweigungsart
  • Cerastium glomeratum, Knäuel-Hornkraut; alle Hochblätter ohne trockenhäutigen Saum, Blütenstiele kürzer
    als der Kelch (bei C. brachypetalum länger); Blätter hellgrün/gelbgrün


    Bild rechts: Cerastium glomeratum, Knäuel-Hornkraut ->

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  • Daucus carota, Wilde Möhre; Geruch und Wurzel bestätigen den Verdacht; später im Jahr die schwarze Mittelblüte und der sich nestförmig schließende Fruchtstand
  • Medicago sativa, Luzerne; Blätter dreizählig gefiedert, das mittlere Fiederblättchen ist gestielt; Mittelrippe der Fiederblättchen bilden Stachelspitze, nur Vorderseite gezähnt; Stängel gerundet kantig, gerade behaart (vgl. M. falcata (gelb blühd.): Stängel kantiger, kraus behaart, Stiel d. mittl. Teilblättchens nicht so lang, Blättchen etwas von vorne gestaucht, nicht gleichmäßig eiförmig wie bei M. sativa; Aber: fließende Übergänge!)
  • Malva moschata, Moschusmalve; Blätter 5-7-zählig handförmig geteilt mit tief fiederschnittigen Teilblättchen, Endfiedern schmal, parallelrandig; Grundblätter gekerbt bis gelappt; dunkelgrün; Blüten rosa, Kronblätter seicht, gefranst ausgerandet; Kelch mit Sternhaaren, 3-zähliger Außenkelch (schmal-lineal)
  • Primula elatior, Hohe Sclüsselblume; (in Klammern z. Vgl. P. veris, Wiesen-Schlüsselblume): Stängel langhaarig (kurzhaarig), Blattstiel so lang wie Spreite (1/3 so lang), Blütenstand einseitswendig (rundum); Blüten hellgelb mit dunklerem Schlund (dottergelb m. 5 orangen Schlundflecken); Kronsaum eher flach (glockiger), Kelchröhre anliegend (glockig aufgeblasen, abstehend); Welche war unsere? Hab’s nicht so genau gesehen…

    Direkt am Ufer des Eichmattenbächles:

  • Caltha palustris, Sumpfdotterblume; durch große Blüten und das dunkle Dottergelb unverwechselbar
  • Iris pseudacorus, Gelbe Schwertlilie, Sumpf-Schwertlilie; Blätter nicht sichelförmig gebogen und weniger blau-grün als I. germanica (Weinberge …); verträgt viel Nässe, auch längere Zeit
  • Carex acutiformis, Sumpf-Segge; stark glauc, schon fast blaugrau; Endähre groß, schwarz, darum gedrängt kleinere männl. Ähren; die weibl. Ähren viel länger und anfangs sehr dünn, kurz gestielt, aufrecht
  • direkt daneben in dichtem Horst eine kleinere Segge, die ganz ähnlich aussieht - aber mit nur 1 männl. Ähre;
    hat zu der jemand noch’ne Idee? C. acuta ???
  • Nasturtium officinale, (zweireihige) Brunnenkresse; schmeckt man! steht am Ufer im Wasser; Blätter unpaarig gefiedert m. 2-4 Fiederpaaren; Blättchen ungleichm. gelappt; im Wasserbereich auch ungefiederte Bl.
  • Braune, fertile Schachtelhalmsprosse -> vermutlich Equisetum arvense, aber nicht näher bestimmt vor Ort;

    Auf dem Rückweg:

  • Eruca sativa, Senfrauke oder Ölrauke; einzelnes, versprengtes Exemplar, am Straßenrand, blühend; meine Assoziation „weißer Senf“ war Quatsch, der blüht gelb; aber „Senf“ war irgendwie schon zielführend…
  • Galium album (oder G. mollugo agg.), Wiesenlabkraut; nicht klebrig, sieht sonst im Jugendstadium ganz ähnlich aus wie G. aparine
  • Lamium album, Weiße Taubnessel; Kelch i.G. zu L. maculatum symmetrisch; Tragblätter unter den Blütenwirteln länglicher (2-3x so lang wie breit; bei L. maculatum 1-2x); regelmäßiger gezähnt (L. maculatum unregelmäßig bzw. teilw. doppelt gezähnt)

    Arten, die wir schon am Tuniberg hatten:

  • Ranunculus ficaria
  • Glechoma hederacea
  • Galium aparine
  • Veronica persica
  • Geranium robertianum
  • Lamium maculatum
  • Lamium purpureum

    Sollte in einem Protokoll mal grober Unfug stehen, bitte ich um Korrektur! Und wenn jemand eine Art herausbekommen hat, die unklar war, bitte ich um entsprechenden Hinweis!







Protokoll der Exkursion vom 29.03.2019: Tuniberg bei Munzingen



Bei warmem Frühlingswetter haben wir - ca. 18 Interessierte - die Frühlingsflora am Wegrand und in den Weinbergen unterhalb der St. Ehrentrudis-Kapelle erkundet. Um diese Zeit sind viele Pflanzen in einem schwer zu erkennenden Rosettenstadium, bevor sich die Sprossachse streckt - für dieses Entwicklungssatdium sind auch kaum Bilder im Netz zu finden, geschweige denn so etwas wie Schlüssel.

Bereits in Blüte konnten wir diese Arten identifizieren:

  • Ranunculus ficaria, Scharbockskraut
  • Viola odorata, Wohlriechendes Veilchen oder Märzveilchen: Blütenstiele aus der Grundblattrosette, kurzer, stumpfer Sporn, Pflanze mit Ausläufern
  • Stellaria media agg., Vogelmiere oder Hühnerdarm; typisch ist der einreihig behaarte Stängel; essbar
  • Chelidonium majus, Schöllkraut; Gelber Milchsaft, unverwechselbare Fiederblätter; Mohngewächs
  • Veronica persica, Persischer Ehrenpreis; Große Blüten einzeln auf langen Stielen, Blätter vom Grund an grob gesägt; ganz typische Früchte! V. chamaedris hat endständige Blütentrauben, kann im Aspekt ähnlich sein.
  • Veronica hederaefolia, Efeublättriger Ehrenpreis; Blüten viel kleiner (3-7 mm), Blätter seitlich ganzrandig, mit 3-5(-7) breiten Blattzipfeln (eben „efeublättrig“)
  • Euphorbia helioscopia, Sonnwendige Wolfsmilch; Unterste Blütenstandsverzweigung fünfzählig, Fruchtkapsel
    glatt, Drüsenanhängsel rundoval, Blätter vorne gezähnt; vgl. E. peplus: 3-zählig, fädige Anhängsel, Fr.kps. faltig
  • Lamium maculatum, Gefleckte Taubnessel; Kronröhre deutlich gebogen
  • Lamium purpureum, Rote Taubnessel; Kronröhre gerade, oberste Blätter meist rot überlaufen, untere Blätter deutlich gestielt, Tragblätter nur seicht gekerbt
  • Lamium amplexicaule, Stängelumfassende Taubnessel; Kronröhre gerade, aber länger und dünner, viel länger als der Kelch; O’lippe behaart; halb stängelumfassende, eingeschnittene Tragblätter, höchstens randlich rot
  • Fumaria officinalis, Erdrauch; Mohngewächs; Blütenstände 20-50-blütig, Blätter groß, mehrfach gefiedert, „glauc“ (= blau-/grau-grün; meist durch Wachsüberzug); Blattzipfel flach, oft stachelspitzig
  • Glechoma hederacea, Gundelrebe od. Gundermann; typisch nierenförmige, gekerbte Blätter, oft rot überlaufen; Pfl. bildet z.T. meterlange Ausläufer; Blüten m. verkürzter Oberlippe (vgl. Ajuga ganz ohne)
  • Capsella bursa-pastoris, Hirtentäschel; unverwechselbare Schötchen; Grundblätter rosettig, fiederteilig, behaart; Stängelblätter stängelumfassend, ganzrandig bis fiederschnittig
  • Cardamine hirsuta, Behaartes Schaumkraut; aufrechte Schoten, daran oft noch persistierende Kronblätter; Grundblattrosette gefiedert mit kreisrunden, leicht gelappten Fiederblättchen; Endfieder größer; 2-4 Stängelblätter ohne Öhrchen, Fiederblättchen hier länglich
  • Erophila verna (= Draba verna), Hungerblümchen; 5-25 cm lg. dünne Stängel, blattlos; kleine Grundblattrosetten; Schötchen spitzoval bis rund, mit persistierender Scheidewand; Kronblätter eingeschnitten
  • Erodium cicutarium, Reiherschnabel; sehr größenvariabel, hier mastige Rosetten; oft winzig! Fiederblätter;
  • Ulmus carpinifolia (= U.minor), Feldulme (fruchtend; blüht sehr früh!); Fischgrätmuster der Zweige; Korkleisten
    In Knospe fanden wir:
  • Salvia pratensis, Wiesensalbei; nicht unbedingt „nach Salbei“ riechende Blätter; wollig behaarte Knospentrauben, Blätter dreieckig, v.a. grundständig, dick runzelig; ungleichmäßig gesägt bis gekerbt
  • Holosteum umbellatum, Spurre; Rarität! Blütenstiele z.T. zurückgeschlagen; Kronblätter vorn gezähnelt; Stängelblätter blaugrün, sitzend, längl.-eiförmig; Fruchtkapsel mit 6 zurückgebogenen Zähnen; Stängel und Blätter drüsig behaart; RL B.-W.: Vorwarnliste

    Vegetativ sicher zuordnen konnten wir:
  • Galium aparine, Kleb-Labkraut
  • Geranium robertianum, Stink-Storchschnabel, Rupprechtskraut; einzige Art d. Gattg. m. Fiederblättern
  • Lapsana communis, Rainkohl; Charakteristische „leierförmige“ Grundblätter mit großem, gezähntem Endabschnitt, grundst. Fiederabschnitte rückwärts gerichtet; Bl. u.seits behaart, B. gelb, Fr. o. Pappus u. Krönch
  • Bryonia dioica, Zweihäusige od. rotfrüchtige Zaunrübe; Kletterpflanze; giftig
  • Echium vulgare, Natternkopf; ganz dunkle, schmale, weich borstige Rosettenblätter mit kl. weißen Pusteln
  • Saponaria officinalis, Echtes Seifenkraut; Nelkengewächs; Bl. u.seits m. 3 Längsnerven; B. groß, weiß-rosa, Fr.kapseln keulenförmig, 3-5 cm lang, mit 4 Zähnen aufspringend
  • Euphorbia cyparissias, Zypressenwolfsmilch
  • Valeriana officinalis agg., Baldrian
  • Linum perenne agg., Ausdauernder Lein; versch. U.arten bei uns in Ausbreitung (Zierpfl.!)
  • Silene latifolia, Weiße Lichtnelke; überwinterte Fruchtkapseln mit 10 nicht zurückgebogenen Zähnen
  • Euonymus europaeus, Pfaffenhütchen; typ. 4 Korkleisten an den grünen Jahrestrieben


Nicht sicher waren wir uns bei unterschiedlichen Verbascum- und Cirsium-Rosetten, sowie bei einer Rosette, die als Foto beigelegt ist: Evtl. Papaver dubium, Saatmohn? Auch zwischen Geranium rotundifolium und G. pyrenaicum konnten wir uns nicht abschließend entscheiden.


Für die vergrößerte Ansicht
auf das jeweilige Bild klicken!
























(BUND Naturschutz RVSO, Arbeitskreis Botanik)

Protokoll der Knospenexkursion am südwestlichen Schönberg am 22.03.2019




  • Exkursionsleitung: Siggi Mattausch, Mail: siegfriedmattauschweb.de
  • Protokoll: Jan-Aurel Debusmann, Mail: jan.aurel.debusmanngmail.com
    (bei Fragen und Verbesserungsvorschlägen bitte jederzeit melden)
  • Leitung des BUND-AK Botanik: Dr. Henner Wenzel, Mail: Henner-Wenzelweb.de
  • Datum der Exkursion: 22.03.2019
  • Exkursionstrecke: in 79285 Ebringen, Haltestelle Rebstall – Dammenweg – Im Tirol – Schönbergstraße - Fahrnauweg – NatURWALDpfad Schönberg (Neupfad) – Michelbergweg (Runde ums Tal) – Abstecher über Wiese, wieder zum Fahrnauweg und zurück zur Haltestelle Rebstall.
  • Link zur Fotodokumentation:
    https://drive.google.com/open?id=1AkjrGa-8uwzcGrWm8hTkB_JnwclHkdzX


Wir trafen uns bei sonnigen 18°C zur diesjährig ersten Exkursion des AK Botanik. Hocherfreut durften wir an die 15 TeilnehmerInnen begrüßen, darunter sehr viele Bachelor-und Masterstudenten der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen (UNR) der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Wir drehten eine 2-h-Runde rund um den Talkessel oberhalb von Ebringen. Die meisten Knospen hatten schon geschoben, sodass wir bis auf wenige Ausnahmen genau das „Mittelding“ zwischen Knospe und fertigem Blattschmuck bestaunen durften. Ich entschied mich zu einer Fotodokumentation (Erstversuch). Die Bilder werden in einem Ordner auf GoogleDrive für alle zur Verfügung gestellt.
Kamera: SONY Cybershot DSC-W120 von 2006 mit 7,2 MP. Wegen der vielen Studenten-Neuzugänge hier nochmal eine explizite Zusammenstellung guter Botanik-Links und Bestimmungsliteratur.


Empfohlene Links in Sachen Botanik:


1. http://blumeninschwaben.de: genial zur Verifizierung bestimmter Pflanzendetails oder Komplettbestimmung mit Blüten, braune Schaltflächen oben mal durchprobieren. Über „Familien“ direkter Bestimmung-Einstieg bei der jeweiligen Familie oder Gattung möglich: mit Strg+F Suchfeld öffnen, Eingabe der Familie oder Gattung, los geht´s.
2. https://www.baumkunde.de: Focus auf Gehölzen, auch im Winterzustand.
3. https://www.schmitzens-botanikseite.de/archiv.htm: das „Tor zum Oberdorfer“, gute Website für lebendig dargestellte Zusammenhänge in der Pflanzensoziologie.
4. http://www.forstbotanik.uni-freiburg.de/Lehre: hier findet Ihr z.B. die Bestimmungsschlüssel und Botanik-Skripten für Studenten der Forstwissenschaften. Auch gut: hinter der Schaltfläche „Forstbotanischer Garten“ finden sich u.a. Listen zur Erklärung botanischer Art und Gattungsnamen.

Empfohlene botanische Bestimmungsschlüssel bzw. Literatur:
1. Jäger, E.J. (Hrsg.) (21. Aufl., 2016), Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland.
Gefäßpflanzen: Grundband, Wiesbaden. [DIE Standardflora zur Bestimmung mit Blüten]
2. Jäger, E.J. et. al. (Hrsg.) (12. Aufl., 2013), Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland.
Gefäßpflanzen: Atlasband, Wiesbaden. [Zugehöriger Band mit Zeichnungen zu 1.]
3. Eggenberg, S. und Möhl, A. (3. Aufl., 2013), Flora Vegetativa, Bern. [Bestimmung ohne Blüten]
4. Yann, F. et. al. (1. Auflage 2018), Botanische Grundkenntnisse auf einen Blick – 40 mitteleuropäische
Pflanzenfamilien, Bern. [optisch einprägsamer Überblick Familienmerkmale]
5. Application für iOS oder Android (im Playstore): Flora Helvetica [sehr teuer, sehr gut, läuft auch offline, Vorteil vor blumeninschwaben.de]
6. http://blumeninschwaben.de (auf jeden Fall sehr gut, wenn Internet und Blüte vorhanden)

Bestimmungsschlüssel anbei: „Knospen und Zweige: Tabelle zur Bestimmung der wichtigsten Bäume und Sträucher (Angiospermae) im Winterzustand“. Den habe ich leider nicht mehr „neu“ gefunden, Exemplar stammt noch aus meinem Studium Forstwissenschaften mit ein „bissl Gekrakel“ drin.



Noch ein Wort zu meinen Quellen für Art- und Familienangaben: Durch die neueste Forschung haben sich gerade in den letzten 10 Jahren die Familienzugehörigkeiten vieler Arten und Gattungen geändert und ändern sich voraussichtlich auch in Zukunft immer mal wieder. Die Plattform mit der aktuellsten Umsetzung dieser Änderungen ist:
http://www.mobot.org/MOBOT/Research/APweb/, dort fließen die neuesten Forschungsergebnisse ein. Mir ist die schnelle Suche dort allerdings zu zeitraubend „um die Ecke“. Die Quellen meiner Familienangaben sind die Online-Enzyklopädie Wikipedia und die Flora Vegetativa (3. Auflage 2013), die sich meiner Erfahrung nach noch nie widersprochen haben. Das Wiki-Prinzip der offenen Plattform scheint gut zu funktionieren. Ich vermute, dass Botanik-Literatur ab 2013 prinzipiell auf dem neuesten Stand ist.

GEOLOGIE: Der Schönberg stellt im „Grabenbruchsystem Rheinebene“ eine auf halbem Weg nach unten „hängengebliebene“ Jura-Scholle dar – hängen geblieben zwischen dem eingebrochenen Graben der Rheinebene und dem herausgehobenen Massiv des Schwarzwalds auf der westlichen Grabenseite (auf der östlichen Seite wurden die Vogesen herausgehoben).

BÖDEN: geprägt durch Kalk (Stichwort Kalkserie: Rendzina - Terra fusca - Terra rossa, wobei die Bodengenese am Schönberg bei der Terra fusca aufhört), gute Basenversorgung, K, Ca, Mg ist immer gut verfügbar. An vielen Standorten finden sich flachgründige Rendzinen, an manchen Stellen auch stark entcarbonatisiert, die Bodengenese läuft dort schon ansatzweise Richtung Terra fusca: Kalkfels enthält neben den Carbonaten als Hauptbestandteil etwa 1 - 3 % Silikate und Oxide als Beimischung.
Verwittert Kalkfels und werden alle Carbonate weggeführt, bleiben irgendwann die Silikate und Oxide übrig, allerdings erst bei sehr fortgeschrittener Bodengenese. Bildlich gesprochen bleiben somit von einem Meter Kalkfels nach vollständiger Entcarbonatisierung etwa 1 – 3 cm silikatischoxidischer Rückstand übrig¹. Dieses Material ist das, was Siggi als „Ton“ angesprochen hat, weil dieser Rückstand die Korngröße der Tonfraktion besitzt (Partikelgröße < 0,002 mm) und die vorhandene Lehm-Mischung aus den Korngrößen Sand, Schluff und Ton zugunsten der Tonfraktion verschiebt. Solange noch Carbonat im Boden ist, sinkt der pH nie unter 6,2 (Carbonat-puffer). Ist der Kalk jedoch weg, sinkt den Boden-pH mehr oder weniger deutlich darunter.
Mit der Wasserversorgung kann es auf Kalkböden wegen des durchlässigen Gesteins in trockenen Sommern Probleme geben, besonders auf sehr flachgründigen Rendzinen. Die hohen Niederschläge am Schönberg sorgen jedoch für eine gute Wasserversorgung der Region.

¹ Von ursprünglich 10 m Kalkfels bleiben dementsprechend 10 bis 30 cm silikatisch-oxidischer Rückstand. Es ist je nach Höhe des entsprechenden Bodenhorizontes und dessen Lage im Gelände somit ein bedingter Rückschluss auf die Höhe des ursprünglichen Kalkfelsens und die Zeit der Bodenentwicklung möglich. Dies ist am Schönberg gut zu beobachten in der Nähe des „Schönberger Hofes“: unterhalb des Parkplatzes der Gaststätte führt eine ansteigende Forststraße Richtung Osten, an deren Wegrand vom Institut für Bodenkunde verschiedene Bodenprofile ausgehoben worden sind, welche unterschiedliche Entwicklungsstadien zwischen den Bodentypen Rendzina und Terra fusca zeigen.


KLIMA: Höhe der Exkursionsroute etwa 350 – 400 m NN (Schönberg-Gipfel 644 m NN), immer noch Weinbauklima, relativ warm, Jahresmitteltemperatur etwas weniger als Fr, etwa 9°C. Niederschlag ist relativ hoch, hier schon im Rückstaugebiet des Schwarzwaldes, etwa 850 – 900 mm, somit relativ gute Wasserversorgung, prinzpiell erstmal kein Wasserstress. Unser Exkursionsgebiet ist allerdings Südwest-exponiert, zusammen mit dem Kalk-Untergrund ist es doch eher trocken, zumal unter dem Zeichen der Klimaerwärmung.


ARTENLISTE:



Juglans regia, Walnuss (Juglandaceae, Walnussgewächse)
Fagus sylvatica, Rotbuche (Fagaceae, Buchengewächse)
Sambucus nigra, Schwarzer Hollunder (Adoxaceae, Moschuskrautgewächse). Weißes Mark.
Sambuscus racemosa, Roter Hollunder. Rotes Mark.
Taxus baccata, Eibe (Taxaceae, Eibengewächse). Nadeln als grüne Leisten am Zweige herablaufend (siehe Bestimmungsschlüssel für Koniferen auf
http://www.forstbotanik.uni-freiburg.de/Lehre ).
Ilex spec., Stechpalme, (Aquifoliaceae, Stechpalmengewächse). In der Siedlung Zuchtform mit einer
Dorne an der Spitze (Foto 08). Steinfrucht kugelig, rot, giftig (20 - 30 Beeren sind tödlich!)
Ilex aquifolium, Europäische Stechpalme (Foto 62). Mehrere bedornte Blattlappen.
Pinus mugo, Berg-Kiefer, Latsche (Pinaceae, Kieferngewächse). 2-nadelige Kiefer, Nadeln kurz.
Weitere wichtige Kiefern-Arten [siehe auch Forstbotanik-Bestimmungschlüssel Pinus]:
  • Pinus cembra, Zirbel-Kiefer, Zirbe, Arve. 5-nadelig. Diesjährige Zweige rot-gelbbraun, filzig
    behaart.
  • Pinus strobus, Weymouths-Kiefer. 5-nadelig. Diesjährige Zweige sehr fein von ungleichmäßig
    kurzen Haaren besetzt.
  • Pinus sylvestris, Wald-Kiefer, Föhre. 2-nadelig. Nadeln verdreht, lassen sich nicht zu „einer
    Nadel“ zusammenlegen. Nadeln kurz.
  • Pinus nigra, Schwarz-Kiefer. 2-nadelig. Nadeln lang.

Betula pendula, Hänge-Birke (Betulaceae, Birkengewächse)
Coryllus avellana `Contorta´, Korkenzieher-Hasel (Betulaceae, Birkengewächse)
Hedera helix, Gemeiner Efeu (Araliaceae, Araliengewächse)
Picea abies, Gemeine Fichte (Pinaceae, Kieferngewächse). Gattung Picea: Nadeln sitzen auf kleinen braunen Stielchen dem Zweige auf (fallen die Nadeln ab, bleiben die braunen Stielchen als „Raspel“. Gattung Abies, Tanne: Nadeln sitzen auf kleinen grünen Scheibchen dem Zweige auf.
Paulownia tomentosa, Blauglockenbaum (Paulowniaceae).
Vinca minor, Kleines Immergrün (Apocynaceae, Hundsgiftgewächse)
Acer pseudoplatanus, Berg-Ahorn (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse). Acer, Fraxinus
+ Aesculus (!) (im Gegensatz zur Aussage auf der Exkursion) sind im Forstbotanik-Schlüssel die einzigen Baumgattungen, die gegenständig sind.
Acer campestre, Feld-Ahorn (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse)
Buxus sempervirens, Gewöhnlicher Buchsbaum (Buxaceae, Buchsbaumgewächse). Gegenständig.
Früchte grün. Abgrenzung zu Cotoneaster integerrimus, Gewöhnliche Zwergmispel („Cotoneasterwüste“ in Wohngebieten): letzterer gehört zur Familie Rosaceae, wechselständig, Früchte rot.
Ligustrum vulgare, Gewöhnlicher Liguster (Oleaceae, Ölbaumgewächse). Gegenständig.
Rubus fructicosus agg., (Rosaceae, Rosengewächse)
Cornus sanguinea, Roter Hartriegel (Cornaceae, Hartriegelgewächse). Rote Jahrestriebe.
Euonymus europaeus, Gewöhnlicher Spindelstrauch, Europäisches Pfaffenhütchen (Celastraceae, Spindelstrauchgewächse). Grüne Jahrestriebe.
Clematis vitalba, Gewöhnliche Waldrebe (Ranunculaceae, Hahnenfußgewächse). Liane, im Bild „Kurve“ bzw. ganze „Vorhänge“ bildend. Im Naturschutz u.U. unerwünscht, kann verdämmende Wirkung haben, heißt: wächst nichts mehr drunter.
Rosa spec. (Tja, kaum zu glauben, aber so sieht´s aus: Rosaceae, Rosengewächse :-)
Ulmus minor, Feldulme (Ulmaceae, Ulmengewächse)
Prunus spinosa, Schlehdorn (Rosaceae, Rosengewächse)
Viburnum lantana, Wolliger Schneeball (Adoxaceae, Moschuskrautgewächse)
Crataegus laevigata (VERMUTUNG), Zweigriffeliger Weißdorn (Rosaceae, Rosengewächse). Zwei Griffel, zwei Steinfrüchte, Blätter meist nicht tief geteilt (weniger als 1/3).
Crataegus monogyna, Eingriffeliger Weißdorn. Ein Griffel, eine Streinfrucht, Blätter tief geteilt.
Tilia cordata (VERMUTUNG), Winter-Linde (Malvaceae, Malvengewächse)
Quercus robur (VERMUTUNG), Stiel-Eiche (Fagaceae, Buchengewächse). Fruchtstiele lang, Blattstiele kurz.
Quercus petrea, Trauben-Eiche. Fruchtstiele kurz, Blattstiele lang.
Carpinus betulus, Hainbuche (Betulacea, Birkengewächse)
Sorbus torminalis, Elsbeere (Rosaceae, Rosengewächse)
Lonicera xylosteum, Rote Heckenkirsche (Caprifoliaceae, Geißblattgewächse). Silbriges Holz, gegenständig.
Prunus avium, Vogel-Kirsche, Süß-Kirsche (Rosaceae, Rosengewächse). Am Blattstiel unterhalb des Blattes zwei rote Drüsen.
Prunus spec., Steinobst. Auch als „Süßkirsche“ angesprochen.
Fraxinus excelsior, Gemeine Esche (Oleaceae, Ölbaumgewächse). Neben Acer und Aesculus einzige gegenständige Baumgattung im Forstbotanik-Schlüssel.
Galium odoratum, Waldmeister (Rubiaceae, Rötegewächse)
Salix caprea (VERMUTUNG), Sal-Weide (Salicaceae, Weidengewächse). Einzige Weide, die trocken steht. Passt hier vom Standort, aber nicht in Bezug auf Knospen und Kätzchen
[vgl. baumkunde.de]
Aesculus hippocastanum, Roßkastanie (Sapindaceae, Seifenbaumgewächse). Neben Acer und Fraxinus einzige gegenständige Baumgattung im Forstbotanik-Schlüssel.





Protokoll der Exkursion vom 28.9.18: Am Hauptfriedhof Freiburg


Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 28.9.18: Am Hauptfriedhof FR

Der Friedhof selbst ist „leider“ sehr gepflegt – hier wurden wir nur am Grunde eines ausgetrockneten Teiches fündig.
Vorher ging es am Straßenrand entlang über den Spielplatz und entlang des Radweges an der südlichen Friedhofsmauer – von der Südwestecke durch den Friedhof wieder zum Haupteingang.

  • Solanum nigrum (Schwarzer Nachtschatten): Weiße Solanaceenblüten, schwarze Früchte
  • Setaria viridis (Grüne Borstenhirse): Grüne, nicht klettende Borsten; kompakter Blütenstand
  • Digitaria sanguinalis (Blutrote Fingerhirse): Ährchen lanzettlich, Blatt + Blattscheide behaart
  • Aethusa cynapium (Hundspetersilie; monotypische Gattung): stark giftig! Hüllchenblätter nur auf der nach außen gerichteten Seite der Döldchen; Früchte eiförmig, kantig gerippt; Hüllblätter fehlend!
  • Persicaria lapathifolia ssp. Lapathifolia (Gewöhnl. Ampfer-Knöterich): Blätter lanzettlich mit schwarzem Punkt, Scheinähren dichtblütig, lang, gerne überhängend; vgl. P. maculosa (Floh-Knöterich): Bl. schmal eiförmig, in der Mitte am breitesten, auch schwarz gefleckt; Scheinähren kürzer, gerade-aufrecht
  • Polygonum aviculare agg. (Vogel-Knöterich)
  • Aconogonon polystachium (= Polygonum polystachium; Stutzblättriger Bergknöterich, auch Flieder-Knöterich): Zierpflanze aus dem Himalaya-Vorland; Ochrea kahl, derb, braun
  • Atriplex patula (Spreizende Melde): Obere, manchmal auch alle Blätter lineal-lanzettlich; Seitenäste gegenständig waagerecht abstehend

    Einschub zu Chenopodiaceen (Gänsefußgewächse)
    Werden heute oft mit Amaranthgewächsen zusammengefasst (Chenopodium und Atriplex als Gattungen der Amaranthaceae); Grobe Einteilung:
    - Mit spitzen oder stechenden, oft häutigen Vorblättern: Amaranthus (Fuchsschwanz)
    - Keine spitzen oder stechenden Vorblätter; Blätter flächig, gestielt, keine Rosette:
    - Früchte im kugeligen Perigon, oft bemehlt, nie drüsig: Chenopodium (Gänsefuß)
    - Früchte in flachen, dreieckigen Vorblättern: Atriplex (Melde)


  • Dianthus armeria (Raue Nelke): Mickerexemplar in gemähter Fläche (2. Flor)
  • Brassica napus ssp. napus (Raps): ebenfalls Mini-Exemplar
  • Oenothera biennis (Gewöhnliche Nachtkerze)? Nicht wirklich bestimmt... ca. 120 Arten(!)
  • Symphytum officinale (Arznei-Beinwell)
  • Lamium album (Weiße Taubnessel)
  • Geum urbanum (Echte Nelkenwurz): Fruchtstände mit typischen langen, hakigen, harten Griffeln
  • Glechoma hederacea (Gundermann): Typische Blätter nierenförmig bis rund, gekerbt bzw. stark abgerundet, gezähnt; Bodendecker mit vielen langen, beblätterten, liegenden Trieben
  • Dactylis glomerata (Knäuelgras): Stängel an der Basis flachgedrückt, Kiel der Deckspelzen mit 0,5 mm langen, steifen Wimpern
  • Medicago x varia (Bastard-Luzerne): Früchte spiralige Hülsen, 0,5-2,5 Windungen, hellgrün; vgl. M.sativa (Saat-Luzerne): Hülsen mit 1,5-3,5 Windungen, blaugrün;
  • Cirsium vulgare (Gewöhnliche Kratzdistel): Blattränder am Stängel herablaufend; Stängel dornig geflügelt (mehr oder weniger); Hüllblätter linealisch, abstehend (bei C. palustre anliegend); Blätter unterseits weißfilzig
  • Aegopodium podagraria (Giersch)
  • Robinia spec. (?): Baum mit Nebenblattdornen und über 50 cm langen gefiederten Blättern, Fiederblättchen viel größer und länglicher als bei Robinia pseudoacacia – wer kennt diese Art?

    Im Bereich des ausgetrockneten Teichs standen mit hoher Deckung:

  • Rorippa palustris (Gewöhnliche Sumpfkresse): auffallend hellgrüne Blätter
  • Cardamine flexuosa (Wald-Schaumkraut): Fiederblättchen gezähnt

    sowie dazwischen

  • Sonchus arvensis (Acker-Gänsedistel): Blätter glänzend, nicht stechend
  • Chenopodium polyspermum (Vielsamiger Gänsefuß): Ganzrandige Blätter, Pfl. breit ausladend verzweigt, reife Früchte im offenen Perigon sichtbar; Fruchtstände locker verzweigt, weniger dichte Knäuel als die Blüten bildend




Protokoll der Exkursion vom 21.09.18 am Mundenhof


Protokoll der AK-Botanik-Exkursion am 21.9.18: Bienengarten im Mundenhof

Trotz Wind und aufziehendem Regenwetter fanden sich 8 Interessierte am Mundenhof ein, um dort die Wiese im Bienengarten artenmäßig zu erkunden: Leider war von dem nach der Mahd im Juli erwarteten „2. Flor“ nicht viel zu sehen, und so waren wir im wesentlichen auf vegetative Merkmale angewiesen. Auch Dank der fachkundigen Unterstützung durch Winfried Meier von der Forstbotanik kamen doch einige Arten zusammen:

  • Linaria purpurea (Purpur-Leinkraut): kommt blaulila und fleischrosa vor, Zierpflanze Urspr. Italien
  • Festuca brevipila (Raublättriger Schaf-Schwingel): dunkel-graugrüne Blätter m. V-förmigem Querschnitt; Urspr. eine Art der mitteleurop. Sandtrockenrasen, durch Saatmischungen verschleppt; in BW Neophyt;
  • Chenopodium album (Weißer Gänsefuß): W. Meier rät vom Versuch der genaueren Bestimmung ab …
  • Erysimum cheiri (Goldlack; bek als „Cheiranthus”): Pfl. Ausdauernd, unten verholzend; Grundblattrosette mit zweistrahligen Haaren, obere Blätter kleiner, alle dunkelgrün, lanzettlich, dicht gedrängt an d. Achse; goldbraune Stieltellerblüten (Brassicacee), Blütezeit 5-6
  • Achillea millefolium agg.
  • Geranium pyrenaicum (Pyrenäen-Storchschnabel); Nebenblätter spitz, trockenhäutig; Verwechslungsarten (nach Blattform) : G. rotundifolium, G. pusillum, G. molle haben ähnliche, aber i.d.R. kleinere Blätter, aber v.a. andere Nebenblätter (grün und/oder breit)
  • Erigeron canadensis/sumatrensis (Katzenschweif; s. Protokoll PFF Vauban)
  • Silene vulgaris (Taubenkropf-Leimkraut)
  • Gypsophila muralis (Acker-Gipskraut): Blüten ähnl. Petrorhagia saxifraga, aber keine Stängel m. Einzelblüten
    aus einem Rasen heraus, sondern eine umfangreich verzweigte Infloreszenz
  • Hypochaeris radicata (Gewöhnl. Ferkelkraut): Blätter entfernt buchtig gezähnt bis fast ganzrandig, zerstreut grobborstig; Stängel tief gekerbt, oberseits nicht verdickt
  • Potentilla reptans (Kriechendes Fingerkraut): Stängel ausläuferartig kriechend, bl. lang gestielt, einzelne lang gestielte Blüten an den Ausläuferknoten entspringend; 5-6 KrBl., KBl viel kürzer als Krone
  • Centaurea jacea (Wiesenflockenblume)
  • Centaurea scabiosa (Skabiosenflockenblume)
  • Centaurea nigrescens (Schwärzende Flockenblume)?: Ungeteilte Blätter, sonst ähnl. wie letzte
  • Salvia pratensis (Wiesensalbei): Rosettenbl m. leicht herzförmigem Grund (vgl. Verbascum lychnitis); Geruch!
  • Lotus corniculatus (Hornklee)
  • Plantago lanceolata (Spitzwegerich)
  • Plantago major (Breitwegerich)
  • Origanum vulgare (Gemeiner Dost)
  • Festuca arundinacea (Rohr-Schwingel): Bl bis 18 mm breit, mit hellen, sichelförmigen, bewimperten Öhrchen; Am untersten Knoten des BStd. 2 Zweige, der kürzere m. 4-8 Ährchen (Wiesenschwingel m. 1-2 Ährchen, Bl viel schmaler, Öhrchen kahl, Ligula viel kürzer)
  • Securigera varia (= Coronilla varia; Bunte Kronwicke)
  • Filipendula ulmaria (Mädesüß): Früchte sind kugelig aufgerollte Schnecken, sehr typisch
  • Rubus sect. Rubus spec. (nicht weiter bestimmte Brombeere)
  • Medicago staiva/x varia (Saat- oder Bastardluzerne): 3 Teilblättchen, vorne gezähnt mit Spitzchen, mittleres TBl deutlich gestielt, seitliche sitzend (M. x varia) oder kürzer gestielt (M. sativa)
  • Silene latifolia (Weiße Lichtnelke) Pfl. zweihäusig, B weiß mit Nebenkrone, Kapsel m. 10 Zähnen, Bl. breit lanzettlich, mit grundst. Blattrosette; vgl. S. noctiflora: B zwittrig, Bl schmaler, ohne grundst. Rosette
  • Malva silvestris (Wilde Malve, Große Käsepappel): Bl gelappt; Wichtiges Merkmal der Malvenverwandtschaft ist der Außenkelch! Bei Malva dreiblättrig, frei; Lavatera 3-spaltig verwachsen; Alcea und Althaea 6-9-blättrig, bei Hibiscus >9-teilig, bei Abutilon fehlend
  • Polygonum bistorta (Schlangenknöterich)
  • Polygonum aviculare agg.(Vogelknöterich)
  • Artemisia vulgaris (Gewöhnl. Beifuß)
  • Iris sibirica – Zierform im ausgetrockneten Flachteich
  • Elymus repens (Gewöhnl. Quecke): Ährchen stehen mit der Fläche zur Ährenachse (vgl. Lolium)
  • Heracleum sphondylium (Wiesen-Bärenklau): Bl 3-teilig, Bl.abschnitte tief fiederteilig, wenig zugespitzt (vgl. H. mantegazzianum, Riesenbärenklau: Blattabschnitte lang zugespitzt); bei allen Heracleum-Arten die äußeren Kronblätter stark vergrößert (Döldchen als Blume ausgebildet)
  • Hedera helix (Efeu)
  • Festuca rubra (Rotschwingel): Blattscheiden kahl, bis weit oben geschlossen, oft rötlich, ohne Öhrchen, mit rudimentärer häutiger Ligula; Grundbl borstig, V-förm. i. Querschnitt, 0,7mm breit




Protokoll der Exkursion vom 14.09.18 in Buchholz


AK Botanik-Exkursion am 14.09.18: Kartieren in Buchholz (Prot. Lena Purmann)

Zu dritt haben wir uns mit der Kartierarbeit in Buchholz beschäftigt und dabei viele Pflanzen der Pflasterfugen und Rinnsteine der letzten Exkursion wiederholt. Da es bei der Kartierung um die vollständige Aufnahme aller sicher bestimmbaren Pflanzen geht, werden auch diese im Protokoll noch einmal aufgeführt.
Route: Bahnhofsvorplatz, Eisenbahnstr., Schloßstr. und Torackerstr.

1) Digitaria sanguinalis subsp. sanguinalis (Blut-Fingerhirse): Bei Digitaria-Arten haben die fingerartigen Ähren keinen gemeinsamen Ursprung (vgl. Cynodon), die Ährchen stehen paarweise auf einer Seite der Ährenachse; D. sanguinalis: Ährchen lanzettlich spitz, obere Hüllspelze nur halb so lang wie Deckspelze; obere Blattscheiden immer behaart;
2) Eragrostis minor (Kleines Liebesgras): Ligula in Haare aufgelöst, Blattscheiden behaart, runde, walzlich- lange Ährchen (vgl. Poa annua m. kurzen, flachgedrückten Ährchen); Warzen bzw. „Drüsen“ am Blattrand (E. pilosa ohne diese)
3) Lotus corniculatus (Gewöhnlicher Hornklee)
4) Pilosella officinarum (Gewöhnliches Mausohr-Habichtskraut)
5) Cornus sanguinea subsp. australis (Blutroter Hartriegel): Blattunterseite nur anliegend behaart; bei der Nominat-Unterart (C. sang. ssp. sanguinea) einfache, abstehende Haare, nur am Rand anliegende!
6) Verbena officinalis (Eisenkraut)
7) Taraxacum sect. Ruderalia
8) Erigeron annuus subsp. annuus (Einjähriger Feinstrahl, einjähr. Berufkraut): Neophyt aus N-Amerika, Stängelblätter grob gezähnt
9) Setaria viridis (Grüne Borstenhirse): Deckspelze glatt, Borsten grün, später gelbrot
10) Setaria pumila (Fuchsrote Borstenhirse): Deckspelze stark querrunzelig, Borsten gelb, später fuchsrot, Bl. lang bewimpert
11) Polygonum arenastrum subsp. arenastrum (Gewöhnlicher Vogel-Knöterich; gehört zur Artengruppen Polygonum aviculare): dreieckige Früchte mit konvexen Seiten; Blüten zu wenigen in den Blattachseln
12) Portulaca oleracea subsp. oleracea (Gemüse-Portulak): Stg. rot, fleischig; Blätter fleischig; Blüten gelb; meist niederliegend und sternförmig wachsend
13) Potentilla reptans (Kriechendes Fingerkraut): alle Stängel ausläuferartig niederliegend, an den Knoten wurzelnd
14) Plantago major (Breitwegerich): klassische Trittrasenpflanze; Blätter gestielt, Blattgrund herzförmig, Blattadern vereinigen sich vor der Spitze; vgl. P. uliginosa (Kleiner Wegerich): Blattrand weit gezähnt;
15) Plantago lanceolata (Spitzwegerich)
16) Lepidium virginicum (Virginische Kresse): Kronblätter länger als der Kelch (Neophyt), Blätter gesägt mit Seitennerven, Grundbl. fiederteilig
17) Conyza canadensis = Erigeron canadensis (Kanadisches Berufkraut): Blattränder zerstreut abstehend lang behaart; kann bis zu einem Meter hoch werden
18) Lapsana communis (Rainkohl): bildet eine Rosette, Blätter unterseits auf den Adern behaart, Blätter fiederteilig: blattstielwärts zwei typisch nach hinten gerichtete Fiederteile
19) Hypochaeris radicata (Gewöhnliches Ferkelkraut): Köpfchenboden mit Spreublättern; Blätter weit gezähnt, ober- und unterseits mit borstigen Haaren besetzt
20) Hedera helix (Efeu): Giftig!
21) Oxalis corniculata (Gehörnter Sauerklee): Blüte gelb, Blätter oft dunkelrot (viel Anthocyan), Neophyt
22) Oxalis stricta: Blüte gelb, Kapseln +- kahl (bei O. corniculata Kps. weichhaarig)
23) Poa annua: kurze flachgedrückte Ährchen
24) Chenopodium polyspermum: oft rotstielig
25) Trifolium pratense (Wiesen-Klee): unterirdische Ausläufer
26) Glechoma hederacea (Gundelrebe)
27) Cerastium holosteoides (Gewöhnliches Hornkraut); ausdauernd, wintergrün, Stg. U. Bl. stets behaart, Kronbl. 3-7 mm, kaum länger als Kelchbl; Kapsel kürzer als 12 mm;
28) Ranunculus acris (Scharfer Hahnenfuß); Obere Bl. geteilt, KBl. nicht zurückgeschlagen, B.stiele nicht gefurcht, Pfl. anliegend behaart, B.boden immer kahl
29) Ranunculus repens (Kriechender Hahnenfuß); B.stiele gefurcht, B.boden behaart, lg. Kriechende Ausl., Bl. 3-zählig
30) Calystegia sepium (Gewöhnliche Zaunwinde): Blätter pfeilförmig; Stängel windend
31) Potentilla sterilis (Erdbeer-Fingerkraut): Blätter wie bei der Erdbeere, aber am Rande feiner, silbriger Haarsaum; unterirdische Ausläufer; weiße Kronblätter breit getrennt, nicht wie bei Erdbeere überlappend
32) Sedum sexangulare (Milder Mauerpfeffer): ohne scharfen Geschmack
33) Achillea millefolium (Wiesen-Schafgarbe; Gruppe von Kleinarten)
34) Sambucus nigra (Schwarzer Holunder): weißes Mark
35) Rumex obtusifolius (Stumpfblättriger Ampfer): Blätter lang gestielt mit abgerundetem bis herzförmigem Grund und stumpfer Spitze
36) Alliaria petiolata (Lauchhederich, Knoblauchsrauke): essbar; Blätter nach Knoblauch riechend; Stängel schwach kantig, am Grund abstehend behaart
37) Daucus carota: Möhrengeschmack, abgeblühte Blütenstände bilden “Nester”
38) Sagina apetala (Kronloses Mastkraut): Kelchblätter liegen der Frucht an, sind unterschiedlich, äußere stachelspitzig; Blätter lang stachelspitzig; (≠ S. procumbens: Kelchblätter sternförmig abstehend, alle gleich, stumpf; Bl. kurz stachelspitzig)
39) Geum urbanum (Gewöhnliche Nelkenwurz): Blätter gefiedert, Fiedern zum Ende hin größer werdend
40) Solanum nigrum (Schwarzer Nachtschatten): Giftig! Blätter beidseitig behaart; Beeren meist schwarz
41) Festuca rubra (Rot-Schwingel): Blätter der nicht blühenden Triebe borstig, Stängelblätter breiter; bildet lange unterirdische Ausläufer
42) Festuca arundinacea (Rohr-Schwingel): auch die grundständigen Blätter flach, kahnförmig, Öhrchen am Rand bewimpert; Blattscheiden offen (≠ Bromus spec.: Blattscheiden geschlossen); abgerundete Spelzen (≠ Poa spec.: gekielte Spelzen)
43) Trifolium repens (Weiß-Klee): Nebenblätter trockenhäutig, zu Tute verwachsen; Blüten weiß bis hellrosa, später stark zurückgebogen; Sprossachse kriechend m. oberird. Ausl.; Blätter gezackt
44) Prunella vulgaris (Kleine Braunelle); Krone 7-15 mm, höchstens doppelt so lang wie Kelch; oberstes Laubblattpaar direkt unter B.std. (P. grandiflora: K>20mm, 2-3x Kelchlge., Abstand Laubbl.-B.std.)
45) Senecio vulgaris (Gemeines Greiskraut): fiederspaltige Blätter, blüht gelb ohne Zungenblüten, oberer Teil d. Hülle schwarzbraun
46) Geranium robertianum (Stinkender Storchschnabel, Ruprechtskraut)
47) Chenopodium album (Weißer Gänsefuß)
48) Aquilegia vulgaris agg. (Artengruppe Gewöhnliche Akelei): Giftig! B m. 5 hakenförmigen Spornen
49) Echium vulgare (Gewöhnlicher Natternkopf): Griffel zweispaltig; bildet Rosetten
50) Herniaria glabra (Kahles Bruchkraut): typisch an sandigen, betretenen Ruderalstellen wie Pflasterfugen; frischgrün, höchstens schwach bewimpert, Frucht länger als Hülle
51) Persicaria lapathifolia (Ampfer-Knöterich); B.stds.achsen m. sitzenden Drüsen, Ochrea kahl
52) Chelidonium majus (Schöllkraut): Giftig! Pflanze mit orangefarbenem Milchsaft, der äußerlich gegen Warzen angewendet wird; Blätter gefiedert, Fieder ungleich doppelt gekerbt oder gelappt; Blüten gelb
53) Robinia pseudoacacia (Robinie): Jungpflanze; Nebenblattdornen!
54) Echinochloa crus-galli (Echte Hühnerhirse)
55) Aegopodium podagraria (Giersch)
56) Galium album (Weißes Labkraut): Blüte weiß
57) Juncus tenuis (Zarte Binse); typ. Trittrasenart, Neophyt! s. Protokoll Hirzberg
58) Linaria vulgaris (Gewöhnliches Leinkraut): Blüte gelb
59) Cichorium intybus (Gewöhnliche Wegwarte)
60) Arrhenatherum elatius (Glatthafer) Spelzen ohne Kiel, untere DSp fast am Grund lg. begrannt
61) Acer campestre (Feldahorn): Jungpflanze; bildet Korkleisten




Protokoll der Exkursion vom 07.09.18 im Vauban


AK Botanik-Exkursion am 07.9.18: Pflasterfugenflora im Vauban

Nach langer Sommerpause fanden sich erfreulicherweise 10 (!) Interessierte zusammen, um sich mit der weithin unbekannten Pflanzenwelt der Pflasterfugen, Rinnsteine und Asphaltränder zu beschäftigen.
Vorab konnten wir noch eine Kuppel aus Weidenstecklingen besichtigen, die schon etliche Jahre besteht,
aber in einer anderen Technik gebaut ist (Weidenrutenbüschel; Methode M.Kalberer) als die Weiden-pavillons im Bot. Garten FR (zusammengewachsene Stämme; Methode Prof. Speck).

  • Digitaria sanguinalis; Bluthirse: Bei D.-Arten haben die fingerartigen Ähren keinen gemeinsamen Ursprung (vgl. Cynodon), die Ährchen stehen paarweise auf einer Seite der Ährenachse; D.sanguinalis: Ährchen lanzettlich spitz, obere Hüllspelze nur halb so lang wie Deckspelze; obere Blattscheiden immer behaart; Vgl. D.ischaemum; Fadenhirse: kleiner, Ährchen breiter oval, Pfl. ganz kahl, obere Hüllspelze wie Decksp. Eragrostis minor; Kleines Liebesgras: Ligula in Haare aufgelöst, runde, walzlich-lange Ährchen (vgl. Poaannua m. kurzen, flachgedrückten Ährchen); Warzen bzw. „Drüsen“ am Blattrand (E. pilosa ohne diese)
  • Lotus corniculatus (?); aus Ansaat – hier mit lauter Einzelblüten
  • Thymus spec.; nach Geruch nur die Gattung bestimmbar – keine Blüten vorh.!
  • Salvia pratensis; Wiesensalbei: nur Blattrosette; Unterschied zu Rosette von Verbascum nigrum ???
  • Conyza canadensis = Erigeron canadensis: Blattränder zerstreut abstehend lang behaart; wird regional verdrängt von C. sumatrensis (Blattrand dicht mit kurzen, krummen Haaren besetzt); mit noch größeren Blütenköpfen und übergipfelnden Seitenästen: C. bonariensis; Argentinisches Berufkraut; Plantago major; Breitwegerich: klass. Trittrasenpflanze; Bl. gestielt, Bl.Grund herzförmig, Bl.Adern vereinigen sich vor der Spitze; vgl. P. uliginosa; Kleiner W.: Bl.Rand weit gezähnt; P. media; Mittel-W.: Bl. +/- ungestielt, ausgeprägt spitz, alle Adern laufen in Spitze; Bl.Rand bewimpert
  • Sanguisorba minor; Kl. Wiesenknopf: nur Blattrosette; i.Vgl. zu Pimpinella saxifraga sind die Fiederblättchen rundlicher, die Zähne sind weniger spitz als die Kerben; mittl. Zahn bei S.m. zurückgesetzt.
  • Polygonum aviculare aggr.; Vogelknöterich: Blüten zu wenigen in den Blattachseln. Alle Knöteriche mit blattlosen Blütenständen fallen unter Gattg. Persicaria! P. aviculare hat dreieckige Früchte mit eher konkaven Seiten, die Fr. von P. arenastrum sind rundlicher, größte Seitenfläche konvex. Blätter bei P. aviculare gleichmäßig lanzettlich, bei P. arenastrum am breitesten im vorderen Drittel;
  • Persicaria maculosa; Floh-Knöterich: Ochrea mit vielen kurzen Wimpern (1-2mm), BStd. kompakt, rosa, Bl. oft mit dunklem Fleck; vgl. Persicaria mitis; Milder Knöterich: Ochrea m. wenigen langen Wimpern (3-5mm), BStd. (Scheinähre) lockerblütig, langgestreckt, wie auch bei P.hydropiper und P. minor (ersterer mit scharf schmeckenden Bl., Scheinähren überhängend – diese bei P. minor gestreckt)
  • Trifolium repens; Weiß-Klee: Nebenblätter trockenhäutig, zu Tute verwachsen; B weiß bis hellrosa, später stark zurückgebogen; Sprossachse kriechend.
  • Portulaca oleracea; Gemüse-Portulak: Stg. rot, fleischig; Bl. fleischig; B gelb; meist niederliegend und sternförmig wachsend.
  • Setaria pumila; Fuchsrote Borstenhirse: Deckspelze stark querrunzelig, Borsten gelb, später fuchsrot;
    Setaria viridis; Grüne Borstenhirse: Deckspelze glatt, Borsten grün, später gelbrot
    Beide o.g. Setaria-Arten mit kompakter Ährenrispe, bei S.pumila Bl. lang bewimpert; vgl. zwei größere Setaria-Arten mit an der Basis unterbrochener Ährenrispe und Borsten mit Zähnchen: Ährenrispe beim Aufwärtsstreichen rau: S. verticillata, stark klettend; Zähnchen umgekehrt: S. verticilliformis
  • Lepidium virginicum/L. ruderale; Virginische Kresse/Schuttkresse: Bei L. virginicum Kronbl. länger als der Kelch, bei L. ruderale Kronbl. fehlend; Früchte +/- gleich! Bl. gesägt m Seitennerven bei L. virginicum, bei L. ruderale einnervig u. ganzrandig; Grundbl. bei beiden ganz anders: fiederteilig/fiederschnittig
  • Arenaria serpyllifolia; Quendelblättriges Sandkraut: typ. In lückigen, xerothermen Felsrasen
  • Artemisia absinthum; Absinth: Bl. o‘seits behaart, B.köpfe kugelig (wie auch bei A. velotiorum)
  • Artemisia vulgaris; Gewöhnl. Beifuß: Bl. o’seits kahl, d’grün; B.stde. weniger ausgebreitet
  • Petrorhagia saxifraga; Felsennelke: Pfl. dichtrasig, B lang gestielt (s.a. Protokoll Güterbahnhof)
  • Oxalis corniculata; Gehörnter Sauerklee: B gelb, Bl. oft d’rot (viel Anthocyan)
  • Herniaria glabra; Kahles Bruchkraut: typisch an sandigen, betretenen Ruderalstellen wie Pflasterfugen; Frischgrün, höchstens schwach bewimpert, Fr. länger als Hülle; vgl. H.hirsuta (graugrün, behaart)
  • Bidens tripartitus; Dreiteiliger Zweizahn: an nassen Stellen, in zeitweise stehendem Wasser (Pfützen…)








Protokoll der Exkursion vom 20.07.2018 in Ebringen


AK Botanik-Exkursion am 20.7.18 in Ebringen (auf den Spuren vom 16.3.)
Zu der Liste aus dem Frühjahr kamen einige wenige Arten dazu:
  • Lonicera xylosteum; Rote Heckenkirsche (silbrig helle Triebe: früher „weiße Besenreiser“)
  • Lonicera periclymenum; Wald-Geißblatt; ist eine Kletterpflanze, windet „linksherum“, was Botaniker als „Rechtswinder“ bezeichnen (wenn man nämlich von oben her draufschaut…)
  • Clematis vitalba; Waldrebe; ebenfalls eine Kletterpflanze, die 3cm dicke Lianen bilden kann
  • Pyrus pyraster; Wildbirne oder Holzbirne; kleine runde Blätter, Früchte nur 2-3 cm groß; wurde als Straßenbaum gepflanzt, da die Art kurz vor dem Aussterben war!
  • Symphoricarpos albus; Schneebeere; blaugrüne, sehr runde Blätter, kleine rosaweiße Blüten, aus denen sich weiße, pfenniggroße Beeren entwickeln.

  • Zu Crataegus: Blätter von C. monogyna sind tief eingeschnitten (eingriffelig - eingeschnitten…), während die von C. laevigata (= oxyacantha) nur relativ seicht gelappt sind.


Krautige Pflanzen:
  • Alcea rosea; Stockrose; mehr oder weniger gelappte Blätter (bei unserem Exemplar sahen sie wie die Blätter eines Feigenbaumes aus)
  • Thamus communis; Schmerwurz; wärmebedürftige Schlingpflanze mit unverwechselbaren Blättern aus der tropischen Familie der Dioscoreaceen
  • Peucedanum cervaria; Hirsch-Haarstrang
  • Campanula rotundifolia; Rundblättrige Glockenblume – hat ganz schmale, lange Blätter, aber die Grundblätter sind rund (wenn noch welche da sind…)
  • Melampyrum pratense; Wiesen-Wachtelweizen; Blütenrispen einseitswendig, wenigblütig; Schlund der Kronröhre fast geschlossen, mit Haarkranz; Kelchbl. schmal, lanzettlich; Pflanze verzweigt


In den Gärten fiel uns unter anderem auf:
  • Albizia julibrissin; Albizzie; prächtige rote Blüten, fein gefiederte Blätter; kommt auf dem Balkan und im östlichen Mittelmeerraum wild vor
  • Calycanthus floridus; Echter Gewürzstrauch; Große, dunkelrote Blüten (Form ähnelt manchen Magnolien) mit Geruch nach Zimt u. Nelken


Protokoll der Exkursion vom 13.07.2018 in Ihringen


AK Botanik-Exkursion am 13.7.18: Rebland/Böschungen in Ihringen („Schlichten“)
Es war wieder heiß, aber vom Bahnhof zum Einstieg beim Friedhof musste niemand laufen. Die Motivation der 6 Teilnehmer wurde durch die Aussicht auf die abschließende Einkehr in der Eisdiele hochgehalten … Allerdings wurde es 20 Uhr, bis wir dort ankamen – es gab viel zu sehen!
  • Melica ciliata, das Wimper-Perlgras, mit seiner dichten, strohgelben Rispe fiel als erstes auf
  • Asparagus officinalis (Spargel), riesige Conyza canadensis, die unvermeidlichen Erigeron annuus und Torilis japonica, der gewöhnliche Klettenkerbel bildeten neben Urtica dioica (Brennessel), Oenothera spec. und Cirsium vulgare den Aspekt der Hohlwegböschungen.
  • Solidago canadensis; Kanad. Goldrute; zumindest in der oberen Hälfte behaarter, grüner Stängel, unscheinbare Zungenblüten (meist gerollt), Bl. o.seits rau, Rippen eingesenkt; vgl. Solidago gigantea (Riesengoldrute): Stängel rötlich, kahl, grau bereift; Bl. o.seits glatt; Zungenblüten deutlich länger als Röhrenb.
  • Phytolacca americana; Kermesbeere; Neophyt, im Kaiserstuhl früher zum Färben von Rotwein angebaut
  • Daucus carota; Wilde Möhre; hat nicht immer die bekannte dunkle Mittelblüte!
  • Silene latifolia; Weiße Lichtnelke; grundst. Rosette, B getrenntgeschl., tagsüber offen, mit Nebenkrone; Verwechslungsart: S. noctiflora; Acker-Leimkraut; ohne Rosette, Stängel u. Kelch stark behaart u. stark klebrig; B gehen erst abends auf, alle zwittrig; Kapsel mit 6 Zähnen (S. latifolia 10 Zähne)
  • Melilotus albus; Weißer Steinklee; Melilotus officinalis; Gelber Steinklee;
  • Papaver dubium, Origanum vulgare, Mercurialis annua, Artemisia vulgaris, Knautia arvensis, Galium album
  • Centaurea stoebe; Rispenflockenblume; viele kl. Blütenköpfe, 1 schon unten verzweigender Stängel; Bl. fiederteilig, graufilzig, m. schmalen Zipfeln; schwarzes, gewimpertes Anhängsel läuft an den Hüllbl. seitlich etwas herunter;
  • Centaurea scabiosa; Skabiosen-Flockenblume; Große (>12mm) kugelige Köpfchen, Anhängsel ähnl. wie bei C. stoebe; St.bl. fiederschnittig, grün, m. viel breiteren Zipfeln; abgeblüht bildet sich um die Früchte ein flacher Teller aus silbrig-gelb glänzenden Hüllblättchen aus; Pappus min. so lang wie Frucht;
  • Centaurea jacea subsp. jacea; Wiesen-Flockenblume; Bl. grün, ellipt. – eilanzettlich; Anhängsel häutig, unregelm. zerschlitzt; abgeblüht ein walzliches, braunes Tönnchen aus den vertrockneten Hüllbl., Früchte ohne Pappus od. mit wenigen Pappusbörstchen;
  • Centaurea jacea subsp. Angustifolia; = C. pannonica; Schmalblättrige Wiesen-Flockenblume; Bl. schmal, aber nicht pfriemlich, wie Stängel weißfilzig behaart; spät blühend (als einzige jetzt noch mehrheitl. In Knospe; Anhängsel hellbraun, die unteren regelm. gewimpert;
  • Achillea millefolium (A. nobilis war nicht dabei: hätte nur 5-10 Fiedern an den Stängelbl., Blattspindel gezähnt); Gewöhnliche Schafgarbe (A. millefolium agg.) bildet eine Artengruppe mit viel Länglicheren und am Stängel auch schmaleren Blättern als A. nobilis, immer > 10 Fiederpaare an den Stängelbl.
  • Amaranthus spec.; Fuchsschwanz, Amaranth; grünährig – wohl A. retroflexus (Rauhaar. Fuchsschwanz) ?
  • Hordeum murinum, Bromus inermis, Bromus sterilis; Arctium lappa, Picris hieracoides, Inula conyzae;
  • Diplotaxis tenuifolia; Schmalblättriger Doppelsame; Wildform von Rucola; charakterist. Geruch
  • Campanula rapunculus; Rapunzel-Glockenblume; Wurzel als “Natur-Kaugummi“ verwendbar
  • Galium verum; Echtes Labkraut; gelbe B., Blätter nadelförmig, Stängel rund, Pfl. m. Honiggeruch
  • Stachys recta: Aufrechter Ziest; Teucrium chamaedris: Edelgamander
  • Saponaria officinalis; Seifenkraut; abgeblüht große, aufrechtstehende Kapseln (Form v. Jonglierkeulen)
  • Dipsacus fullonum: Wilde Karde; Bl. ganzrandig; Dipsacus laciniatus: Schlitzblättrige Karde; selten, in Wärmegebieten; selten auch weißblütig wie hier! (normal lila)
  • Digitaria sanguinalis; Blutrote Fingerhirse; Fingerähren entspringen nicht alle aus einem Punkt wie bei Cynodon dactylon! Ährchen paarweise kurz-/langgestielt; Ligula häutig, kurz; Blattscheiden u. Bl. (zumindest die oberen) immer behaart, Ährchen kurz behaart; Bl. unterseits gekielt
  • Verbascum lychnitis; Mehlige Königskerze; stark verzweigt – „Kandelaberform“; B. weiß oder gelb; alle Staubfäden weißwollig; Bl. u.seits mehlig bestäubt, oben kahl oder kurz behaart
  • Falcaria vulgaris; Gewöhnliche Sichelmöhre; scharf gesägte, graugrüne Blätter (s. Foto)
  • Verbena officinalis: Echtes Eisenkraut; Lotus corniculatus: Hornklee; Medicago sativa: Saat-Luzerne
  • Colutea arborescens; Blasenstrauch; mediterranes Florenelement
  • Allium oleraceum; Gemüselauch; Hochblätter sehr langspitzig
  • Fruchtstände von Isatis tinctoria, Rhinanthus alectorolophus, Tragopogon dubius, Malva moschata



Protokoll der Exkursion vom 06.07.2018 beim Güterbahnhof Freiburg


AK Botanik-Exkursion am 06.7.18 auf dem Gelände des ehem. Güterbahnhofs FR
Bei unbeständigem Sommerwetter mit kurzem Schauer konnten sich sieben Interessierte davon überzeugen, dass Bahnhofsgelände hotspots der Artenvielfalt sind (Gbf FR: ca. 380 Arten / 40 ha). Trotz bereits umfangreicher Bebauung bekamen wir einen Eindruck davon, wie sich hier ganz besondere Arten zusammenfinden: Ruderalflora! Viele Neophyten und „Eisenbahnwanderer“, z.B.
  • Senecio inaequidens; Schmalblättriges Greiskraut; ein invasiver Neophyt aus Südafrika
  • Lepidium virginicum; Virginische Kresse (sehr ähnlich: L. densiflorum, L.neglectum; der Hautsaum der Samen ist bei L. virginicum und L. neglectum vorhanden, fehlt bei L. densiflorum)
  • Oenothera biennis agg. (am Güterbahnhof wahrscheinlich; wir haben auf die Artbestimmung verzichtet) Gewöhnliche Nachtkerze; eingebürgerter Neophyt aus N-Amerika (1620 als Zierpfl. eingeführt)
  • Erigeron annuus; Einjähriger Feinstrahl
  • Conyza canadensis; Katzenschweif, Kanadisches Berufkraut; in Rinnsteinen, auf Trümmerschutt etc.
  • Buddleja davidii; Sommerflieder oder Fliederspeer; Pionierstrauch meist auf Kies, Herkunft China
  • Ailanthus altissima; Götterbaum; invasiver Neophyt (China), breitet sich an Bahndämmen u. Straßen aus. B 40-100 cm, max. 12 Fiederpaare, Fiederbl. am Grund asymmetr. gezähnt, mit 1 Drüse Verwechslungsart Rhus hirta, Essigbaum: B behaart, max.50 cm, Fiederbl. symmetr., ungezähnt
  • Rubus armeniacus; Armenische Brombeere; rotfüßige Stacheln, sehr große u. süße Früchte (verwildert aus Gärten!); extrem wüchsig (bis 10 m/a), verdrängt einheimische Brombeerarten
  • Petrorhagia saxifraga; Steinbrech-Felsennelke (in Pflasterfugen am Treffpunkt); St. niederliegend-aufsteigend, Kelch mit kl. Hochbl.; Vgl. Gypsophila muralis: St. steif aufrecht, Kelch ohne Hochblätter
  • Malva moschata; Moschusmalve; Blätter doppelt fiederteilig, Außenkelchbl. schmal lineal; vgl. M. alcea: Außenkelchbl. breit lanzettlich; dagegen M. sylvestris: Blätter 5-zählig gelappt
  • Saponaria officinalis; Seifenkraut
  • Papaver dubium; Saat-Mohn; Bl. kleiner u. heller als Klatschmohn; Kapsel kahl, keulenförmig
  • Chaenorrhinum minus; Kleines Leinkraut; Bl klein, bläulichweiß, mit offenem Schlund (vgl. Linaria)
  • Eupatorium cannabinum; Wasserdost; wächst auch auf Kies und Schutt!
  • Tussilago farfara; Huflattich; vorblütig: blüht im zeitigen Frühjahr blattlos, treibt dann erst Blätter
  • Centaurea sp.: Hüllblattanhängsel dreieckig, regelmäßig gefranst (v.a. die unteren); In Frage kommen C. nemoralis und C. pratensis (die z.T. als Unterart von C. jacea geführt wird)
  • Pastinaca sativa ssp. sativa var. pratensis; Wiesen-Pastinak; var. sativa liefert das Wurzelgemüse!
  • Onobrychis viciaefolia; Futteresparsette; abgeblüht, mit stacheligen, asymm. eiförmigen Schoten
  • Verbascum densiflorum; Großblütige Königskerze; wie V. thapsus (Kleinblütige Königskerze) Blätter auch oberseits dichtfilzig behaart; wenig verzweigt; V. thapsus hat B weniger gekerbt, Blüten kleiner und mehr trichterig, kürzere Staubbeutel an den unteren beiden (kahlen) Staubfäden
  • Sedum album; Weißer Mauerpfeffer; vgl. S. acre (blüht gelb)
  • Berteroa incana; Graukresse; einzige weiße Brassicacee mit tief eingeschnittenen Kronblättern bei uns!
  • Picris hieracoides; Gewöhnliches Bitterkraut; Bl. Gelb, Fr. m. Pappus, Stängel mit ganzrandigen B.; rau äußere Hüllblätter blattartig abstehend (ähnlich bei Hieracium umbellatum)
  • Cirsium vulgare; Gewöhnl. Kratzdistel; Gattg. Cirsium mit gefiederten Pappushaaren (vgl. Carduus: ungefiedert); Bedornte Blattzipfel in mehreren Ebenen angeordnet („3D-Blätter“) bei C. eriophorum und bei C. vulgare; C. eriophorum kommt in der Rheinebene nicht vor (weiter östlich häufig, bis zum Balkan)
  • Euphorbia lathyris; Kreuzblättrige Wolfsmilch; Imposante, etwas sparrig wirkende Wolfsmilch mit über 1 cm großen, dreiteilig kalotten-kugeligen Früchten (verwilderte Gartenpflanze)
  • Senecio erucifolius (?); Raukenblättriges Greiskraut; vgl. S. jakobaea: Zungenblüten 10 mm (S. e. 6-8 mm), Fr. d. Zungenbl. kahl (S. e. alle Fr. behaart), max.2 abstehende, kurze Außenhüllblätter (S. e. 3-8 lange), St.b. mit vielteiligen Öhrchen, verbreiterten Blattzipfeln, unregelmäßig zerschlitzt (S. e. meist o. Öhrchen, B.zipfel lineal, kammartig, nach vorne gerichtet); Innenhülle m. schwarzen Spitzen (S. e. Spitzen heller); Bl.farbe goldgelb (S. e. heller gelb)
  • Verbascum blattaria (fruchtend); Schabenkraut; kahl, dunkel, Bl.std. locker, Bl. gestielt ohne Vorblätter; RL3!
  • Trifolium arvense; Hasenschwänzchen-Klee
  • Inula conyzae; Dürrwurz; Bl.köpfchen o. Zungenbl., Stängel rauhaarig, rotbraun, beblättert, verzweigt; Pfl. bildet Rosette aus, erst spät erscheint der Stängel m. Blütenstd.; Innere Hüllbl. anfangs rötlich, untere St.b. gestielt, obere sitzend, zugespitzt eiförm., d’grün, gerunzelt, US behaart
  • Linaria vulgaris; Gewöhnliches Leinkraut; Bl gelb, Schlund geschlossen (vgl. Chaenorrhinum minus)
  • Dipsacus fullonum; Wilde Karde; B ganzrandig; vgl. D. laciniatus; schlitzblättr. K.; seltener; Kaiserstuhl!
  • Trifolium pratense; Wiesenklee, Rotklee; Bl.köpfchen ungestielt, Stg. niederl.-aufstgd., gerne rot
  • Galeopsis angustifolia; Schmalblättriger Hohlzahn; auf trockenen Steinschutt- u. Kiesböden, Pionierpflanze auf anthropogenen Ruderalstandorten! Dadurch evtl. in Ausbreitung, derzeit Vorkommen zerstreut.



Protokoll der Exkursion vom 29.06.2018 in Littenweiler


AK Botanik-Exkursion am 29.6.18: Waldvegetation bei St.Barbara, Littenweiler
Es war heiß und weit oben und der Bahnübergang in Littenweiler war zu: So waren wir nur zu dritt, aber botanisch hat es sich voll gelohnt! Viele typische Waldarten, viel Neues, viel Bestimmungsarbeit. Auf dem Rückweg wäre es noch viel mehr geworden, wenn es nicht schon so spät gewesen wäre…
Zunächst noch ein Nachtrag vom Rieselfeld von Jan Debusmann:
  • Chaerophyllum temulum; Taumel-Kälberkopf (stand u.a. am Weidezaun zw. Straße und Graben), Frucht ungeschnäbelt, Hüllchenblätter bewimpert (Anthriscus Fr. geschnäbelt, Hllchbl. n. bewimpert), Stängel bis oben behaart, unter den Knoten verdickt, unten oft rotfleckig (auch bei anderen C-Arten), Vgl. C. hirsutum (Kronbl. bewimpert), C. aureum (Griffel weit spreizend, Teilbl. längl., spitz)

  • Festuca altissima; Wald-Schwingel; Ährchen 2-5-bltg., unbegrannt; ohne Öhrchen, Ligula 3-5 mm; die „offene Blattscheide“ im Schlüssel ist ein schlecht erkennbares Merkmal! Vgl. festuca pratensis mit ebenfalls offener Blattscheide, aber ausgeprägten Öhrchen und kurzer Ligula
  • Carex sylvatica; Waldsegge; vgl. C. strigosa (Dünnährige Segge) – sehr ähnlich, aber breitere Blätter
  • Carex remota; Winkelsegge; Ährchen ungestielt im „Winkel“ eines langen Hochblatts; beide Arten sind ganz typische Wald-Seggen!
  • Prenanthes purpurea; Hasenlattich; Blattform unverwechselbar, blüht blaulila
  • Senecio ovatus (früher S. fuchsii); oft rotbraune Stängel, verzweigt, oft groß (1,50 m), an Waldwegen
  • Dryopteris filix-mas; Gewöhnl. Wurmfarn; Spreiten der Fiedern 2. Ordnung hängen zusammen
  • Dryopteris dilatate; Breitblättr. Wurmfarn; Rippen der Fiedern zw. den Fiedern 2. Ordnung frei
  • Athyrium filix-femina; Frauenfarn; Sori kommaförmig; Die Wurmfarn-Arten habe 5 Leitbündel, der Frauenfarn nur 2 (Blattstiel schräg durchschneiden!)
  • Luzula sylvatica; Wald-Hainsimse; eher basophil, B braun, Hochbl. kürzer als Blütenstand
  • Luzula luzuloides; Weiße Hainsimse; eher im Sauren, B weißlich, Hochbl. überragen Bstd.
  • Impatiens noli-tangere; Großes Springkraut; Blätter stumpf u. grob gezähnt (I. parviflora spitz u. fein)
  • Impatiens glandulifera; Indisches Springkraut; 3mm lange Drüsen an den Blattstielen! Neophyt, wird über 3m hoch, Stängel unten dann 3cm dick, oft Stelzwurzeln bildend
  • Stachys sylvatica; Wald-Ziest; Blätter riechen sehr unangenehm.
  • Circaea lutetiana; Hexenkraut; Früchte kletten, stehen keulig nach rückwärts ab; Nachtkerzengewächs
  • Epilobium montanum; Berg-Weidenröschen; Bl. breit-lanzettlich, mit herzförmigem Grund, fast sitzend; Pfl. aufrecht, wenig verzweigt, ohne Ausläufer; Narben 4-spaltig; Kronblätter 8-12 mm
  • Lysimachia nemorum; Hain-Gilbweiderich; kleinere B u. spitzere Bl als L. nummularia (Pfennigkraut)
  • Oxalis acetosella; Wald-Sauerklee
  • Galeopsis tetrahit; Stechender Hohlzahn; mit stechenden Kelchzipfeln, schwarzköpfigen Drüsen im Bstd.
  • Angelica sylvestris; Wald-Engelwurz
  • Rubus idaeus; Himbeere; Bl. typ. 5-zählig, u.seits weißfilzig; vgl. Kratzbeere: Bl. typ. 3-zählig, u.seits grün
  • Lapsana communis; Rainkohl; untere Blätter mit typ. rückwärtsgewandten Blattzipfeln; einf. Blütenhülle (unterscheidet sich dadurch von den verdächtigen crepis- und hieracium-Arten)
  • Brachypodium sylvaticum; Wald-Zwenke; Blätter in der Mitte am breitesten, hängen meist mit der Unterseite nach oben verdreht; schlanke Ähre mit dünnen, langen Ährchen, überhängend
  • Potentilla sterilis; Erdbeer-Fingerkraut; mittl. Blattzahn kürzer als die benachbarten, Haarsaum am Blattrand schmal (vgl. Fragaria vesca); Blüten s. Protokoll FR Landwasser!
  • Geum urbanum; Echte Nelkenwurz; B gelb, K an der Frucht zurückgeschlagen; große, gezähnte Nebenbl.
  • Geranium sylvaticum; Wald-Storchschnabel; große, rosa- bis blauviolette, im Zentrum weiße Blüten; Staubfäden lanzettlich, nicht am Grunde dreieckig verbreitert (G. pratense, B blau); Bl. typisch 5-teilig, nicht so tief und vielfach eingeschnitten wie bei G. pratense
  • Torilis japonica; Gewöhnl. Klettenkerbel; Hülle min. 5-blättrig (bei T. arvensis fehlend od. 1-2 blättrig)
  • Eupatorium cannabinum; Wasserdost; typ. Pflanze an Waldwegen; wichtige Schmetterlingsblume!
  • Campanula trachelium; Nesselblättrige Glockenblume (in Knospe; die unteren Stängelblätter in diesem Stadium bereits hinfällig werdend!)
  • Digitalis purpurea; Roter Fingerhut


Protokoll der Exkursion vom 22.06.2018 im NSG Rieselfeld


AK Botanik-Exkursion am 22.6.18: NSG Rieselfeld am Mundenhof
Bei angenehm kühlem Wind fanden 8 Interessierte auf einem kurzen Weg eine bemerkenswerte Fülle an z.T. recht raren Arten. Auf dem Rückweg lernten wir noch die Mundenhof-Chefin kennen, die uns ihren Bienengarten (als zukünftiges Betätigungsfeld für uns!) gezeigt hat. Jan wird sich mit ihr in Verbindung setzen. Gleich gegenüber vom Parkplatz fanden wir am Rande eines großen Dinkelackers:

  • Daucus carota; Wilde Möhre: dunkle Scheinblüte in Doldenmitte, Dolden zunehmend konkav
  • Potentilla argentea; Silber-Fingerkraut; Blattunterseiten dicht weiß- bis graufilzig behaart, Blattränder leicht eingerollt (Typ. Trockenheitsanpassungen)
  • Centaurea cyanus; Kornblume – hier echt als Ackerunkraut im Dinkel!
  • Myosotis arvensis; Acker-Vergissmeinnicht; stark behaarte Knospen
  • Cirsium arvense; Acker-Kratzdistel; violette, kleine Blütenköpfe, glatter Stängel
  • Artemisia vulgaris; Gewöhnlicher Beifuß
  • Linaria vulgaris; Echtes Leinkraut oder Frauenflachs; Blüten wie Löwenmäulchen, aber mit Sporn
  • Anthriscus silvestris; Wiesenkerbel
  • Apera spica-venti; Windhalm, ein typisches Getreide-Ungras
  • Holcus lanatus; Wolliges Honiggras, mit dicht behaarten Blattscheiden
  • Lolium perenne; Ausdauernder Lolch, Deutsches Weidelgras; Ährchen mit der Schmalseite zur Spindel (i.G. zur Quecke: Ährchen liegen mit der Breitseite an der Spindel)
  • Plantago latifolia; Breitblättriger Wegerich, eine Art der Trittrasen
  • Bromus sterilis; Taube Trespe; typisch hängende Ährchen mit (bei Reife) abgespreizten Grannen
  • Vicia cracca; Vogelwicke
  • Hordeum murinum; Mäusegerste – sieht grün und reif sehr unterschiedlich aus; die reifen Ähren zerfallen ganz leicht (im Gegensatz zur Getreide-Gerste, wo die Ährenspindel der reifen Ähren stabil bleibt).
  • Lamium album; Weiße Taubnessel
  • Lamium maculatum; Große oder gefleckte Taubnessel
  • Prunella vulgaris; Kleine Braunelle
  • Matricaria discoidea; Strahlenlose Kamille, ohne Zungenblüten, aber mit Kamillenduft
  • Polygonum aviculare; Vogel-Knöterich, wächst horizontal als Bodendecker; trittfest
  • Lactuca serriola; Kompass-Lattich


Im feuchten Bereich an einem Graben:
  • Lythrum salicaria; Blutweiderich
  • Myosotis scorpioides; Sumpf-Vergissmeinnicht; Verwechslungsart (vom Standort her) Bachbunge hat 4-zählige Blüten und gekerbte Blätter
  • Calystegia sepium; Zaunwinde; Calystegia unterscheidet sich von Convolvulus (bei uns nur C. arvensis) durch die großen Vorblätter, die den Kelch teilweise einschließen. Eher an feuchten Standorten.
  • Carex brizoides; Seegras-Segge; gleichährige Segge, von unten her aufblühend – daher erscheinen die Blütenstände zeitweise wie verschiedenährig; Name: „wellig-wogender“ Aspekt; früher wurden mit den Blättern Matratzen gefüllt („Seegrasmatratzen“).
  • Persicaria hydropiper; Wasserpfeffer; scharf schmeckender Knöterich an Gewässerrändern
  • Mentha longifolia; Rossminze; wächst hier ebenfalls direkt am Wasser
  • Epilobium hirsutum; Zottiges Weidenröschen; oberwärts dicht behaart; große, rote (nicht lila) Blüten
  • Lycopus europaeus; Ufer-Wolfstrapp; weiß blühende Lamiacee an Bachufern, nicht häufig!
  • Phleum pratense; Wiesen-Lieschgras; ein Ähren-Rispen-Gras mit „Stiefelknecht-förmigen“ Hüllspelzenpaaren in geraden, walzlichen Blütenständen; Vgl. Wiesen-Fuchsschwanz (mit seidigen Grannen)
  • Galeopsis speciosa; Bunter Hohlzahn; war hier nicht wirklich zu erwarten … ist aber bei Philippi fürs Rieselfeld angegeben – allerdings 1959!
  • Tripleurospermum perforatum; Geruchlose Kamille; stand hier im Getreideacker wie Acker-Hundskamille, unterscheidet sich von der durch das Fehlen von Spreublättern
  • Euphorbia stricta; Steife Wolfsmilch; mit Früchten sicher bestimmbar – wir hatten die Art schon am Hirzberg, und man findet sie dieses Jahr überall – evtl. in Ausbreitung, wie die Klette (arctium lappa)?


Protokoll der Exkursion vom 08.06.2018 am Hirzberg


AK Botanik-Exkursion am 08.6.18: Halbtrockenrasen am Hirzberg
Am Rande einer großen Gewitterzelle, die am Kandel hing, hatten die erfreulichen 8 TeilnehmerInnen neben kurzen Regenintervallen auch Sonnenschein auf der allerdings nassen Hirzbergwiese. Bestimmungsbedarf stand bereits an der Böschung neben dem Weg, der an den Waldrand hochführt …
Dank an Sophia Anslinger für die Vorbereitung des Protokolls!

Artenliste:
  • Stellaria graminea; Gras-Sternmiere; Härchen in den Blattachseln und auf den obersten (Trag-)Blättern der Pflanze; durch die etwas sparrige Verzweigung mit langen Internodien ist die Pflanze am Habitus („3D“) gut erkennbar.
  • Hypericum perforatum; Tüpfel-Johanniskraut; punktierte Blätter (Gegenlicht!), 2 Leisten am Stängel (bei der Verwechsluingsart H. tetrapterum 4 Leisten)
  • Euphorbia stricta ?; Steife Wolfsmilch; zunächst als „Breitblättrige W.“ bestimmt, scheint nach Fotovergleich E. stricta besser zu passen. Wesentliche Merkmale des Schlüssels (Früchte) fehlten noch…
  • Lotus corniculatus; Gewöhnlicher Hornklee; Verwechslungsart Sumpf-Hornklee hat Haare an den Blatträndern und einen hohlen Stängel; Hippocrepis hat stärker gefiederte Blätter
  • Centaurea jacea; Wiesen-Flockenblume: Unterscheidung der Arten v.a. über die Anhängsel der Hüllblätter; Bei C. jacea häutig, braun, ohne Fransen und Dornen, nur etwas gezähnt u. eingerissen; häufige Art!
  • Vicia cracca; Vogelwicke; sehr viele eng stehende violette Blüten je Blütenstand; V. glabrescens (Bunte Wicke) hat viel weniger B./Blütenstand; V. tenuifolia (Schmalblättrige Wicke) hat oft weißliche Flügel.
  • Vicia sepium; Zaun-Wicke; nur ca. 8-10 deutlich größere Blüten/Blütenstand; breitere, ovale Teilblättchen; Blütenfarbe verwaschenes Violett, nach Rosa changierend
  • Carex pendula; Hänge-Segge; Blätter kahl, bis 2 cm breit; Pfl. unten rot, sehr groß, Blütenstände sehr lang, überhängend
  • Lapsana communis; Gemeiner Rainkohl; stark verzweigter Blütenstand, nur untere Blätter typisch gefiedert (große Endfieder, zwei kleine, rückwärtsgewandte Fiedern, dahinter evtl. noch kleinere; Blattspreite zw. den Fiederteilen nicht vollst. unterbrochen
  • Rumex acetosella; Kleiner Sauerampfer; glatte Blätter in der Form von Speerspitzen, meistens zweihäusig; nur ca. 30 cm hoch
  • Impatiens parviflora; Kleines Springkraut (im Wald): aufrechte gelbe Blüten, gezähnte Blätter; dagegen I. noli-tangere (Großes bzw. Echtes Springkraut) hängende gelbe Blüten m. Sporn, Bl. Gebuchtet
  • Euphorbia cyparissias; Zypressenwolfsmilch; Verwechslungsart E. seguieriana; Steppenwolfsmilch; mit deutlich breiteren Blättern, sehr wärmeliebend; E. cyp. oft durch Pilzinfektion formverändert
  • Ononis repens; Kriechende Hauhechel; höchstens weiche Dornsprosse, flach kriechende Wuchsform; oft Bastardbildung mit O. spinosa (holzige Dornen, Pflanze mehr aufrecht)
  • Potentilla erecta; Blutwurz; typ. Fingerkraut, Blüten 4-zählig (seltene P. anglica hat gestielte Blätter)
  • Genista sagittalis; Flügelginster; mit blattartig verbreiterten Stängeln, Blätter klein, hinfällig
  • Knautia arvensis; Acker-Witwenblume; Verwechslungsart: Scabiosa columbaria; Skabiose; mit schwarzen Borsten zwischen den Blütenkelchen, Blütenfarbe meist mehr rosa / Knautia mehr blau
  • Campanula patula; Wiesen-Glockenblume; breit ausladender Blütenstand, Blüten breit-glockig, Krone bis zur Hälfte eingeschnitten; dagegen C. rapunculus (Rapunzel-Glockenblume) mit schlankerem Blütenstand, engeren Glocken und nur bis zu 1/3 eingeschnittener Krone
  • Juncus tenuis; Zarte Binse; mit extrem langen Tragblättern
  • Crataegus monogyna; Eingriffeliger Weißdorn; tief eingeschnittene Blätter, Frucht mit 1 Kern
  • Trifolium dubium; Kleiner Klee; gelb, kleinere und lockerere Blütenköpfe als medicago lupulina
  • Sanguisorba officinalis; Großer Wiesenknopf (der war es doch! sorry): längliche, dunkelrote Blütenköpfe; Blätter m. jederseits 12-30 Zähnen (hier waren’s 13-14); Pseudo-Nebenblättchen nicht immer vorh.!
  • Polygala vulgaris; Gewöhnliches Kreuzblümchen; tritt in blau und violett nebeneinander auf.
  • Trifolium rubens; Purpur-Klee; langgestreckte Blütenköpfe, sehr langgestreckte Fiederblättchen wie beim Hügel-Klee (T. alpestre)
  • Silene nutans; Nickendes Leimkraut; Kelche nicht aufgeblasen, Blüten hängend
  • Acinos arvensis; Gewöhnlicher Steinquendel
  • Dianthus cartusianorum; Kartäusernelke; Charakterart der Halbtrockenrasen


Protokoll der Exkursion vom 18.05.2018 im Liliental


AK-Botanik-Exkursion am 18.05.2018 im Liliental bei Ihringen/Kaiserstuhl
Die Exkursion vor Pfingsten zur Orchideenblüte im Liliental wurde von Siegfried Mattausch organisiert und geführt. Vier weitere Botanik-Interessierte nahmen teil und ließen sich die große Artenvielfalt und die geologischen und ökologischen Besonderheiten des Lilientals erklären.
Protokoll: Gudrun Seiffert und Siegfried Mattausch

Geologie und Klima:
Lössboden mit hohem Kalkgehalt; wärmebegünstigte Lage am Oberrhein (Ihringen gilt als wärmster Ort Deutschlands)

Wegbeschreibung:
Einstieg ca. 300 m nördlich des Restaurants „Zur Lilie“, kurzer steiler Pfad in die Wiese (1),
kleiner Bogen nach W über die Wiese;
wieder nach N bergauf zu Wald-/Gehölzrand (2);
nach NO weiter bergauf am Rand einer Terrasse (3);
wieder nach N, zw. Birkenwäldchen im W und Waldrand im O (4);
Rückweg direkt (5) (oberhalb Punkt 1).

I. Artenliste
Orchideenarten sind fettgedruckt
1: Wiese an steilem Hang, mit jungen Bäumen; anfangs nitratreich
  • Christophskraut – Actaea spicata
  • Knoblauchsrauke – Alliaria petiolata
  • Echter Baldrian – Valeriana officinalis
  • Echte Nelkenwurz – Geum urbanum
  • Großes Zweiblatt – Listera ovata
  • Pyramidenorchis – Anacamptis pyramidalis
  • Rot-Klee, Wiesen-Klee - Trifolium pratense (Futterpflanze, in Hanglage hochgewandert oder eingebracht?)
  • Kletten-Labkraut – Galium aparine
  • Gewöhnlicher Beinwell – Symphytum officinale (lange Röhrenblüten sind für manche Insekten zu tief -> sie beißen sich seitlich zum Nektar durch)
  • Zottiger Klappertopf – Rhinanthus alectorolophus (Halbschmarotzer, leicht giftig, sollte nicht zu viel im Heu sein (lässt sich durch frühe Mahd vermindern))
  • Hummel-Ragwurz – Ophrys holoserica
  • Bocks-Riemenzunge – Himantoglossum hircinum (submediterrane Art, bei starken Frösten sterben die bereits im Herbst gebildeten Blattrosetten ab -> Totalausfall im Folgejahr)
  • Helm-Knabenkraut – Orchis militaris (blüht von unten nach oben auf, im Gegensatz zum Affen-Knabenkraut (von oben nach unten); Affen-Knabenkraut hat außerdem schlankere Lippen)
  • Acker-Wachtelweizen – Melampyrum arvense (Halbschmarotzer)
  • Gewöhnliches Knäuelgras – Dactylis glomerata (leicht zu erkennendes Gras!)
  • Mittlerer Wegerich – Plantago media (Blätter fast so breit wie bei Breit-Wegerich, aber nur mit sehr kurzem, breitem Stiel)
  • Gewöhnlicher Giersch – Aegopodium podagraria
  • Wiesen-Bärenklau – Heracleum sphondylium
  • Gemeine Schafgarbe – Achillea millefolia
  • Klette spec.– Arctium spec. (vegetativ)
  • Einjähriges Berufkraut, Feinstrahl – Erigeron annuus
  • Fieder-Zwenke – Brachypodium pinnatum (vegetativ)
  • Gemeiner Dost – Origanum vulgare
  • Zweiblättrige Waldhyazinthe - Platanthera bifolia


2: unter Sträuchern / am Waldrand
  • Weißes Waldvögelein – Cephalanthera damasonium
  • Helm-Knabenkraut oder Affen-Knabenkraut (s.o.)
  • Vogel-Nestwurz – Neottia nidus-avis (Form der Wurzel ist namensgebend)
  • Maiglöckchen – Convallaria majalis
  • Zittergras – Briza media
  • Berberitze - Berberis vulgaris
  • Gemüse-Spargel – Asparagus officinalis
  • Nesselblättrige Glockenblume – Campanula trachelium
  • Vielblütige Weißwurz – Polygonatum multiflorum


3: wieder offener; Halbtrockenrasen
  • Blutroter Storchschnabel – Geranium sanguineum
  • Violetter Dingel - Limodorum abortivum

    Melampyrum Cristatum

  • Hummel-Ragwurz (s.o.)
  • Kamm-Wachtelweizen – Melampyrum cristatum (Halbschmarotzer)
  • Brand-Knabenkraut – Orchis ustulata
  • Schwertblättriges (Langblättriges) Waldvögelein – Cephalanthera longifolia
  • Salomonssiegel – Polygonatum odoratum (oder nochmal Vielblütige Weißwurz?)
  • Gewöhnliche Schmerwurz – Dioscorea communis (Tamus communis)
  • Wiesen-Bocksbart - Tragopogon pratensis
  • Affen-Knabenkraut – Orchis simia (nicht alle Merkmale vorhanden)
  • Zypressen-Wolfsmilch – Euphorbia cyparissias (gesunde neben kranken, von einem Rostpilz befallenen Pflanzen; sehr unterschiedliches Aussehen!)
  • Gemeine Waldrebe – Clematis vitalba (Jungpflanze, vegetativ)
  • Wiesen-Salbei – Salvia pratensis
  • Sommerwurz - Orobanche spec. (mehrere ähnliche Arten, wirtsspezifisch, Vollschmarotzer)


4: Waldsaum, schattiger als vorherige Stellen
  • Strauchkronwicke – Hippocrepis emerus (Syn. Emerus major, lt. Schild)
  • Purpur-Knabenkraut – Orchis purpurea
  • Maiglöckchen (s.o.)


5: wieder offener, sonniger (Halbtrockenrasen)
  • Küchenschelle – Pulsatilla vulgaris (fruchtend)


II. Theorie / Hintergrund:
Orchideen:
Orchideen sind phylogenetisch jung, deshalb ist die Artbildung noch nicht abgeschlossen, dadurch bilden sich viele Hybriden.
Die Samen der Orchideen sind sehr klein und können gut durch den Wind verbreitet werden. Sie enthalten jedoch kein Nährgewebe zur Versorgung der Jungpflanze. Diese ist bei der Keimung und in ganz jungem Stadium auf die Nährstoffzufuhr durch Mykorrhizapilze angewiesen.
Trick bei der Bestäubung: Ragwurzen imitieren das Aussehen und den Geruch von Insekten (Pheromone), locken dadurch diese Insekten zur Bestäubung an.
Bestimmungshilfe: Das Heft „Orchideen im Kaiserstuhl“, herausgegeben vom Naturzentrum Kaiserstuhl, gibt es in Freiburger (und Umgebungs-?) Buchhandlungen oder beim Naturzentrum selbst zu kaufen.

Vegetation in Mitteleuropa, Entwicklung:
Die Artenvielfalt in Mitteleuropa ist sehr viel kleiner als z.B. in Amerika. Grund: Während der Eiszeiten wurden wärmebedürftige Arten verdrängt. In Amerika konnten sie nach Süden ausweichen (Hauptgebirge wie die Rocky Mountains verlaufen in Nord-Südrichtung, bilden also keine Barriere), in Europa wurde die Abwanderung nach Süden von den Alpen blockiert, viele Pflanzen starben (nördlich der Alpen) aus.
In Amerika konnten viele Arten nach den Eiszeiten wieder nach Norden zurückwandern.
Die Barriere der Alpen könnte auch im Klimawandel verhindern, dass wärmeliebende Arten zu uns einwandern.
Nach SW-Deutschland könnte Zuwanderung noch über die Burgundische Pforte erfolgen; Bayern wäre viel stärker abgeschnitten.

Beweidung und Trockenrasen / Magerrasen:
Schafe und Ziegen halten Gelände offen, verhindern Verbuschung. Damit ein Gebiet mager bleibt, müssen sie aber abends in ein anderes Gelände getrieben werden, damit sie durch ihren Kot nicht zu viele Nährstoffe in den Magerrasen eintragen.


Protokoll der Exkursion vom 11.05.2018 an der Wonnhalde


AK Botanik-Exkursion am 11.5.18: Wonnhalde zwischen Haltestelle und FVA
Bei sonnigem Frühlingswetter trafen sich 8 Interessierte an der Straßenbahnhaltestelle Wonnhalde. Auf einem niedrigen Hochwasserdamm (Ost-West verlaufend) mit nördlich anschließendem kleinem Bach hatten wir mit Bestimmen gut zu tun, abschließend ging es noch in eine feuchte Senke innerhalb des „Rückhaltebeckens“.

Wonnhalde, Foto: Margot Pauli

Folgende Arten waren uns neu (teilweise mit mitgenommenem Material nachbestimmt):

  • Veronica beccabunga; Bachbunge; direkt am Wasser des Grabens/Baches wachsend;
  • Silene flos-cuculi; Kuckuckslichtnelke, früher eig. Gattg. (lychnis); markiert in der mäßig fetten Wiese die feuchteren, aber noch nicht nassen Bereiche.
  • Sanguisorba minor; Kleiner Wiesenknopf oder Pimpinelle; im Gegensatz zum großen Wiesenknopf sind die Blütenstände nicht dunkelrot, die Pflanze ist zumindest teilweise windblütig; Die Fiederblättchen haben weniger Zähne als bei S.officinalis und keine Pseudo-Nebenblätter. Rohbodenpionier.
  • Storchschnabel vegetativ: Geranium dissectum? Geranium columbinum? Unterscheidung über die Behaarung des Blattstängels: senkrecht abstehend bei G. dissectum, anliegend bei G. columbinum; (Info erst nach der Exkursion erhalten, daher nicht entschieden, welcher es war)
  • Barbarea intermedia; Mittleres Barbarakraut: hellgrün, runde Schoten ca. 20 mm fast ohne Schnabel, Stiele ca. 3mm lang; Blüten sattgelb, ziemlich hinfällig; fiederteilig gelappte Blätter m. großem Endabschnitt, nach oben schmaler und schwächer fiederteilig;
  • Centaurea jacea; Wiesen-Flockenblume: Unterscheidung der Arten v.a. über die Anhängsel der Hüllblätter; Bei C. jacea häutig, braun, ohne Fransen und Dornen, nur etwas gezähnt u. eingerissen;
  • Silene vulgaris; Taubenkropf-Leimkraut: Kelchröhre weiß bis rosafarben, aufgeblasen, 20-nervig;
  • Sisymbrium officinale; Wegrauke: In jungem Zustand schwer bestimmbar; bei ausgewachsenen Exemplaren typisch: Schotenfrüchte eng parallel anliegend, Seitenäste sparrig abstehend, erst später sehr lang werdend und dann bogig aufsteigend;
  • Lepidium campestre; Feld-Kresse, Acker-Kresse: behaarter, dicht beblätterter Stängel, erst im oberen Teil verzweigt in tragblattlose Blütenstände; eiförmige Schötchen breit geflügelt und dicht mit schuppenförmigen Bläschen besetzt (starke Vergrößerung nötig!)
  • Campanula patula; Wiesen-Glockenblume: Blüten ca. 20mm, Kelchbl. basal verwachsen, Kronblätter bis zur halben Länge verwachsen, Kronzipfel ausgebreitet; untere Stängelblätter gestielt, verkehrt eiförmig, die oberen sitzend, lanzettlich;
  • Onobrychis viciifolia; Futteresparsette: lange, dichtblütige, traubige Blütenstände, von unten her aufblühend mit ca. 12 mm langen, rosa-weißen Schmetterlingsblüten; Blätter unpaarig gefiedert mit 6-12 Fiederblättchenpaaren; Rohbodenpionier
  • Potentilla anserina; Gänsefingerkraut
  • Salvia pratensis; Wiesensalbei (teilw. bereits abgeblüht)
  • Achillea millefolium, Gewöhnliche Schafgarbe
  • Leucanthemum vulgare; Magerrasen-Margerite


In einer feuchten Senke:

  • Carex ovalis; Hasenpfoten-Segge: gleichährige Segge mit 4-7 Ährchen in dichtem Blütenstand mit nur kurzen Tragblättern; Ährchen ca. 5-7mm, gelbbraun; ohne Ausläufer, Horste bildend;
  • Scirpus silvaticus; Waldsimse: Ährchen zu 2-9 am Ende der Spirrenäste, Blütenstand wirkt weißlich, Blätter 6-16 mm breit;


Nachtrag zur Pulmonaria im Protokoll „Sängerruh“ vor 14 Tagen: Wir hatten die Pflanze ohne weiteres als Pulmonaria officinalis vermerkt („die kennt man ja“). Von Georg Schepers kam der Hinweis, dass wir da in Zukunft genauer hinschauen sollten, denn wahrscheinlich war es eher P. obscura!


Protokoll der Exkursion vom 27.04.2018 am Schönberg


AK Botanik-Exkursion am 27.4.18: Schönberg oberhalb St.Georgen („Sängerruh“)
Bei sonnigem Frühlingswetter trafen sich 7 Interessierte an der Straßenbahn-Wendeschleife Vauban. Auf einem NW-exponierten Waldrand-Weg mit Fettwiese gegenüber gingen wir wenige 100 m bergauf bis zu einem Gelände, wo es magerer und artenreicher wurde.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen (dazu viele der Arten, die wir auf unseren letzten Exkursionen gesehen hatten):

  • Fallopia japonica (Japanknöterich): extrem invasiver Neophyt
  • Valeriana officinalis Aggr.(Baldrian): Blattachse auf der Unterseite behaart;
  • Stachys sylvatica (Waldziest): behaart; ähnliche Blätter, aber kahl: Scrophularia nodosa
  • Galium odoratum (Waldmeister)
  • Melica uniflora (Einblütiges Perlgras): Ährchen in verzweigtem Blütenstand (weit offene Traube); dagegen Melica nutans (Nickendes Perlgras): Ährchen in einseitig überhängender Traube (unverzweigt)
  • Pulmonaria officinalis (Echtes Lungenkraut): Farbwechsel der Blüten rosa -> blau durch pH-Anstieg im Zellsaft nach der Bestäubung (gibt’s auch bei anderen Boraginaceen)
  • Paris quadrifolia (Einbeere): Monocotyle mit netznervigen Blättern (Fam. Germergewächse)
  • Cardamine heptaphylla (Zahnwurz): charakteristische, große Fiederblätter
  • Euphorbia amygdaloides (Mandelblättrige Wolfsmilch): Waldpflanze, verholzend
  • Convallaria majalis (Maiglöckchen)
  • Veronica chamaedris (Gamander-Ehrenpreis): Blätter stumpf gesägt bis gekerbt, Blütentrauben mit 10-20 Blüten kreuzgegenständig aus den Blattachseln entspringend; 2 gegenüberliegende Haarleisten an den Stängeln
  • Phyteuma spicatum (Ährige Teufelskralle) in Knospe
  • Campanula trachelium (Nesselblättrige Glockenblume) noch ohne Blütenansätze: B grob gezähnt, untere breit, obere lanzettlich; Milchsaft!
  • Carex pendula (Hängesegge): Größte Segge außerhalb von Sumpfstandorten
  • Carex sylvatica (Waldsegge): wintergrüne Segge mit gestielten, überhängenden Ähren, Blätter doppelt gefaltet, rau; verschiedenährige Segge wie auch C. pendula: staminate Ähren stehen apical; beide Arten bilden Horste und haben keine Ausläufer
  • Aegopodium podagraria (Giersch)
  • Lamium album (Weiße Taubnessel)
  • Crepis biennis (Wiesenpippau): Grund- und Stängelblätter sehr unterschiedlich und vielgestaltig; Bestimmung der Crepis-Arten über Blätter allein kaum möglich -> Hülle d. Blütenköpfe wichtig!
  • Tilia platyphyllos (Sommerlinde): Blätter groß, lappig-dünn, weiße Haarbüschel in den Aderachseln


Im magereren Wiesenbereich:

  • Cruciata laevipes (Kreuzlabkraut): Nur 4 Blätter je Wirtel, gelbe Blüten
  • Veronica serpyllifolia (Quendel- oder Thymianehrenpreis): Blüten dunkelblau geadert, in einer endständigen Traube;
  • Bromus sterilis (Taube Trespe): Grannen bis 30 mm lang, rau
  • Listera ovata (Großes Zweiblatt): Orchidee ist bzgl. Standort nicht sehr wählerisch
  • Colchicum autumnale (Herbstzeitlose): Blätter im Frühjahr, Blüten im Herbst; enth. Mitosegift Colchicin


Protokoll der Exkursion vom 13.04.2018 im Mooswald mit Artenliste


AK Botanik-Exkursion am 13.4.18 im Mooswald bei Landwasser
Bei kurzfristig sonnigem Frühlingswetter (vormittags Regen, abends noch ein heftiger Schauer) trafen sich ganze 6 Interessierte an der S-Bahn-Haltestelle Landwasser („FR-West“). Zwischen Bahngleis und Weg sowie am Waldmantel auf der anderen Seite des Weges gab es reichlich krautige Pflanzen, aber auch Gehölze mit soeben aufgehenden Blattknospen bzw. bereits blühend.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen (dazu die meisten der Arten, die wir letztes Mal am Lehener Bergle gesehen hatten):

  • Acer negundo (Eschenahorn): Ein häufig gepflanzter Straßenbaum, im 17.Jhdt. aus N-Amerika eingeführt; Blätter gefiedert (3-5-teilig), Rinde der jüngeren Triebe glatt grün
  • Prunus padus (Traubenkirsche): Blätter matt, mit deutlichem Adernrelief
  • Prunus serotina (Späte Trauben-Kirsche): aus dem östl. N-Amerika, Blätter glatt, pfirsichartig
  • Prunus avium (Vogelkirsche) Wildform der Süßkirschen; Sauerkirschen: P.cerasus, P.fruticosa
  • Alliaria petiolata (Knoblauchsrauke) blühend
  • Lamium galeobdolon (Goldnessel, gelbe Taubnessel; formenreich, mehrere U.arten, auch Zierformen)
  • Potentilla sterilis (Erdbeer-Fingerkraut): Kronblätter breit getrennt, nicht wie bei Erdbeere überlappend; Blätter wie bei Erdbeere, aber am Rande feiner, weißlicher Haarsaum
  • Ajuga reptans (Kriechender Günsel): Blätter nicht gekerbt, Blüten mehr blau als violett, Oberlippen der Blüten sehr kurz, Bütenstand dichter (i.Vgl. zu Glechoma hederacea)
  • Ranunculus acris (Scharfer Hahnenfuß): Kelchblätter nicht zurückgeschlagen Pfl. o. Ausläufer, Blütenstiele rund, Früchte und Blätter kahl, letztere 3-5-teilig eingeschnitten gezähnt
  • Viola riviniana (Hainveilchen; s.Protokoll v. 6.4.)
  • Viola x bavarica ? (Bastard Hain-/Waldveilchen; Bestimmung geht zu Waldveilchen, aber Sporn sehr hellviolett und für Waldveilchen zu dick …
  • Stellaria holostea (Große Stern-Miere): Stängel kantig, Blätter lineal-lazettlich, steif aufrecht; Blütenblätter 10-15 mm lang, nur bis zur Hälfte eingeschnitten


In vegetativem Zustand konnten wir identifizieren:

  • Sedum album (Weißer Mauerpfeffer) Blätter rund, 8-12 mm lang, graugrün bis dunkelrot
  • Artemisia vulgaris (Gewöhnl. Beifuß)
  • Plantago latifolia (Breitwegerich) am Wegrand, im Trittbereich
  • Plantago lanceolata (Spitzwegerich) mehr im hohen Gras
  • Arctium lappa od. arctium minus (Große bzw. kleine Klette) vegetativ nur durch die Blattstiele zu unterscheiden: Bei A. lappa z.T. markig, bei A. minus durchgehend hohl
  • Potentilla reptans (Kriechendes Fingerkraut): typisches 5-teiliges Blatt, gleichmäßig gesägt
  • Rumex obtusifolius (Stumpfblättriger Ampfer)
  • Erigeron annuus (Einjähriger Feinstrahl, einjähr. Berufkraut): ziemlich invasiver Neophyt aus N-Amerika; als Zierpfl. eingef. im 18.Jhdt., später in mehreren Unterarten verwildert;
  • Sanguisorba officinalis (Großer Wiesenknopf): untyp. Standort (Gartenflüchtling?)! Blätter mit dünn gestielten, kräftig gezähnten Fiederblättchen, die „Nebenblätter“ zu haben scheinen (Echte Nebenblätter an Fiederblättchen gibt es natürlich nicht)
  • Vicia sepium (Zaunwicke) Endfiedern bei Wicken (auch b. Linse, manchen Platterbsen) als Ranken; Zaunwicke / Vogelwicke: 6-12 Fiederb., oval / 12-20 Fiederb., lanzettlich; ca. 5 Blüten / ca. 20 Blüten pro Blütenstand.
  • Anthriscus sylvestris (Wiesenkerbel, Pferdekümmel)
  • Geranium pusillum (Kleiner Storchschnabel) B. stiel ganz kurz behaart; G. pyrenaicum lang absteh. beh.
  • Ulme/Hasel: Hasel kann ähnl. Wuchsform ausbilden wie Ulme (Fischgrätmuster), aber Rinde glänzend, bei der Ulme immer matt
  • Taxus baccata (Eibe) über Vogelkot im Wald; Holz im M.alter wichtig für Bogenbau („engl.Langbögen“)
  • Ilex aquifolia (Stechpalme) ist Waldweide-Zeiger; Schattenb. Stachelspitzig
  • Lonicera – Kletterpflanzen: L. periclymenum: alle Blätter frei, L. caprifolium: Hochblätter d. Blütenstände paarweise verwachsen


Protokoll der Exkursion vom 06.04.2018 am Lehener Bergle mit Artenliste


AK Botanik-Exkursion am 06.4.18 auf dem Lehener Bergle

Bei schönem und warmem Frühlingswetter waren ca. 15 Interessierte auf dem Lehener Bergle oberhalb des Blumencafés unterwegs, um unter fachkundiger Anleitung von Georg Schepers die noch wenigen blühenden Pflanzen entlang des Wegrandes kennenzulernen und z.T. auch nach dem Rothmaler-Schlüssel ganz klassisch zu bestimmen. Dazu kamen etliche Arten, die wir (mit Georgs Anleitung) auch vegetativ anzusprechen lernten.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen:

  • Ranunculus auricomus (Goldhahnenfuß; ein Aggregat von vielen Kleinarten)
  • Ficaria verna (Scharbockskraut))
  • Prunus spinosa (Schlehe = Schwarzdorn)
  • Lamium maculatum (Gefleckte Taubnessel) Große Blüten mit geschwungener Kronröhre
  • Lamium purpureum (Rote Taubnessel) Kleine Blüten mit gerader Kronröhre
  • Cardamine hirsuta (Vielstängeliges Schaumkraut)
  • Cardamine pratensis (Wiesenschaumkraut)
  • Stellaria media (Vogelmiere, „Hühnerdarm“) 1 schmale Haarleiste längs am Stängel
  • Veronica persica (Persischer Ehrenpreis; Neophyt) Große Blüten, Griffel >1,8 mm lang
  • Veronica hederifolia (Efeublättriger Ehrenpreis; ein Aggregat von mehreren Kleinarten))
  • Viola reichenbachiana (Waldveilchen) oft Bastardbildung mit Hainveilchen zu V. x bavarica
  • Viola hirta (Rauhaariges Veilchen)


In vegetativem Zustand konnten wir identifizieren:

  • Arum maculatum (Aronstab)
  • Galium album (Weißes Labkraut; gehört zum Galium-mollugo-Aggregat)
  • Galium aparine (Kleblabkraut)
  • Lapsana communis (Rainkohl)
  • Geum urbanum (Gewöhnliche Nelkenwurz)
  • Allium ursinum (Bärlauch); Unterschiede zu Convallaria majalis (Maiglöckchen): B. unterseits mit Kiel; deutl. Blattstiel; OS glänzend, US matt; Lauchgeruch; junge Blätter nicht gerollt;
  • Allium oleraceum (Rosslauch od. Gemüselauch)
  • Hedera helix (Efeu)
  • Ligustrum vulgare (Liguster)
  • Alliaria petiolata (Lauchhederich, Knoblauchsrauke)
  • Fragaria vesca (Walderdbeere); nicht zu verwechseln mit Potentilla sterilis (Erdbeerfingerkraut), Letzteres mit durch Haare weißlichen Blatträndern
  • Geranium robertianum (Stinkender Storchschnabel, Ruprechtskraut)
  • Polygonatum multiflorum (Vielblütige Weißwurz); vgl. P. odoratum (Salomonssiegel)
  • Heraclium sphondylium (Wiesen-Bärenklau)
  • Achillea millefolium (Wiesen-Schafgarbe; Gruppe von Kleinarten)


Kleiner Ausflug in die Veilchen-Bestimmung:
Auf die folgenden Merkmale muss man achten:
1) Seitl. Blütenblätter aufwärtsgerichtet („Stiefmütterchen“), Blü.bl. teilw. gelb / Blütenbl ohne Gelb, nicht aufw. gerichtet („Veilchen“)
2) Grundständige Blattrosette oder nicht, 3) Blätter und Blüten tragende Stängel / nur blattachselständige Blüten aus der grundständigen Blattrosette
Weitere wichtige Merkmale sind Länge und Farbe des Blütensporns sowie die Beschaffenheit
der Nebenblätter und das Vorhandensein von Ausläufern.


Protokoll der Exkursion vom 16.03.2018 in Ebringen mit Artenliste


AK Botanik-Exkursion am 16.3.18 auf dem Nat-ur-waldpfad in Ebringen

Bei unerwartet schönem und warmem Frühlingswetter waren wir zu elft unter Führung von Siegfried Mattausch auf einem kurzen Teilstück des Pfades unterwegs (am Samstag bei wesentlich unwirtlicheren Wetterverhältnissen waren’s dann nur noch fünf), um Bäume und Sträucher anhand von Knospen-, Rinden- und Wuchsform-Merkmalen unterscheiden zu lernen. Untypischerweise ohne Bestimmungshilfen, denn Siggi konnte uns ja alles erklären.
Ohne Anspruch auf 100%ige Vollständigkeit kam die folgende Artenliste zusammen:

  • Euonymus europaeus (Pfaffenhütchen)
  • Cornus sanguinea (Blutroter Hartriegel)
  • Prunus spinosa (Schlehe = Schwarzdorn)
  • Viburnum lanthana (Wolliger Schneeball)
  • Viburnum opulus (Wasser-Schneeball)
  • Viburnum rhytidophyllum (Runzelblättriger Schneeball; Neophyt!)
  • Crataegus monogyna (Eingriffeliger Weißdorn)
  • Crataegus laevigata = C. oxyacantha (Zweigriffeliger Weißdorn)
  • Berberis vulgaris (Berberitze = Sauerdorn; gelbes Holz)
  • Sambucus nigra (Schwarzer Holunder: weißes Mark!)
  • Ilex aquifolium (Stechpalme)
  • Corylus avellana (Haselnuss)


  • Ulmus minor = campestris = carpinifolia (Feldulme)
  • Acer campestris (Feldahorn)
  • Acer pseudoplatanus (Bergahorn)
  • Quercus robur (Stieleiche)
  • Quercus petraea (Traubeneiche)
  • Fraxinus excelsior (Esche)
  • Cydonia oblonga (Quitte)
  • Malus domestica (Apfel)
  • Prunus avium (Vogelkirsche)
  • Fagus sylvatica (Rotbuche)
  • Carpinus betulus (Hainbuche)
  • Tilia cordata (Winterlinde)
  • Sorbus torminalis (Elsbeere)
  • Sorbus domestica (Speierling)
  • Sorbus ahria (Mehlbeere)
  • Pinus sylvestris (Wald-Kiefer)
  • Picea abies (Fichte)
  • Pseudotsuga menziesii (Douglasie; Neophyt!)
  • Aesculus hippocastanum (Rosskastanie)
  • Populus tremula (Espe = Zitterpappel)
  • Larix decidua (Europ. Lärche)
  • Taxus baccata (Eibe)
  • Betula pendula (Birke)










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Dieser Artikel wurde 1539 mal gelesen und am 12.4.2019 zuletzt geändert.